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Donnerstag, 16. Juli 2026
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Geschrieben von Christian Dolle (Kirchenkreis Harzer Land) am 30. Januar 2020
Kirchen

Kirche und Kommune

Pastor Andreas Schmidt und Bürgermeister Dr. Thomas Gans haben zum Gespräch eingeladen

Zuerst gab es etwas auf den Teller...
Zuerst gab es etwas auf den Teller...
...dann wurde bildlich gesprochen über den Tellerrand geschaut.
...dann wurde bildlich gesprochen über den Tellerrand geschaut.

Wenn ein Pastor statt in die Kirche in eine Kneipe einlädt, dann ist das nicht etwa ein Bruch mit dem Glauben und christlichen Werten, sondern hat vielmehr mit Andreas Schmidts Überzeugung zu tun, dass Gemeinde immer dort ist, wo die Menschen sind. Am Mittwoch (29.01.2020) hat der Pastor der Paulusgemeinde den ungewöhnlichen Ort aber nicht einfach so gewählt, er hatte auch Bad Lauterbergs Bürgermeister Dr. Thomas Gans eingeladen, um in lockerer Runde über die Gemeinde einmal aus kirchlicher und einmal aus kommunaler Sicht zu sprechen.

Ein eher kleiner Kreis war der Einladung in die „Goldene Aue“ gefolgt, doch es dauert ja auch einfach Zeit, bis sich solche Angebote etablieren. Die Anwesenden wurden zunächst mit einem türkischen Buffet empfangen, das sich Pastor Schmidt gewünscht hatte, um nicht nur inhaltlich, sondern auch kulinarisch deutlich zu machen, dass hier über den Tellerrand geschaut werden soll. Ihm jedenfalls ist wichtig, dass die Kirchengemeinde nicht eine ist, die am Sonntag in der Kirche zuhört und dann wieder nach Hause geht, sondern eine lebendige, in der auch mal gelacht werden darf, ohne dass dabei die eigentlichen seelsorgerischen Aufgaben zu kurz kommen.

 

Versorgung der Bürger im weltlichen Sinne

Dr. Gans erläuterte dann, was Gemeinde für die Kommune bedeutet, nämlich vor allem die grundlegende Versorgung der Bürger im weltlichen Sinne. Hierzu zählen Schulen und Bildung, diverse Dienstleistungen, die Feuerwehren, Beratungseinrichtungen, Einrichtungen für Wohnungslose, Breitbandversorgung, Friedhöfe und vieles mehr. Es seien vielfältige und komplexe Aufgaben, nicht immer klar umrissen, da vieles eben auch in Kooperation mit dem Landkreis und anderen Instanzen erledigt wird. In jedem Fall aber koste es viel Geld, was manche Entscheidungen dann eben politisch schwierig mache.

Schnell kamen Fragen der Anwesenden auf, zum Beispiel nach den Kitas, die derzeit ausgebaut werden. Die werden übrigens alle von der Kommune finanziert, auch die kirchlichen, so der Bürgermeister. „Man kann ja mit einer Kita nix verdienen, woher soll das Geld denn sonst kommen?“, erläuterte er. Besonders hob er auch die Feuerwehren hervor, die es zum Glück noch in jedem Ortsteil gebe, das, so wurde bekundet, ist auch vielen Menschen wichtig.

 

Kirche ist für jeden da

„Es verbindet uns ganz viel“, stellte Pastor Schmidt zwischendurch fest, so beispielsweise, dass die Kommune auf Landesebene mit der Landesregierung im ständigen Dialog ist, die Kirche ebenso mit der Landeskirche. Ebenso fängt Kirche auch mit Krabbelgruppen an und hört mit Seniorennachmittagen noch lange nicht auf, man ist also für jeden da und eine enge Vernetzung könne daher nur Vorteile haben. Daher war er auch froh, dass der Bürgermeister seiner Einladung gefolgt war und etliche Menschen diesen Abend nutzten, um sich wirklich einmal ungezwungen auszutauschen und über den einen oder anderen Punkt zu informieren.

Die Reihe „Gemeinde in der Kneipe“ soll auf jeden Fall fortgesetzt werden, der nächste Termin ist für März geplant, der übernächste dann für Mai, wo es übrigens mit Brot und Fisch um die Speisung der 5.000 gehen soll. Ob allerdings so viele Lauterberger der Einladung folgen, muss sich erst noch zeigen.


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