Geschrieben von PM EVLKA am 04. Juli 2020
Marcus Warlich hat Prüfung zum Prädikanten bestanden
Bad Lauterberger Unternehmer darf künftig Gottesdienst- und Abendmahlsfeiern leiten

Energieanlagenelektroniker, Dipl.-Forstwirt, Wi.-Ing. (FH), Prediger: Marcus Warlich hat mit einer Prüfung seine Ausbildung zum Prädikanten abgeschlossen. „Predigen ist was völlig anders als mein Beruf und ein wichtiger Teil in meinem Leben“, sagte der Unternehmer. In der Prüfung, dem sogenannten Prädikantenkolloqium, musste Warlich am Mittwoch im Hildesheimer Michaeliskloster unter anderem Regionalbischof Eckhard Gorka drei Predigten vorstellen.
Der Bad Lauterberger bereite gerne Gottesdienste vor, „um auch den Kopf frei zu bekommen.“ Seit vielen Jahren engagiert sich Warlich in den Kirchengemeinden, ließ sich zum Lektor ausbilden. „Predigen beginnt für mich damit, einen Gottesdienst vorzubereiten und dabei nie den Blick auf die Gemeinde zu verlieren."
Rund drei Jahre dauerte die Weiterbildung zum ehrenamtlichen und eigenständigen Prediger. Regionalbischof Gorka lobte das Engagement des Prädikanten. „Viele bringen für ihre wertvolle Arbeit die Erfahrungen aus ihren Berufen mit ein, ihre Lebenserfahrung und ihre einzigartigen Begabungen.“ Die Predigten seien heute vielmehr ein Erzählen als ein Dozieren, mehr Trost spenden als Belehrung. „Prädikantinnen und Prädikanten sind ein Schatz der Kirche.“ Gorka ermutigte zur regelmäßigen Feier des Abendmahls, wenn dies unter Corona-Bedingungen wieder möglich sei.
Die Ausbildung zum Prädikanten ist ein vielstufiger Prozess. In einer ersten Phase lassen sich Ehrenamtliche in den Gemeinden zu Lektorinnen und Lektoren weiterbilden. Diese dürfen selbst Gottesdienste leiten, orientieren sich dabei jedoch an existierenden Vorlagen. Prädikantinnen und Prädikanten vertiefen später diese Kenntnisse über theologische Inhalte und die Gestaltungen von Gottesdiensten. Am Ende der Ausbildung dürfen Prädikantinnen und Prädikanten ihre Predigten vollständig selbst erstellen und das Abendmahl mit der Gemeinde feiern.
Im Sprengel Hildesheim-Göttingen gibt es seit 2008 zudem die Initiative „einfach.Gottesdienst.feiern“. Insbesondere kleine Kirchengemeinden, in denen nur in größeren Abständen Gottesdienst gefeiert werden kann, ermöglicht die Initiative durch von Ehrenamtlichen gestaltete Andachtsformen ergänzende spirituelle Angebote. Inzwischen beteiligen sich Kapellen- und Kirchengemeinden nahezu aus dem ganzen Sprengel an „einfach.Gottesdienst.feiern“.
Der Sprengel Hildesheim umfasst den südöstlichen Teil der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit rund 500.000 Protestanten und 700 Kirchen und Kapellen. Er entstand 2007 aus dem Zusammenschluss der Sprengel Hildesheim und Göttingen. Regionalbischof ist seitdem Eckhard Gorka. Sitz des Sprengels ist am Michaeliskloster in Hildesheim.