Geschrieben von Pastor Simon Burger am 28. Juli 2022
Eine ganz besondere Woche
Konficamp der Bäderregion im Pfadfinderzentrum auf dem Donnerskopf vom 15.07. bis 22.07.2022
Es ist schon eine gute Tradition und so ging es auch dieses Jahr in der ersten Woche der Sommerferien wieder für die Konfirmand*innen der Bäderregion (Bad Sachsa, Bad Lauterberg, Barbis, Bartolfelde, Osterhagen und Steina) zusammen mit zahlreichen Teamer*innen und in diesem Jahr erstmals auch weiteren externen jugendlichen Mitfahrer*innen auf das beliebte Konficamp. Aufgrund von zahlreichen coronabedingten Absagen war die Gesamtgruppe mit insgesamt 64 Personen etwas kleiner als in den letzten Jahren. Geleitet wurde das Camp von Diakon Axel Peter und Pastor Simon Burger, sowie dem Leitungsteam bestehend aus den jungen Erwachsenen Marius Bergmann, Daniel John, Kimberley Krautz und Louisa Boger.
Das Konzept ging wieder voll auf und die Jugendlichen erlebten eine intensive und absolut erinnerungswürdige gemeinsame Woche. Den Konfirmandenunterricht in den Vormittagseinheiten zu den Themen „Ich“, „Liebe“, „Tod und Abschied“, „Gott“ und „Gebet“ übernahmen wieder die Teamer*innen, Jugendliche, von denen einige selbst vor einigen Jahren noch Konfirmand*innen gewesen waren.
Ebenso wurden sowohl das nachmittägliche Freizeitangebot als auch die kreativen Arbeitsphasen mit unter anderem einem selbstentwickelten Escape-Spiel zum Thema „Liebe“ sowie das Abendprogramm von den insgesamt 30 Teamenden geleitet. Bei den Morgenandachten, beim Mittagsgebet und den Abendandachten wirkten zudem noch Konfirmand*innen und weitere externe Mitfahrer*innen mit, sowie beim komplett selbstgestalteten Konficamp-Gottesdienst, mit drei tollen Kurzpredigten von Jugendlichen, am Nachmittag des vorletzten Tages.
Das Besondere des Konficamps sind die Struktur und die Aufgaben für die Teamenden. Sie übernehmen so viel Verantwortung wie sonst fast nirgends. Erstmals waren in diesem Jahr auch zehn externe Jugendliche mit dabei, die zwar sonst nicht am Konfirmandenunterricht teilnehmen, aber Lust hatten, beim Konficamp mit dabei zu sein. Für einige von diesen Jugendlichen war dies der erst intensive Kontakt zur Kirche und zum christlichen Glauben überhaupt. Umso schöner und beeindruckender war es, dass gerade einige von diesen Jugendlichen am Ende bei den Abend- und Morgenandachten intensiv mitwirkten und im Konficamp-Gottesdienst ein selbstformuliertes Gebet vortrugen.
Wie in jedem Jahr gab es auch in diesem Jahr eine intensive Jungteamer*innen-Schulung durch langjährige und erfahrene Teamer*innen. Die Jungteamer*innen, die alle selbst im letzten Jahr noch Konfirmand*innen waren, bekamen in dieser 4tägigen Schulung die wichtigsten Pflichten und Aufgaben eines Teamenden beigebracht. Parallel zu dieser Schulung übernahmen die Jungteamer*innen bereits erste kleine Aufgaben im Camp und leiteten verschiedene Dinge an.
Etwas ganz Entscheidendes sind die „KU-Kleingruppen“. Die sind die ganze Woche gleich besetzt. Hier findet der eigentliche Unterricht statt. Die KU-Teamenden bauten eine nahe Beziehung zu „ihren“ Konfis und den weiteren Jugendlichen auf und diese KU-Gruppen traten bei den Spielen „Wetten, dass“ und „Schlag den Teamer“ gegeneinander an. Und wenn man sich dann so gut kannte und vertraute, wurden die Gespräche über die erste Liebe, über sich selbst, über das eigene Gottesbild, über die verstorbene Oma dann auch sehr emotional. Im Konficamp durfte geweint werden und man wurde dann auch in den Arm genommen und getröstet. Das sind prägende Erfahrungen.
Wenn Jugendliche dann auch Wetten gegen die Leitungsteamer gewannen, wenn die Leitungsteamerin sich um Schmerzen, Verletzungen und Heimweh kümmerte, wenn Konfis und Teamende gemeinsam eine Traumreise machten, dann wurde christliche Gemeinde erlebt. Dabei glich die Tagesstruktur fast dem klösterlichen Leben: Das Wecken geschah mit Chorälen, dann folgte die Morgenandacht im großen Kreis. Die Mahlzeiten wurden mit einem Tischlied begonnen und der Tag mit dem Tagesschluss mit Vater Unser und Segen beendet. Dabei durften natürlich Kerzen und fetzige Gitarren- und Cajonbegleitung nicht fehlen. Beim Abschied am letzten Tag flossen dann auch einige Tränen und viele Konfis und Jugendliche erklärten auf der Busheimfahrt: „Nächstes Jahr komme ich wieder – dann als Jungteamerin bzw. Jungteamer".
Im nächsten Jahr wird das Konficamp dann wahrscheinlich wieder mit circa 80-85 Teilnehmer*innen vom 07.07.2023 bis zum 14.07.2023 stattfinden. Diesmal fahren wir in ein schönes Gruppenhaus in die Niederlande.






