Geschrieben von Christian Dolle (Kirchenkreis Harzer Land) am 17. September 2025
Arbeit kann nicht alles sein
Sommerfest der Osteroder Tafel
Die Kinder kamen aus dem Lachen kaum heraus, als dem Kellner Achim die auf seinem Kinn balancierten Teller in die Menge fielen. Zum Glück ein Trick, denn Achim von Pico Bello war natürlich engagiert, um das Publikum des Sommerfestes der Tafel mit seinen Späßen und Zaubertricks zu unterhalten. Bei den Kindern wie gesagt und auch bei den Erwachsenen kam das richtig gut an, genau wie das Sommerfest am vergangenen Samstag insgesamt, das die sonst eher ernsten Aspekte der Tafel für ein paar Stunden in den Hintergrund drängte.
Die Osteroder Tafel ist mit ihren elf Ausgabestellen in der gesamten Region ein weit verzweigtes Netzwerk, das Lebensmittel davor rettet, weggeworfen zu werden, und viele Menschen versorgt, für die ausgewogene Ernährung eine finanzielle Hürde darstellt. Auf der einen Seite also Korrektiv für Überproduktion und Kapitalismus, auf der anderen Stärkung des sozialen Gefüges und Ausgleich politischen Versagens. Vor allem aber ist die Tafel eine gemeinnützige Organisation, bei der viele Menschen ehrenamtlich arbeiten.
Viele holen regelmäßig Waren von Supermärkten ab, sortieren und lagern sie, bereiten die Kisten vor, geben sie an die Kund*innen aus. All das aus der Überzeugung heraus, das Hilfe beiden Seiten gut tut. Definitiv eine logistische Leistung, die Professionalität verlangt.
Umso wichtiger ist eben auch das Persönliche. Der herzliche Umgang untereinander und mit den Kund*innen, auch mal gemeinsam lachen können und nicht zuletzt auch die Wertschätzung von außen. Die brachte beim Sommerfest Osterodes Bürgermeister Jens Augat zum Ausdruck, vor allem aber auch viele Menschen, die auf die Arbeit der Tafel angewiesen sind, diesen Beitrag zum Sozialstaat, von dem sich viele im Stich gelassen fühlen, zu schätzen wissen.
Bratwurst. Kaffee etc. waren das eine, Wichtelpakete und der Stand des Vereins Lyrik lebt das andere, was das Angebot rund machte. Vor allem aber waren es die Gespräche mit vielen, die da waren. „Dieser persönliche Austausch ist so wichtig“, betonte auch Vorstandssprecher Henning Willig. Insofern war es ein voller Erfolg.