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Geschrieben von Daniela Hubrich (Kirchenvorstand St. Thomas-Gemeinde Scharzfeld) am 03. November 2014
Kirchen

Zwei ganz besondere Stunden in der Kirche

St. Thomas-Gemeinde Scharzfeld „wagte“ zur Zeitumstellung und zum Reformationstag zwei etwas andere Gottesdienste

Die ins Fackellicht getauchte St. Thomas-Kirche in Scharzfeld.
Die ins Fackellicht getauchte St. Thomas-Kirche in Scharzfeld.

Die Scharzfelder St. Thomas-Gemeinde hat innerhalb weniger Tage zwei sehr außergewöhnliche, stimmungsvolle Gottesdienste gefeiert. Der erste fand mitten in der Nacht „Zwischen den Zeiten“ statt, genauer gesagt am Sonntag (26.10.2014) von 2.50 bis 2.10 Uhr. Ja, Sie haben richtig gelesen – zur Zeitumstellung wurde die Uhr ja zurückgedreht, die Stunde von 2 bis 3 Uhr gab es gleich zwei Mal. Auch der Reformationstag am Freitag (31.10.2014) fand in Scharzfeld seinen Ausklang mit einem besinnlichen und nachdenklich stimmenden Gottesdienst.

 

„Zwischen den Zeiten“

Ein romantischer Gottesdienst? Das war es ganz bestimmt, schon allein der Fackeln und der dunklen Kirche wegen. Aber es war nicht nur das: Wenn mehr als fünfzig (!) Menschen sich in der Nacht treffen, um gemeinsam zu beten, wie die Mönche zu singen (mit Orgelbegleitung) und zum Abschluss noch bei einer guten Suppe und einer heißen Tasse Kaffee gemeinsam zu reden, das ist schon etwas ganz Besonderes. Die schöne Predigt von Pastor Andreas Schmidt regte zum Nachdenken an: Wie gehen wir mit unserer Zeit um, wer bestimmt unsere Zeit, können wir die Zeit wirklich zurückdrehen? Diese Stunde jedenfalls haben die Besucher gut genutzt.

 

Reformationsgottesdienst

Auch den Reformationstag ließ die St. Thomas-Gemeinde in diesem Jahr mit einem sehr schönen, besinnlichen und nachdenklich stimmenden Gottesdienst ausklingen. Der Reformationstag, gerade im Hinblick auf das Lutherjahr 2017, ist doch ein sehr wichtiger Tag nicht nur für die evangelische, sondern auch für die katholische Kirche. Angestoßen durch Martin Luthers Wirken, Eingreifen, Engagement haben sich weit reichende Reformen entwickelt. Natürlich gab es auch die Schattenseiten, nicht zuletzt für Luther selbst.

In seiner Ansprache hat Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Gückel das Thema Reformen und Reformation auf sehr informative und auch persönliche Weise beleuchtet. Reformen gebe es nicht nur auf politischer und kirchlicher Ebene, sondern ein jeder Mensch solle sich überlegen, wie er sich reformieren, also erneuern, könne. Da gehe es um Verspüren und Verkosten der Dinge von innen her, wie Ignatius von Loyola sagte. Warum nicht den Tag mit Luthers Morgensegen beginnen oder mittags einmal für die Speisen danken?

Auch Pastor Andreas Schmidt hat natürlich dieses Thema zum Inhalt seiner Predigt gemacht. Und dank der Organistin konnten die Besucher die nicht ganz einfachen „Lutherlieder“ mit Begleitung schmettern. „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen.“

Nach dem Gottesdienst wiesen Fackeln den Weg ins Gemeindehaus, wo die Besucher bei Gemüsesuppe, Reformationsbrötchen und einem leckeren Nachtisch sowie natürlich einer schönen Tasse Kaffee ausreichend Gesprächsstoff hatten. Eine schöne Art, einen großen Tag mit einem Gebet und Gesprächen abzuschließen.


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