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Freitag, 14. Juni 2024
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Geschrieben von Mareike Koch /PM am 06. Juli 2015
Kirchen

Sparzwänge auch im Kirchenkreis

Kirchenkreistagssitzung: Pfarrstellen einsparen, Kirchenkreisämter fusionieren - und Pastorin Beiße wird 2.stellvertretende Superintendentin

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"Die Mitglieder laufen aus dem Harz weg": Pastor Uwe Brinkmann hatte keine guten Nachrichten zu verkünden
"Die Mitglieder laufen aus dem Harz weg": Pastor Uwe Brinkmann hatte keine guten Nachrichten zu verkünden

Wenn andere gemütlich im Garten sitzen und grillen, oder die Füße in den Pool oder Harzer Teich halten, kommt der Kirchenkreis Harzer Land zu seiner Sitzung zusammen. So war es zumindest am Freitagabend: Trotz bestem Sommerwetter war die Festhalle Dorste ganz gut gefüllt, denn es standen wieder einmal wichtige Themen an, und eine Tagesordnung, die Geduld erforderte. Den Anfang machten die Finanzplanung für die Jahre 2017 bis 2022 und die nicht so sonnigen, demografischen Aussichten. „Wir haben einen Kirchenkreis, der völlig anders tickt, als die anderen“, verdeutlichte Pastor Uwe Brinkmann in seinem Bericht aus der Synode. „Seit 30 Jahren haben wir 850 bis 1050 Beerdigungen pro Jahr – das wird die nächsten 20 Jahre so bleiben.“ Hinzu komme, dass viele junge Menschen wegzögen: „Uns laufen nicht die Mitglieder weg – die Mitglieder laufen aus dem Harz weg“, fand er deutliche Worte.

Finanzielle Einbußen und Einsparungen

Für den Kirchenkreis Harzer Land bedeutet dies deutliche Einbuße: In den ersten Jahren werden etwa 83 000 Euro weniger zugewiesen, 2021/2022 dann etwa 250 000 Euro. Aufgefangen werden könnte dies eventuell durch einen Strukturanpassungsfonds, der vom Landeskirchenamt zwar vorgeschlagen, aber noch nicht beschlossen wurde. Superintendent Volkmar Keil betonte, dass für 2017 bis 2022 nun bis Januar 2015 ein Stellenplan aufgestellt werden müsse, den die Landeskirche einfordert. Der Planungsprozess werde aber bis 2018 andauern, so dass nachjustiert werden könne. „Unser Vorschlag ist, die 83 000 Euro gleichmäßig für alle bei der Gemeindefinanzierung zu kürzen und die drei einzusparenden Pfarrstellen im Jahr 2021 und 2022 linear nach Regionen aufzuteilen – eben schematisch.“ Der Plan entstehe in jedem Fall gemeinsam und in unterschiedlichen Workshops und Planungsgruppen – noch müsse keine Entscheidung getroffen werden. Aber in der nächsten Sitzung im November, nach Sammlung der Ideen und Anregungen aus den Kirchengemeinden, werden die Planungen konkreter. Nach diesen Prognosen war die Kreativität aller gefragt: Sie konnten den Arbeitsgruppen Anregungen zu den Grundstandards „Verkündigung, Gottesdienst & Seelsorge“, Kirchenmusik und kirchliche Kulturarbeit, Bildungsarbeit, kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Diakonie, Leitung und Verwaltung mit auf den Weg geben.

Diakoniefonds wird eingerichtet

Erfreuliches Thema der Kirchenkreistagssitzung war die Einrichtung eines Diakoniefonds. In den Altkirchenkreisen Herzberg und Osterode waren bis zur Fusionierung zum Kirchenkreis Harzer Land Diakoniefonds vorhanden, die in besonderen Fällen Unterstützung leisteten. Die 10 000 Euro daraus sollen nun in den neuen, gemeinsamen Fonds des Kirchenkreises Harzer Land einfließen. Unterstützt werden Einzelfallhilfen und Beratung in besonderen Problemsituationen, die die Diakoniemittel einer Kirchengemeinde übersteigen. Außerdem werden daraus diakonische Projekte des Kirchenkreises oder seiner Kirchengemeinden gefördert. Letztere beteiligen sich am Diakoniefonds durch einen Beitrag nach ihrem Ermessen. Wird finanzielle Hilfe für jemanden benötigt, können die Kirchengemeinden Anträge auf Förderung an das Diakonische Werk des Kirchenkreises stellen. Beratungsstellen gibt es in Clausthal-Zellerfeld, Osterode und Herzberg.

Fusion der Kirchenkreisämter

Als unumgänglich hat sich im Laufe der Jahre die Fusion der Kirchenkreisämter Osterode und Northeim erwiesen. Mit dem Landeskirchenamt konnte verhandelt werden, dass die Fusion spätestens zum 1. Januar 2019 erfolgen muss. Der Standort des gemeinsamen Kirchenamtes ist Northeim. Ab diesem Datum gibt es nur noch eine Amtsleitung, eine – und nach Bedarf zweite – Stellvertretung sowie je Fachbereich eine Abteilungsleitung. Bis zum 31. Dezember 2022 behält Osterode eine Art Nebenstelle –allerdings ohne eigenständige Sachbearbeiter. Und ab dem 1. Januar 2023 ist dann nur noch ein Front-Office in Osterode – zudem bleibt die betriebswirtschaftliche und pädagogische Leitung des Kindertagesstättenverbandes. „Das ist das absolute Optimum, das für den Standort Osterode zu erreichen war. Denn das dortige Kirchenkreisamt ist langfristig nicht überlebensfähig“, kommentierte Volkmar Keil. In seinem Ephoralbericht ging der Superintendent darauf ein, dass die künftigen Herausforderungen nicht als negativ anzusehen seien: „Wir leben in spannenden Zeiten: Wir sind dabei, den Kirchenkreis bedarfsgerecht umzubauen. Ich freue mich darauf!“

Freude kam auch bei Kreisjugendwart Axel Peter auf: Der Kreisjugenddienst bekommt für ein Jahr Unterstützung durch eine Jugendliche im Bundesfreiwilligendienst. 50 Prozent der Kosten werden durch eine Förderung der Landeskirche gedeckt, 50 Euro pro Monat steuern die Kirchengemeinden der Bäderregion bei und der Kirchenkreis deckt den Rest der Kosten in Höhe von 2300 Euro durch Rücklagen der Jugendarbeit.

Eine Neuerung gibt es noch: Da Pastor Bernd Menzel als 1. stellvertretender Superintendent zurücktrat, fand eine Neuwahl im Konvent statt. Pastor Walter Merz als vorher 2. ist nun 1. Stellvertreter und Pastorin Alexandra Beiße wurde zur 2. stellvertretenden Superintendentin gewählt. In geheimer Abstimmung wurde die Wahl am Freitag bestätigt.


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