Geschrieben von ski am 17. Januar 2012
Brass Band Berlin: Toller Auftakt zum Jubiläum des Kurhauses
Vor praktisch ausverkauftem Hause (wie Renate Dittmar vom Kulturkreis erklärte, hatte man sich kurzfristig sogar entschlossen, noch zwei zusätzliche Stuhlreihen aufzubauen) fand am vergangenen Samstag ein Neujahrskonzert "mit Witz, Frack und Charme" statt. Die Brass Band Berlin begeisterte ihr Publikum mit einem ebenso mitreißenden wie vergnüglichen Programm.
Unter der Leitung des Percussionisten Thomas Hoffmann boten die elf Musiker - allesamt Profis in Diensten der großen Berliner Orchester - gleichzeitig erstklassigen Big Band-Sound und Slapstick, Parodien und herausragende Soli. Hoffmann als Bandleader begnügte sich nicht damit, seine Mitmusiker zu dirigieren und dabei rasend schnell Xylophon zu spielen, er hüpfte auch wie ein Derwisch über die Bühne, um im passenden Moment mit schelmischem Blick seine um den Hals gehängten Cymbeln oder einen aus dem Jackett geholten Revolver ertönen zu lassen. Schließlich gab er noch den hauchenden Gesangspart der Marilyn Monroe, freilich ohne deren Traummaße zu haben, worauf Saxophonist Tobias Schiller hinwies.
Von Ravels Bolero bis zu den Wagner-Opern wurde alles Denkbare für die Besetzung der Brass-Band arrangiert und freizügig mit einer Extraportion Jazz und Groove versehen. Immer wieder konnten dabei die einzelnen Musiker beweisen, dass jeder einzelne von ihnen auch als Solist brilliert. Ohne dabei die Leistungen der anderen im Geringsten zu schmälern, war dabei aber der Trompeter Lev Shpigel noch einmal eine Klasse für sich.
Zu wünschen ist, dass das reichhaltige Programm zum hundertjährigen Kurhausjubiläum auch bei den künftigen Veranstaltungen so gut vom Publikum angenommen wird.
