Geschrieben von Christian Dolle am 08. August 2023
Fünf lesenswerte Debütromane
Shortlist für den Krimipreis Harzer Hammer 2023


So schwer war es noch nie. Lange saß die Jury des Mordsharz-Teams über den Einsendungen zum Nachwuchspreis Harzer Hammer. Etliche Krimi- und Thrillerautor*innen hatten ihre Erstlingswerke eingereicht, in großen oder auch ganz kleinen Verlagen erschienen, vom eher humorvollen Krimi bis hin zum gruseligen Thriller. Gar nicht so leicht, all das miteinander zu vergleichen.
Seit 2018 lesen Roland Lange, Christoph Lampert, Andreas Sack und Christian Dolle sowie geheime Jurymitglieder die eingesendeten Bücher, um dann kurz vorm Harzer Literaturfestival darüber zu diskutieren und die fünf besten für eine Shortlist zusammenzustellen. „Selten gingen die Meinungen so weit auseinander“, sagt Brockenhauschef Christoph Lampert zur diesjährigen Jurysitzung.
Das spricht natürlich vor allem für die Qualität der teilnehmenden Werke. Die Vielfalt des Genres macht es natürlich nicht leichter, da nun mal jeder andere Vorlieben hat. „Diese Diskussion über Literatur macht unglaublich viel Spaß“, zieht Autor Roland Lange Bilanz. Am Ende gelingt die Einigung dann nämlich doch.
So gab es nach intensivem Austausch schließlich doch fünf Bücher, die für den diesjährigen mit 1000 Euro dotierten Preis nominiert sind:
- Andrea Bonetto: Abschied auf Italienisch (Droemer). Ein an der ligurischen Riviera spielender Krimi um einen Kommissar, der neben dem eigentlichen Fall auch noch etliche private Fälle zu lösen hat.
- Peter Klisa: In den letzten Stunden der Dunkelheit (Heyne). Ein Thriller über eine Einheit der US-Army, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs einen deutschen Wissenschaftler entführen soll.
- Peter Lorath: Fluch der Venus (Piper). Ein historischer Krimi im Wien des Jahres 1880, der mit dem Mord an einer Prostituierten beginnt und in die verschiedenen Milieus der Stadt führt.
- Marco Schreiber: Marschblut (Niemeyer). Zwei Kommissare ermitteln an der Nordsee im Mordfall eines Finanzbeamten, der zunächst nach einem Selbstmord aussah, hinter dem aber deutlich mehr steckt.
- Antje Zimmermann: Frau Faust (Piper). Der Tod einer Bestsellerautorin ruft eine ehemalige Boxerin und jetzige Kommissarin auf den Plan, die eine gemeinsame düstere Vergangenheit mit dem Opfer verbindet.
Alle fünf Krimis bzw. Thriller sind absolut lesenswert und bis zur Verkündung des Harzer Hammer-Preisträgers oder der -Preisträgerin am 13. September in der Remise in Wernigerode ist ja noch Zeit, das eine oder andere Buch zu lesen.
Das gesamte Programm des diesjährigen Mordsharz-Festivals gibt es auf www.mordsharz-festival.com, ebenso Informationen zu den Autor*innen, zu den Veranstaltungsorten in Wernigerode, Goslar, Nordhausen und Walkenried wie auch zum Kartenvorverkauf.