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Geschrieben von Christian Dolle am 12. November 2023
Kultur und mehr

Der Meister der mystischen Kreaturen

Florian Schäfer veröffentlicht zwei Bücher zu Forgotten Creatures

Florian Schäfer beim Interview in Göttingen. Fotos: Christian Dolle
Florian Schäfer beim Interview in Göttingen. Fotos: Christian Dolle
Florian Schäfer bei einer Lesung in Bad Sachsa.
Florian Schäfer bei einer Lesung in Bad Sachsa.
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Kobolde kennen wir vor allem als Pumuckl oder vielleicht aus Dungeons & Dragons. Diese Vorstellungen haben allerdings wenig mit den echten volkskundlichen Überlieferungen zu tun, sagt Florian Schäfer, der sich als Naturwissenschaftler mit Kreaturen aus Sagen, Legenden und Märchen befasst. Er erforscht das oft vergessene mythologische Kulturerbe im deutschsprachigen Raum und erweckt manche Gestalten sozusagen auch wieder zum Leben.

„Forgotten Creatures“ nennt Florian sein Projekt, das nach außen hin vor allem aus von ihm gebauten Figuren besteht, die er nach alten Überlieferungen gestaltet. Es ist jedoch mehr als das, denn er möchte auch in die Welt dieser Geschichten einführen und den Wesen auf den Grund gehen. Kobolde beispielsweise, so erläutert er, wurden schon im 12. Jahrhundert schriftlich erwähnt und waren ursprünglich eine schützende Macht im Haus, oft der Totengeist desjenigen, der das Haus errichten ließ, und nun darin wacht.
Florian studierte in Göttingen, recherchiert dort noch heute häufig in der Unibibliothek und wurde so nach und nach zum Experten für jene vergessenen Kreaturen wie Drachen, Einhörner und viele andere. „Moral ist immer ein großes Thema, weil solche Sagen auch genutzt wurden, um menschliches Zusammenleben zu erklären“, schlägt er den Bogen zu kulturwissenschaftlichen Aspekten seiner doch ein wenig fantastisch klingenden Leidenschaft.

Immer wieder gelange er bei seinen Recherchen auch in „Schwurbelbereiche“, also in die Parapsychologie oder in die Esoterik. Seiner Meinung nach standen Wissenschaft und Aberglaube etc. schon immer nebeneinander, wie sie es ja auch heute in einigen Bereichen wieder tun. „Es gab immer diejenigen, die auszogen, Einhörner zu suchen, es gab die, die sie ‚fanden‘ und verkauften, und es gab die, die versuchten, es zu erklären. Letzteren hat man immer sehr wenig zugehört.“
Er sieht sich jedenfalls der letzten Gruppe zugehörig, will über Volksglauben informieren und aufklären. Das tut er zum einen in Hann.Münden im sogenannten Kabinett der Kreaturen, in dem es die Forgotten Creatures zu bewundern gibt. Als Verein betrieben unter einem Dach mit Dr. Wolfs Wunderkammer gibt es dort mehr als 2000 Exponate und ihre Geschichten zu bestaunen.
Zum anderen schreibt er auch Bücher über dieses Thema, in der kommenden Woche erschient das Sachbuch „Fabeltiere“, das verschiedene Gestalten aus der Mythologie in Wort und Bild vorstellt. Weiterhin ist seit Oktober sein illustrierter Roman „Fast vergessene Fabelwesen“ erhältlich, in dem sich Florians Protagonist und Alter Ego Konstantin O. Boldt auf die Suche nach eben jenen Wesen macht und in Form eines Tagebuchs über seine Reisen und Erlebnisse schreibt.

Ein ausführliches Interview, in dem Florian noch mehr zu seinen Forgotten Creatures erläutert, gibt es hier auf YouTube: https://youtu.be/I6RjIBSQFNg?si=OV2TnEmYc1OLkU9O


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