Geschrieben von Förderverein Schloss Herzberg e.V. am 02. Juni 2024
Die Welfen in unserer Region
Dr. Gudrun Pischke referierte im Rittersaal des Schlosses Herzberg
Frau Dr. Gudrun Pischke vom Institut für Historische Landesforschung der Uni Göttingen war kürzlich zu Gast im Rittersaal des Schlosses Herzberg und referierte zu den Welfen und ihrem Wirken in unserer Region. Die Welfen zog es schon um 1100 nach Sachsen. Zu nennen sind Heinrich der Schwarze, der, aus der Ravensburger Gegend kommend, in „Lüneburg einheiratete“. Sein Sohn Heinrich der Stolze wiederum gewann durch die Ehe mit Gertrud von Sachsen, einer Tochter des Kaisers Lothar III. den Bereich um Braunschweig hinzu. Schließlich stieg Heinrich der Löwe durch weiteren Landzuwachs und Bündnisse zum mächtigsten Fürsten und Erzrivalen seines Vetters, des Stauffers Friedrich Barbarossa, auf. Hierzu zählt auch der Gütertausch der Ländereien seiner Frau Richenza in Badenweiler gegen die Burgen Scharzfels und Herzberg sowie Hof Pöhlde. Den Kampf gegen Barbarossa verlor er jedoch, wurde entmachtet und verlor die Herzogtümer Sachsen und Bayern.
Schließlich konnte sein Enkel Otto das Kind wieder in den Rang der Fürsten aufsteigen und bekam das Herzogtum Lüneburg, aus dem später Braunschweig und Lüneburg wurde, zum Lehen. Die folgenden Generationen teilten das Herzogtum immer wieder in kleinere Fürstentümer auf. Fürstentümer entstanden, gingen in andere über oder verschwanden in den nächsten dreihundert Jahren, bis sich die Welfen gegen die Erbteilung aussprachen und so wieder an Einfluss gewannen. Ein weiterer Schwerpunkt im Vortrag waren die Stadtgründungen wie Duderstadt, Osterode und Einbeck sowie die Grablegungen zum Beispiel in Osterode oder Königslutter.
Die Referentin schloss ihre geschichtliche, mit vielen Fakten gespickte Betrachtung mit dem Ende der Linie der Fürsten von Grubenhagen ab. Wie schon bei vergangenen Vorträgen ging sie kompetent auf die Fragen der Zuhörer ein.

