Geschrieben von Dorothea Peppler am 19. Dezember 2025
Festliches Weihnachtskonzert bei Kerzenschein in der St. Andreas-Kirche am 27.12. um 19:30
„Frohlocket, ihr Völker“ - Kantaten von Bach, Kuhnau, Erlebach und Homilius
Auf dem Programm des jährlichen großen oratorischen Weihnachtskonzert bei Kerzenschein am 3. Weihnachtsfeiertag in der ev. Luth. St. Andreaskirche Bad Lauterberg stehen in diesem Jahr ganz besonders festliche und strahlende Kantaten des Barocks, die eher selten zu hören sind:
- Johann Sebastian Bach: Kantate 110 "Unser Mund sei voll Lachens"
- Philipp Heinrich Erlebach: "Das Wort ward Fleisch"
- Gottfried August Homilius: "Uns ist ein Kind geboren"
- Johann Kuhnau: „Frohlocket, ihr Völker, und jauchzet ihr Heiden“
Von Johann Sebastian Bach gibt es zum Weihnachtsfestkreis nicht nur das Weihnachtsoratorium, sondern etliche weitere ebenso prächtige Kantaten, von denen eine die Nr. 110 „Unser Mund ist voll Lachens“ ist (aus dem Dritten Kantatenjahrgang von 1723 für den 1. Weihnachtsfeiertag). Der Text des hochvirtuosen Eingangschores, den Bach kunstvoll in eine frühere Orchestersuite eingearbeitet hat, lautet folgend: … und unsere Zunge voll Rühmens, denn der Herr hat Großes an uns getan!“
Dieser jubelnde und prunkvolle Grundaffekt ist auch in der Kantate des Dresdener Frauenkirchen-Organisten und Hofkapellmeisters Gottfried August Homilius, der als Jura-Student in Leipzig zeitweise Schüler Bachs war, zu finden (vollendet in 1765). Johann Kuhnau war der Vorgänger Bachs im Leipziger Thomaskantorat, die Entstehungszeit seiner Kantate lässt sich im Zeitraum von 1640 -1710 leider nicht genau festlegen. Von seinem immensen Schaffen hat sich leider nur ein Bruchteil erhalten, der aktuell neu herausgegeben wird und noch selten und vielleicht auch erstmalig zu hören sein dürfte. Philipp Heinrich Erlebach ist in Esens (Ostfriesland) geboren, war aber die meiste Zeit seines Lebens am Hof Schwarzburg-Rudolstadt in Thüringen tätig. Auch seine Kantate, die in diesem Programm die älteste ist und die Tradition des geistlichen Konzerts von Heinrich Schütz fortführt, ist geprägt von einem festlichen und triumphierenden Grundcharakter.
Für den mit Trompeten, Pauken, Oboen und Streichern sehr strahlend besetzten Orchesterpart konnte das Barock-Ensemble „sine limite“ (Konzertmeisterin Eva Politt) aus Hannover gewonnen werden.
Die Solo-Partien übernehmen
- Johanna Ness (Göttingen), Sopran,
- Amélie Franck (Belgien), Alt, Jan Kobow (Berlin), Tenor und José V. López de Vergara (Bad Sachsa).
Den Chor bildet das kammermusikalisch und semi-professionell besetzte Projekt-Vokalensemble St. Andreas. Die musikalische Gesamtleitung hat Kantorin Dorothea Peppler.
Nicht nummerierte Eintrittskarten zu 20 Euro (Kinder und Jugendliche 10 Euro) gibt es im Vorverkauf (Janssen-Apotheke, Apotheke am Postplatz, am Montagvormittag, 22.12. im Gemeindebüro) sowie ab 18.45 an der Abendkasse.
