Geschrieben von
Prof. Dr. Berend Willms am 09. Dezember 2018
Kultur und mehr
Mit Weihnachten kommen Hänsel und Gretel ...
... in das Theater Nordhausen
v. li. Amelie Petrich (Gretel), Carolin Schumann (Hänsel), Foto: András Dobiv. li. Anja Daniela Wagner (Knusperhexe), Carolin Schumann (Hänsel), Foto: András Dobiv. li. Anja Daniela Wagner (Knusperhexe), Amelie Petrich (Gretel), Foto: András DobiAnja Daniela Wagner (Knusperhexe), Foto: András Dobi
Hänsel und Gretel ist zwar keine Weihnachtsgeschichte, aber viele Opernhäuser haben diese Märchenoper von Engelbert Humperdinck in der Weihnachtszeit in ihrem Spielplan, so auch das Theater Nordhausen. Es ist ja eine rührende Familiengeschichte. Hänsel und Gretel haben bei ihrem Spieltoben den Milchtopf zerbrochen, dafür schickt sie die erboste Mutter in den Wald, um Beeren zu suchen. Sie verirren sich dort, und das Sandmännchen schickt sie in den Schlaf. Vierzehn Engel stehen um sie, „zwei zu ihren Häuptern…“ usw., bis das Taumännchen sie wieder erweckt. Plötzlich stehen sie vor einem Hexenhäuschen voller Süßigkeiten, die Hexe steckt Hänsel hinter Gitter, um ihn zu mästen, Gretel soll zum Lebkuchen gebrannt werden. Es gelingt den Kindern, sich zu befreien, die Hexe in den riesigen Milchtopf zu stoßen, und da gleichzeitig die Eltern auftauchen, feiern alle ein fröhliches Wiedersehen.
Amelie Petrich (Gretel) und Carolin Schumann (Hänsel) sind ein wunderbares Geschwisterpaar, immer lächelnd, immer lustig, und ihr Schutzengel (Uta Haase in einer stummen Rolle) ist immer dabei. Anja Daniela Wagner gibt die böse Knusperhexe, die die beiden verzaubert, überzeugend. Die Eltern werden gesungen von Philipp Franke, dem Besenbinder (Vater) mit seinem kräftigen Bariton und Zinzi Frohwein als Mutter.
Wunderbare, spätromantische Musik von Engelbert Humperdinck, der eine Zeit Assistent von Richard Wagner war, berührt die Seele. Die Kostüme von Elisabeth Stolze-Bley sind phantasievoll, das Bühnenbild märchenhaft und die ganze Inszenierung spannend. Hänsel und Gretel ist eine Oper für Erwachsene und Kinder. Es lohnt sich, sie zu sehen und zu hören.
Weitere Vorstellungen 12.12., 15.12., und 6.1.2019