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Montag, 15. April 2024
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Geschrieben von Boris Janssen am 31. Juli 2014.
Politik

Neues aus der Kreisklasse

MdB Fritz Güntzler (CDU) besuchte auf seiner Sommertour Bad Lauterberger Unternehmen

Station 1: Fritz Güntzler bei Schierker Feuerstein in Bartolfelde.
Station 1: Fritz Güntzler bei Schierker Feuerstein in Bartolfelde.
Geschäftsführer Walter Möller erklärt die Abfüllanlage.
Geschäftsführer Walter Möller erklärt die Abfüllanlage.
Station 2: Der Bundestagsabgeordnete im Modehaus Rudolphi.
Station 2: Der Bundestagsabgeordnete im Modehaus Rudolphi.
Ein Blick auf die Baustelle (von links): CDU-Ratsherren Horst Tichy und Christian Schäfer, Fritz Güntzler und Rudolphi-Geschäftsführer Gido Kröger.
Ein Blick auf die Baustelle (von links): CDU-Ratsherren Horst Tichy und Christian Schäfer, Fritz Güntzler und Rudolphi-Geschäftsführer Gido Kröger.
Station 3: Auf einen Cappuccino in der Konditorei Schnibbe.
Station 3: Auf einen Cappuccino in der Konditorei Schnibbe.
Beim Versprechen „Auf Wiedersehen“ mit (von links) Horst Tichy und Jürgen Schnibbe.
Beim Versprechen „Auf Wiedersehen“ mit (von links) Horst Tichy und Jürgen Schnibbe.

Gleich drei Bad Lauterberger Unternehmen hat der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Göttingen Fritz Güntzler auf seiner Sommertour am Mittwoch (30.07.2014) besucht. Alle drei sind absolut standorttreu und mit ihrer eigenen Situation rundum zufrieden – aber wunschlos glücklich sind sie dann doch nicht. Zu Besuch bei Schierker Feuerstein, Modehaus Rudolphi und Konditorei Schnibbe.

 

„Größe allein ist nicht alles“

Zum Auftakt ging es nach Bartolfelde zu Schierker Feuerstein. Geschäftsführer Walter Möller führte Güntzler sowie die kleine Delegation aus Wahlkreisbüro und CDU-Stadtratsfraktion durch den „kleinen, effektiven Betrieb“, wie er ihn nannte. Natürlich spiele man nicht wie Global-Player Jägermeister in der Champions-League, sondern „vielleicht in der unteren Kreisklasse“. „Aber Größe allein ist nicht alles“, sagte Möller. Das Unternehmen habe einen stabilen Absatz, vor allem in den ostdeutschen Bundesländern. Die guten Beziehungen zu den größten Handelsgruppen Edeka, Rewe, Metro und Schwarz (Kaufland) helfen dabei. „Allerdings setzen die uns auch jedes Jahr bei den Preisverhandlungen die Daumenschrauben an.“

Für Möller steht außer Frage, wo das Unternehmen zu Hause ist: In Schierke steht zwar das Stammhaus, wo auch die geheime Kräuterrezeptur angefertigt wird. Die eigentliche Produktion aber findet in Bartolfelde statt. „Hier sind die Straßenanbindungen viel besser. Und man will auch nicht im Winter mit dem großen Laster da oben in Schierke fahren“, erklärte Möller. Gleichwohl sei die Herkunft „Harz“ bei der Vermarktung durchaus von Vorteil. Alles Gründe, um auf Dauer in Bartolfelde zu bleiben. So verwies der Geschäftsführer gleich auf die vorhandenen Flächen, die für eine eventuelle Expansion zur Verfügung stünden.

Verbundenheit zur Region zeigt das Unternehmen auch, wenn es selbst Kunde ist. Der Alkohol kommt aus Nordhausen, die Transport- und Verkaufskartons von Smurfit Kappa aus Herzberg und von Leopold aus Bad Lauterberg. Nur die speziellen Flaschen beziehe man aus Sachsen vom Glaswerk Ernstthal, so Möller – es gebe einfach keinen vergleichbaren Anbieter in der Region.

Die größten Probleme mache derzeit die Reglementierung der Werbung. Aus Gründen des Jugendschutzes dürfe nur noch mit Personen, die mindestens 25 Jahre alt sind, geworben werden. Und Veranstaltungen für Kinder seien gleich ganz tabu. „Wenn die uns fragen, ob sie für das Schulfest einen Stand leihen können, dann müssen wir das ablehnen.“ Hohe Wellen habe es geschlagen, als in letzter Zeit einmal ein Vater für einen Wettbewerb alte Startnummern vom Dachboden hervorgekramt hatte und die Kinder stolz auf dem Podest standen – mit „Schierker Feuerstein“ auf der Brust. Da sei man vor dem Werberat schon in arge Erklärungsnöte geraten, obwohl man mit der Veranstaltung gar nichts zu tun hatte. Aber natürlich stehe Schierker Feuerstein zu seiner Verantwortung: Man rufe bewusst zu „maßvollem Genießen“ auf und sei prinzipiell gegen Flatrate-Partys und sonstige Besäufnisse.

Dass der Schierker in einer Apotheke seinen Ursprung fand und damit offenbar auch über medizinale Aspekte verfügt, konnte Fritz Güntzler bestätigen: „Das ist sehr gut für die Knie – das habe ich mal nach dem Brockenaufstieg vom Brockenwirt gelernt.“ Bevor die Sommertour dann weiterging, ließ sich Güntzler noch einen Pin in Flaschenform mitgeben, für einen sammelwütigen Saaldiener des Bundestages: „Das sind da in Berlin die wichtigsten Leute.“

(Mehr zum Unternehmen erfahren Sie in einem Artikel zur Betriebsbesichtigung der Bad Lauterberger SPD.)

 

Online-Handel: Keine Gefahr, aber ungerecht

Die zweite Station war das Modehaus Rudolphi, das an seinem einzigen Standort Bad Lauterberg ja derzeit kräftig ausbaut. Das tut die Eigentümerfamilie Kröger freilich nur, weil sie vom Standort überzeugt ist. Gido Kröger nannte denn auch die Vorteile des Bad Lauterberger Boulevards: „Wir haben hier keine übermäßigen Ladenflächen auf der grünen Wiese, die Geschäfte konzentrieren sich auf die Hauptstraße.“

Die Zusammenarbeit mit den Politikern und Behörden vor Ort laufe sehr gut und reibungslos. Doch von höherer Ebene fühlen sich Gido und Carsten Kröger ein wenig im Stich gelassen. Der familiengeführte Einzelhandel habe in Deutschland „Null Komma Null Lobby“, stellte Carsten Kröger fest. Man selber investiere nun Millionen, „wir füllen die Innenstadt mit Leben“ – aber Chancen auf Förderung oder Zuschüsse: Fehlanzeige.

Stattdessen bekomme man mit immer größeren Auflagen Knüppel zwischen die Beine. Zum Beispiel greife durch den Neubau, der auch das Rudolphi-Haupthaus mit E+R verbinden und damit eine zusammenhängende Verkaufsfläche von über 3000 Quadratmetern schaffen soll, plötzlich die Kaufhausverordnung – und damit ein verschärfter Brandschutz. „Da steigen die Kosten ganz schnell um einen sechsstelligen Betrag. Aber der Kunde nimmt das nicht wahr, für ihn ändert sich ja nichts.“

Darin bestehe auch ein gravierendes Ungleichgewicht zum Online-Handel, ärgert sich Carsten Kröger. Vor dem hat er eigentlich keine Angst: „Man muss sich dem Wettbewerb eben stellen, der ist keine große Gefahr für uns.“ Doch es sei einfach nicht in Ordnung: Die Umsätze stiegen zwar rasant, bisher aber habe noch keiner der großen Online-Händler Gewinne gemacht und erst recht keine Steuern gezahlt. „Zalando zum Beispiel nutzt die Infrastruktur, beteiligt sich aber nicht an den Kosten.“

Sein eigenes Unternehmen betrifft es zwar gerade nicht, dennoch kritisierte Gido Kröger, es werde Nachfolgern und Existenzgründern generell viel zu schwer gemacht. Kammern und Behörden versäumten es, sie an die Hand zu nehmen und ordentlich zu beraten. Außerdem bekämen sie kein Geld von Sparkassen und Banken. „Da muss man sich doch nicht wundern, dass das viele abschreckt, ein Unternehmen zu übernehmen oder gar zu gründen“, sagte Gido Kröger.

Über diese Kritik wunderte sich Fritz Güntzler dann doch. Im Landkreis Göttingen kenne er solche Probleme nicht. Dass es für Unternehmer schwer sei, Nachfolger zu finden, sehe er eher als „gesellschaftliches Phänomen“. Was die Lobbyarbeit angeht: „Ich ermutige Sie ausdrücklich, zu uns zu kommen.“ Es gebe etliche Verbände, die in Berlin richtig gute und wertvolle Lobbyarbeit machen. „Ich meine damit nicht Einladungen zum Abendessen, so etwas funktioniert längst nicht mehr.“ Ein gutes Beispiel seien vielmehr die Hebammen gewesen, die mit ihren Problemen bei der Haftpflichtversicherung den ganzen Bundestag in Atem gehalten hätten. Güntzler versprach: „Ich habe mein Augenmerk auf dem Mittelstand.“

 

Absacker beim Konditor

Zum Abschluss ging es auf einen Absacker-Kaffee in die Konditorei Schnibbe. Aus Zeitgründen – das Muschinsky-Sommerfest wartete – wurde es eher ein kurzer Abstecher.

Jürgen Schnibbe hatte ein konkretes Anliegen, das ihn persönlich beziehungsweise einen ausländischen Mitarbeiter betrifft. Dabei ging es auch um Förderprogramme, deren Mittel aber offenbar schon längst aufgebraucht waren, bevor sie überhaupt einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden.

Güntzler und seine Mitarbeiter versprachen umgehend Unterstützung. Bevor sie dann einigermaßen fix – und etwas verlegen - aufbrachen, verabschiedeten sie sich bei Jürgen Schnibbe mit einem Versprechen: „Auf Wiedersehen.“


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