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Sonntag, 21. April 2024
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Geschrieben von Boris Janssen am 21. November 2014.
Politik

Es geht um mehr als nur die Schulen

Demo vor dem Rathaus – Stadtverwaltung lässt Fragen unbeantwortet

Manche können es ja gar nicht glauben: Auch auf den Dörfern leben noch Familien mit kleinen Kindern.
Manche können es ja gar nicht glauben: Auch auf den Dörfern leben noch Familien mit kleinen Kindern.
Organisiert von Nicole Wyrwaletz und Tanja König (vorne von rechts)…
Organisiert von Nicole Wyrwaletz und Tanja König (vorne von rechts)…
…demonstrierten sie für die Lebensqualität in den Ortsteilen.
…demonstrierten sie für die Lebensqualität in den Ortsteilen.
Gespannte Blicke zum Rathaus: Kommt da noch wer?
Gespannte Blicke zum Rathaus: Kommt da noch wer?

Der Weg wäre ja nicht sonderlich weit gewesen, aber irgendwie mochte sich wohl keiner aus dem Rathaus blicken lassen, als am Donnerstagnachmittag (20.11.2014) direkt vor der Haustür demonstriert wurde. Etwa 60 Menschen, überwiegend aus Bartolfelde, haben sich in der Grundschul-Debatte zu Wort gemeldet. Sie machten darauf aufmerksam, dass allein schon die Schließung der Gebäude an sich große Auswirkungen auf Sport, Kinder-, Jugend- und Vereinsarbeit und damit auf die Lebensqualität in den einzelnen Ortsteilen habe. Schließlich erfüllten die Schulen zum Teil schon fast die Funktion eines Gemeindezentrums. Außerdem kritisierten die Demonstranten die Art und Weise, in welcher die Diskussion geführt wird – oder ihrer Meinung nach eben nicht.

Das wollten sie der Stadtverwaltung und den Ratsmitgliedern eigentlich für die Sitzung des Sozialausschusses mit auf den Weg geben, die ursprünglich für diesen Donnerstag vorgesehen war. Allerdings wurde diese Sitzung auf Dienstag (25.11.2014) verschoben, aber da hatten Nicole Wyrwaletz und Tanja König die Demonstration schon offiziell angemeldet. Schon wegen des bürokratischen Aufwandes wollten die Organisatorinnen die Demo nicht ebenfalls verschieben, doch sie luden die Ratsmitglieder und Bürgermeister Dr. Thomas Gans persönlich zum Termin ein, letzteren gleich mit einem kleinen Fragenkatalog.

Die vier Ratsherren Otto Eiling, Klaus-Peter Münch (beide CDU), Rainer Eckstein (BI) und Volker Hahn (parteilos) waren der Einladung gefolgt. Bürgermeister Gans hingegen hatte sich am Donnerstagmorgen aus terminlichen Gründen entschuldigt – auf einen Stellvertreter warteten die Bürger vergeblich, ihre Fragen wurden also nicht beantwortet.

„Es ist traurig, dass offenbar in der Verwaltung so wenig Interesse besteht“, stellte Nicole Wyrwaletz fest. Es sollten doch jetzt viele wichtige Entscheidungen getroffen werden. Und das innerhalb kürzester Zeit – „aber gute Entscheidungen brauchen Zeit.“

 

Vereine: Werden obdachlos oder können gleich dichtmachen

Worum es alles geht, verdeutlichten dann einzelne Redner. Der Vorsitzende des Tuspo Südring Harald Liebau sagte, sein Verein könne dicht machen, wenn es keine Turnhalle in Bartolfelde mehr gebe. Er verwies dabei auf eine Stellungnahme des Stadtsportbundes gegenüber der Stadt, wonach sich die Sportvereine schon allein aufgrund der derzeit überall starken Belegung für den Erhalt aller drei Turnhallen-Standorte einsetzen müssten. Noch dazu würden die Hallen ja auch zum Beispiel von Feuerwehr und DRK oder aber für besondere Veranstaltungen genutzt, bemerkte Liebau.

Im zur Grundschule gehörenden Jugendraum hat auch der Spielmannszug Bartolfelde sein zu Hause. Die Folgen einer Schließung erklärte die 2. Vorsitzende Maximiliane Willig-Freudenthal: „Wir werden obdachlos.“ Der Spielmannszug könne nicht einfach ins unbeheizte Schützenhaus umziehen, das würden die Instrumente nicht überleben. Bisher sei die Stadt aber in keinster Weise an den Spielmannszug herangetreten – nicht mit einer einfachen Information und erst recht nicht mit einer Idee zur Lösung.

 

Gibt‘s nicht doch eine Alternative zu nur einem Standort?

Natürlich bezogen die Demonstranten auch in der der Standortfrage der Grundschul-Debatte Stellung: Sollte es nur einen Standort geben, so müsse dies die von Pädagogen empfohlene, laut Kämmerer Steffen Ahrenhold auch „machbare“ Grundschule Barbis sein. Aber warum werde nicht zumindest ernsthaft darüber gesprochen, für eine Übergangzeit die Grundschule Bartolfelde als Außenstelle zu erhalten, bis sich klar abzeichnet, ob Bad Lauterberg künftig eine drei- oder doch nur eine zweizügige Grundschule benötigt? So könnten eventuell unnötige Baukosten vermieden werden. Volker Hahn nutzte die Gelegenheit, für seinen entsprechenden Antrag zur Ratssitzung am Donnerstag, 27.11.2014 (18 Uhr im Haus des Gastes), zu werben.

  

 

Im Wortlaut: Vier unbeantwortete Fragen

Der von den Organisatorinnen vorab an die Stadtverwaltung gestellte, nicht beantwortete Fragenkatalog im Wortlaut:

„1. Wie stellen Sie sich die Zukunft auf den Dörfern vor, wenn das Gemeindezentrum wegfällt, in dem Sport, Kinder- und Jugendarbeit, Vereinsarbeit geleistet wird? In den Ortsteilen leben etwa 40 Prozent der Bevölkerung unserer Gemeinde Bad Lauterberg. Liegen Ihnen nicht alle Bürger gleichermaßen am Herzen?

2. Warum behaupten Sie öffentlich, dass die Elternvertreter aus Bartolfelde sich gegen ihre Schule ausgesprochen haben? War es nicht vielmehr so, dass Bartolfelde gar nicht zur Diskussion stand?

3. Die Pädagogen empfehlen eindeutig Barbis als die am besten geeignete Schule für die Zukunft. Wie können Sie da die Empfehlung der Architekten gleichgewichten, bei der die Schimmelbelastung der Hausbergschule in keinster Weise aktuell untersucht wurde. Laut Aussage des Kämmerers sind beide Alternativen machbar. Warum nicht mal zum Wohle der Kinder???

4. Warum wird nicht ernsthaft über die Führung einer Außenstelle der Grundschule gesprochen, was von Seiten der Schulleitung auch schon mehrfach angesprochen wurde?“


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