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Montag, 15. April 2024
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Geschrieben von Boris Janssen am 26. Juni 2015.
Politik

Anfrage wird zur Anklage

Ratssitzung endet mit Eklat: Bürgermeister wirft Ratsherrn Morddrohung vor

Wurde mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Fritz Vokuhl.
Wurde mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Fritz Vokuhl.

Entsetzte Gesichter, fassungslose Ratsmitglieder und ungläubige Bürgerinnen und Bürger: Mit einem Eklat ist am Donnerstagabend (25.06.2015) die Ratssitzung in der Grundschule Barbis zu Ende gegangen. Bürgermeister Dr. Thomas Gans (SPD), CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Tichy und Ratsfrau Gudrun Teyke (SPD) warfen dem Ratskollegen Fritz Vokuhl (Grüne) öffentlich vor, gegen letztere eine Morddrohung ausgesprochen zu haben. Vokuhl selbst wollte die Anschuldigungen nicht kommentieren, kündigte nach der Sitzung aber gegenüber der Presse an, juristische Schritte dagegen zu prüfen.

Verpackt war der Knaller des Tages in einer Anfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden: Inwieweit könne und wolle die Stadtverwaltung gegen Ratsmitglieder vorgehen, die anderen Ratsmitgliedern drohen und diese dadurch möglicherweise zu einem bestimmten Abstimmungsverhalten nötigen? Tichy bezog seine Frage auch auf ein konkretes Ereignis, das sich bereits am 25. September 2014 bei einer Veranstaltung zur Bewerbung als LEADER-Region in Badenhausen zugetragen haben soll.

 

Was passiert sein soll

Bevor er selbst die Anfrage beantwortete, überließ der Bürgermeister Gudrun Teyke das Wort: Teyke erklärte, zufällig sei sie an besagtem Abend mit Vokuhl in eine gemeinsame Gruppe gekommen, die Vorschläge für förderwürdige touristische Projekte sammeln sollte. Sie habe die Sanierung der Straße zum Weltkulturerbe Wiesenbeker Teich und zum dortigen Campingpark der Familie Dombrowsky vorgeschlagen. Nun wisse sie sehr wohl, dass Vokuhl darauf nicht gut zu sprechen sei, aber sie habe ihn gefragt, ob er dem Projekt, wenn es denn Zuschüsse dafür gäbe, nicht doch zustimmen könne. Laut Gudrun Teyke soll Fritz Vokuhl in Rage geantwortet haben: „Wer dafür stimmt, den müsste man totschlagen.“ Teyke habe diese Äußerung als direkt an sie gerichtete Morddrohung aufgefasst, „ich bin bis heute nicht innerlich zur Ruhe gekommen.“

Vokuhl habe „in seinem unendlichen Hass auf Dombrowskys jedes Maß verloren“, sagte Teyke. Sollte es im Rat jemals einen Beschluss zum Thema Wiesenbekstraße geben, werde sie geheime Abstimmung beantragen. Dass sie keine Anzeige gegen Vokuhl erstattet habe, begründete Teyke mit ihrem Naturell: „Ich bin hier seit Jahrzehnten im Rat fürs Vertragen zuständig.“ Außerdem habe sie nicht gewollt, dass sich andere um sie sorgten.

 

Bürgermeister: „Man muss sich schämen“

Bürgermeister Thomas Gans erklärte, er sei ebenfalls bei diesem Treffen gewesen. Er habe den Disput zwar nicht persönlich mitbekommen, Teyke habe ihm aber sofort davon berichtet und das veranstaltende Projektbüro habe das Geschehen bestätigt. „Leider konnte ich Gudrun Teyke nicht zu strafrechtlichen Maßnahmen überreden“, sagte Gans. „Und der Verwaltung sind die Hände gebunden.“ Gans appellierte an die Ratsmitglieder, jegliche derartige Vorfälle sofort zu melden, da man so etwas nicht dulden könne. Gans: „Man muss sich schämen, dass es ein solches Vorkommnis in unseren Reihen gibt.“

 

Vokuhl erwägt juristische Schritte

Der Beschuldigte Fritz Vokuhl zeigte sich ob der Vorwürfe völlig überrascht. „Das passt überhaupt nicht zu meiner Person.“ Weiter wollte er das Gehörte an diesem Abend nicht kommentieren. Nach der Sitzung sagte er gegenüber der Presse lediglich, juristische Schritte prüfen zu wollen.

 

Ratsmitglieder ringen um Fassung

Etliche Ratsmitglieder zeigten sich nach der Sitzung schier fassungslos. Und zwar gleichermaßen über die Vorwürfe gegen Vokuhl wie über die Art und Weise, wie sie hier bekannt gemacht wurden. Volker Hahn (parteilos, Gruppe Volker Hahn/Grüne) war der Einzige, der noch öffentlich etwas dazu sagte: „Ich bin tief erschüttert über das, was hier passiert ist.“ Das sei eine „öffentliche Anklage“, die nun sowohl im Sinne von Gudrun Teyke als auch von Fritz Vokuhl einer „ordentlichen Aufklärung“ bedürfe. „Das hier wäre ja auch ohne Öffentlichkeit gegangen“, befand Volker Hahn. „So ist das ein unerträglicher Zustand.“


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