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Sonntag, 14. April 2024
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Geschrieben von Boris Janssen am 24. November 2015.
Politik

Baumsterben im Kurpark

Bäume und Bebauungspläne haben den Bauausschuss beschäftigt – man war sich sogar in fast allem einig

Der Kurpark lebt von seinen altehrwürdigen Bäumen. Von einigen heißt es nun allerdings Abschied nehmen.
Der Kurpark lebt von seinen altehrwürdigen Bäumen. Von einigen heißt es nun allerdings Abschied nehmen.

Im Kurpark wird es demnächst einigen Bäumen an die Wurzeln gehen. Es trifft zwei große Kastanien an der Konzertmuschel und gleich 13 Exemplare, die dem Eschensterben zum Opfer fallen. Die Eschen sind allesamt von aggressiven Pilzen befallen, hat ein Baumgutachten ergeben. „Sie sind nicht mehr zu retten“, stellte Bauamtsleiterin Annette Gödecke am Montag (23.11.2015) vor dem Bauausschuss fest. Schon wegen der Verkehrssicherungspflicht müssten die Bäume weg.

Mit den beiden Kastanien tut sich die Stadtverwaltung schon deutlich schwerer, schließlich handele es sich um große, markante Bäume, die bisher im Sommer vor der Konzertmuschel angenehmen Schatten spenden. Allerdings müssten die beiden Patienten von viel Totholz befreit, mit zusätzlichen Stahlseilen gesichert und fortan jährlich zwei Mal kontrolliert werden. Und weil dafür unter anderem speziell ausgebildetes Kletterpersonal benötigt würde, kämen da ordentliche Kosten zusammen: jetzt schon 4.000 Euro für die Ersthilfe und dann noch einmal jährlich 2.500 Euro für die Nachsorge – und das jeweils pro Baum. „Die Frage ist: Ist es uns das wert?“, sagte Gödecke. Zumal es ja auch immer mehr starke Stürme gebe, die für anfällige Bäume gefährlich werden könnten.

Deshalb hatte Gödecke auch gleich eine Alternativrechnung dabei, die sie dem Ausschuss zur Meinungsbildung präsentierte: Die Kastanien zu entfernen, ein Pflanzloch vorzubereiten und schon einigermaßen herangewachsene neue Bäume hineinzusetzen (etwa sechs Meter hoch und mit Stammumfang von 50 Zentimetern) koste um die 10.000 Euro pro Stück. Dann wäre hoffentlich fürs Erste Ruhe. „Aber natürlich sind es dann auch nicht mehr so schöne große Bäume.“

Das finden denn auch die Ausschussmitglieder ziemlich schade. Dennoch empfehlen sie dem Stadtrat, diese Alternative zu beschließen. Nur Eike Röger (BI) war dagegen: Er erinnere sich nur zu gut an die Allee, die beim Ausbau der Wissmannstraße gefällt wurde und bei der die Bäume eben nicht – wie vorher behauptet – faul gewesen seien.

 

Die neue Einigkeit

Diese Gegenstimme war übrigens die einzige des ganzen Abends, der in inzwischen gänzlich ungewohnter Harmonie ablief. Ansonsten nur einstimmige Entscheidungen und tatsächlich null Gezänk.

Der Ausschuss lehnte die Einrichtung eines Baumkatasters ab. Das hatte der Baumgutachter vorgeschlagen, um derartige Situationen wie im Kurpark für die Zukunft vielleicht vermeiden zu können. Für ein Baumkataster würden die Bäume einmal mit und einmal ohne Laub untersucht und sozusagen kartographiert und dann regelmäßig kontrolliert. Der Vorteil: Totholz würde frühzeitig herausgeschnitten, Schäden wohlmöglich schneller erkannt. Der Nachteil: ein Kostenvoranschlag sehe für die ersten fünf Jahre Kosten in Höhe von „fünfzig- bis sechzigtausend Euro Plus“ voraus, erklärte Gödecke. Dann könne der Bauhof lieber selbst seine Kartei ausbauen, die er schon jetzt pflegt, wenn er sich um die Bäume eines Straßenabschnitts gekümmert hat. Das sieht der Ausschuss genauso.

 

Bebauungspläne

Wie üblich ruckzuck ging es bei diversen Bebauungsplänen, die der Ausschuss allesamt ohne Anmerkungen befürwortet. Geändert werden soll der Bebauungsplan Nr. 52 (Stützerstraße), um den umfangreichen Umbau der Grundschule am Hausberg zu ermöglichen. Den ausgelegten Plan hätten sich Anwohner durchaus gründlich angesehen, es habe aber keinerlei Einwände gegeben, sagte Friedbert Maier, Sachgebietsleiter Bau- und Grundstückswesen.

Ausgelegt werden soll eine Änderung des Bebauungsplanes Nr. 4 (Domäne Scharzfels). Der Plan orientiert sich noch an der Nutzung des längst verschwundenen Fouchs Blockhausbau. Seit Jahren sind hier aber neue erfolgreiche Unternehmen und auch Privatleute ansässig, deren „Nutzungsänderung“ soll jetzt sozusagen legalisiert werden.

Auch eine Änderung des Bebauungsplanes Nr. 46 (Deutsche Baryt-Industrie/Böhme) soll ausgelegt werden. Hierbei soll die Erweiterung des Lidl-Marktes ermöglicht werden, der ja dafür die benachbarten Turnhallen der ehemaligen Lutterbergschule abreißen will.

Ausgelegt werden soll außerdem „Heikenberg Nordost“, und zwar als Satzung. Das Baugesetzbuch erlaubt es inzwischen, Randbereiche durch eine solche Satzung einzubeziehen, erklärte Friedbert Maier. Das Aufstellungsverfahren sei erheblich einfacher. Inhaltlich gelte dann der Grundsatz: „Die Bebauung muss sich in die Umgebung einpassen.“ Mit der Regelung soll es möglich werden, dort vorhandene Baulücken zu schließen. Gleiches gilt im Wesentlichen für den ganz normalen Bebauungsplan Nr. 2 A (Heikenberg), der nunmehr aufgestellt werden soll. Das war schon einmal vor 15 Jahren versucht worden, allerdings ging damals dann die Immobilienfirma Pleite, die die betroffenen Grundstücke erschließen wollte.

 

Ratssitzung am 26.11.2015

Alle Abstimmungen des Ausschusses sind ausschließlich Empfehlungen. Je nach Zuständigkeit entscheidet letztendlich der Verwaltungsausschuss (stets nicht-öffentlich) beziehungsweise der Rat der Stadt, allerdings vermutlich erst auf seiner übernächsten Sitzung im Dezember.

Die nächste Ratssitzung findet aber bereits am Donnerstag, 26.11.2015, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses statt. Einziger Tagesordnungspunkt außerhalb der üblichen Formalien: zwei Anträge für ein Lkw-Durchfahrverbot in Barbis und Osterhagen. Eigentlich hat an diesem Abend nur ein nicht-öffentlicher Teil auf dem Kalender gestanden, die beiden Anträge der BI und der Gruppe Volker Hahn/Grüne jedoch sorgen nun auch für einen öffentlichen Teil – und damit zugleich für die obligatorische Einwohnerfragestunde im Anschluss.


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