.

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von LauterNEUES erklären Sie sich damit einverstanden.

Donnerstag, 16. Juli 2026
Login



Geschrieben von Christian Dolle am 24. Juni 2016.
Politik

Letzte Ratssitzung im Haus Ritscher

Bad Lauterberger Stadtrat blickte auf Vergangenes und Zukünftiges

Die letzte Ratssitzung im alten Rathaus, dem ehemaligen Ritscher-Sanatorium
Die letzte Ratssitzung im alten Rathaus, dem ehemaligen Ritscher-Sanatorium
Der Ratssaal entstand 1899 als Speisesaal des damaligen Sanatoriums
Der Ratssaal entstand 1899 als Speisesaal des damaligen Sanatoriums
Gudrun Teyke würdigte das geschichtsträchtige Haus Ritscher
Gudrun Teyke würdigte das geschichtsträchtige Haus Ritscher

Die letzte Sitzung des Bad Lauterberger Rates vor der Sommerpause am 23.06.2016 war in gewisser Weise eine historische, denn das Gremium kam letztmalig im „Haus Ritscher“ zusammen. Gudrun Teyke wirkte dort 42 Jahre lang als Ratsfrau, so dass es ihr zustand, noch einmal an die Geschichte des nun bald ehemaligen Rathauses zu erinnern. Doch natürlich ging es in der Sitzung am Donnerstag nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um zukunftsweisende Themen wie beispielsweise die Elektromobilität bzw. ganz konkret um die Errichtung von E-Ladestationen und E-Fahrzeugen für den städtischen Fuhrpark.

Elektromobilität und Ladestationen

Der aktuelle Beschlussvortrag kam von der sich auflösenden Gruppe Volker Hahn/Grüne, war aber im Verwaltungsausschuss modifiziert worden, da die Verwaltung sich des Themas ohnehin schon angenommen hatte. In der Sache waren sich alle Ratsleute also einig, E-Mobilität ist ein Thema für die Zukunft und die Stadt Bad Lauterberg dürfe da den Anschluss nicht verpassen.
Genau die Anschlüsse, also die vielen verschiedenen Systeme bei den Elektrofahrzeugen seien aber derzeit noch ein Problem, wurde angemerkt, ebenso monierte Holger Thiesmeyer (SPD) den Begriff der Dringlichkeit, den die Gruppe ins Spiel gebracht hatte. „Meines Wissens gibt es bisher drei E-Autos im Landkreis“, sagte er, räumte auf einen Einwand von Klaus-Richard Behling (BI) dann ein: „Gut, dann mögen es auch vier oder fünf sein.“
„Dringlichkeit“ habe sich auf die Möglichkeit der Förderung bezogen, stellte wiederum Volker Hahn klar, worauf Bürgermeister Dr. Thomas Gans erläuterte, Fördermittel könne man ohnehin noch nicht beantragen und die Ladestationen würden von der Firma HarzEnergie auf eigene Kosten eingerichtet. Auch wenn die Zahl der E-Autos noch überschaubar sei, so gebe es doch bereits eine große Zahl von E-Bikes, gab Axel Peter (SPD) zu bedenken, so dass die Tankstellen auf jeden Fall ihre Berechtigung haben.
Nachdem man feststellte, dass man sich in der Sache einig war, wurde der Antrag einstimmig angenommen.

Geschäftsordnung, Unstimmigkeiten und verschiedene Beschlüsse

Zu dieser Diskussion passte auch eine weitere über einen Antrag auf Bildung einer Arbeitsgruppe zur Erstellung einer Geschäftsordnung, ebenfalls vorgelegt von der Gruppe Volker Hahn/Grüne. Die Geschäftsordnung solle in der neuen Wahlperiode dem Rat dann als „gesunde Grundlage“ dienen, damit die Zusammenarbeit sich wieder bessere, erläuterte Fritz Vokuhl.
Kritik erntete er dafür vor allem vom Ratsvorsitzenden Gerhard Oberländer, der betonte, er fühle sich damit auch persönlich diskreditiert und feststellte: „Hier wird mit schönen Worten verschleiert, wo die Unstimmigkeiten herkommen." Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Bei anderen Beschlüssen herrschte wiederum Einstimmigkeit, so bei einer Änderung des Bebauungplans Nr. 26 „Kirchberg“, der durch die Gruppenauflösung bedingten personellen Umbesetzung der Ausschüsse, einem Eilantrag, den Spielplatz in Bartolfelde bis zu dessen Eröffnung am 26. August fertigzustellen und nicht zuletzt bei der Annahme einer Spende in Höhe von 3500 Euro der Firma Exide für das Kinderfest. Sie alle wurden ohne Einwände angenommen. Ein Tagesordnungspunkt, bei dem es um den Abriss eines einsturzgefährdeten Gebäudes in der Bartolfelder Straße ging, erledigte sich sogar von selbst, da der Bürgermeister erläuterte, es seien bereits Maßnahmen eingeleitet worden.

Geschichte des Ritscher-Sanatoriums

Ebenfalls keine Diskussionen gab es über den Vortrag von Gudrun Teyke, denn sie informierte in freier Rede ausführlich und spannend über die wechselvolle Geschichte des Hauses Ritscher, das 1889 als Sanatorium ein Aushängeschild für den aufstrebenden Kurort wurde. Der prunkvolle Ratssaal in seiner heutigen Form entstand zehn Jahre später und überdauerte die düsteren Zeiten beider Weltkriege, bevor 1974 die Stadt das Haus übernahm und es zum neuen Rathaus machte. Mit dem Umzug ins Haus des Gastes endet nun ein Stück Stadtgeschichte und Gudrun Teyke blieb nur die Bitte an den Bürgermeister, das Haus in „liebevolle Hände“ abzugeben.


.................................................................................................................................................

Bild der Woche