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Montag, 20. Mai 2024
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Geschrieben von Boris Janssen am 22. September 2016.
Politik

Grüne wählen Reuter, Piraten und BI lieber Theuvsen

Stichwahl zur Landratswahl: Am 25. September 2016 entscheidet sich, wer der erste Landrat des neuen Großkreises Göttingen wird

Wer wird Landrat? Bernhard Reuter (SPD, links) oder Ludwig Theuvsen (CDU).
Wer wird Landrat? Bernhard Reuter (SPD, links) oder Ludwig Theuvsen (CDU).

Man braucht sicher keine hellseherischen Fähigkeiten, um zu erahnen, wen SPD und CDU lieber als ersten Landrat des neuen Großkreises Göttingen sehen würden. Bei den Genossen dürfte es SPD-Mann Bernhard Reuter sein, die Christdemokraten dürften natürlich ihren eigenen Kandidaten Prof. Dr. Ludwig Theuvsen bevorzugen. Zur Stichwahl am kommenden Sonntag, 25. September 2016, haben aber auch einige andere Parteien Stellung bezogen, wen sie denn als Landrat besser finden würden. Nur „Die Partei“ weiß es noch nicht so genau.

 

„Sozial-ökologische Politik“ mit Reuter

Wenig überraschend haben sich beide Kreisverbände der Grünen für Reuter ausgesprochen. Zwar hat es bei der Kreistagswahl nicht mehr für die angestrebte rot-grüne Mehrheit gereicht (zusammen 34 von 72 Sitzen), dennoch sagt der Sprecher des Göttinger Kreisvorstands der Grünen Mathis Weselmann: „Bernhard Reuter ist der Garant für die Fortsetzung der erfolgreichen rot-grünen Zusammenarbeit im neuen Landkreis Göttingen.“ Ein CDU-Landrat würde wohl eine Große Koalition nach sich ziehen, so die Einschätzung der Grünen, und das bedeute angesichts des Unions-Wahlprogramms wohlmöglich „den Bau unsinniger Umgehungsstraßen und die Verschärfung der Sanktionspolitik im Jobcenter“. Mit Reuter dagegen gebe es die Chance für eine sozial-ökologische Politik: „Wer einen günstigeren und besseren öffentlichen Nahverkehr, einen ambitionierten Natur- und Klimaschutz, eine am Menschen orientierte Sozialpolitik und den konsequenten Kampf gegen Rechtsextremismus will, muss am 25. September Bernhard Reuter wählen.“

 

„Mehr Transparenz“ mit Theuvsen

Die Piratenpartei aus Göttingen hingegen unterstützt Theuvsen. Dr. Meinhart Ramaswamy, der als einziger Pirat in den neuen Kreistag einzieht, findet: „Wir brauchen im Landkreis einen frischen Wind, verkrustete Vettern-Strukturen sollten aufgebrochen werden.“ Der Vorsitzende des Kreisverbandes Niels-Arne Münch sagt: „Mit der Wahl von Theuvsen verbinden wir die Hoffnung, dass sich Dinge neu entwickeln können. Insbesondere können Strukturen geschaffen werden, die mehr Transparenz in Politik und Verwaltung ermöglichen.“

Die Bürgerinitiative Bad Lauterberg (BI) stellt zwar keine Abgeordneten – als Teil der BI für Osterode hat sie trotz 8,19 Prozent der Stimmen in Bad Lauterberg den Einzug in den Kreistag verpasst –, spricht aber ebenfalls eine deutliche Wahlempfehlung für Theuvsen aus. Man sei sich einig, „dass ein von der vergangenen Politik und seinen Querelen unbedarfter Kandidat einen besseren Start hätte und auch das Vergangene nicht ständig ,im Rucksack‘ mit sich tragen muss.“ Man dürfe die Vergangenheit nicht gänzlich vergessen, und da habe Theuvsen die Kreisfusion und deren Zustandekommen immer kritisch konstruktiv begleitet und für mehr Demokratiebewusstsein in der Sache eingestanden. „Wir trauen ihm zu, die Interessen der Kreisbevölkerung zu vertreten, ohne die Gefahr aufkommen zu lassen, uns Harzer als Göttinger Vorland-Kolonne zu betrachten“, schreibt die BI in ihrer Empfehlung. Die Vorkommnisse der letzten Monate und Wochen unter Amtsinhaber Reuter sprächen für sich, darunter die Diskussion um die Feuerwehr-Leitstelle, Besetzung des Vorstands der neuen Kreisvolkshochschule mit jetzigem Sitz in Göttingen und generell der Umgang mit dem „kleineren Partner“. „Das muss anders werden“, so die BI. Die Hoffnung auf eine in diesem Sinne bessere Politik verbinde sie mit Theuvsen.

 

Unentschieden zwischen „Der Landrat“ und „Der neue Landrat“

Etwas unentschlossen ist noch Die Partei. Ja, auch der Kreisverband der von Redakteuren der Satirezeitschrift Titanic gegründeten „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ hat einen Sitz im Göttinger Kreistag ergattert (wofür man ihr übrigens schon deshalb dankbar sein muss, weil sie diesen Sitz der rechtsextremen NPD weggeschnappt hat). Als solchermaßen „stimmenstarke Partei in Rat und Kreis fühlt sich Die Partei natürlich dazu verpflichtet, eine Wahlempfehlung auszusprechen“, teilt der Kreisverband auf seiner Website mit. Das Problem ist nur, dass „sowohl der Kandidat der SPD als auch der Herr von der CDU mit ihren Großplakaten ungefähr gleich erfolgreich Inhalte überwunden haben“. Weil sich Die Partei noch nicht zwischen „Der Landrat“ Reuter und „Der neue Landrat“ Theuvsen entscheiden kann, hat sie den Aspiranten auf ihrem Youtube-Kanal (externer Link) eigene Fragen gestellt, die aber bisher unbeantwortet blieben.

 

Auch Sie sind noch unentschieden? Vielleicht helfen Ihnen unsere Interviews mit Bernhard Reuter und Ludwig Theuvsen: Hier klicken.


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