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Geschrieben von Boris Janssen am 16. Juli 2012.
Politik

Kreistag stimmt für Oberstufe an der KGS

Die KGS soll endlich eine gymnasiale Oberstufe bekommen. Das hat der Kreistag am Montag beschlossen. Jetzt muss die Kreisverwaltung noch die nötige Genehmigung bei der Landesschulbehörde beantragen.

Abitur in Bad Lauterberg: Wenn die Landesschulbehörde schnell genehmigt, könnte der 20 Jahre alte Wunsch zum Schuljahr 2013/14 in Erfüllung gehen. (Archivfoto)
Abitur in Bad Lauterberg: Wenn die Landesschulbehörde schnell genehmigt, könnte der 20 Jahre alte Wunsch zum Schuljahr 2013/14 in Erfüllung gehen. (Archivfoto)
Der erste Gratulant hatte gleich noch die Sonne im Gepäck (von links): Inger Schweer, Rainer Jakobi, Bürgermeister Dr. Thomas Gans und Arno Bierwirth.
Der erste Gratulant hatte gleich noch die Sonne im Gepäck (von links): Inger Schweer, Rainer Jakobi, Bürgermeister Dr. Thomas Gans und Arno Bierwirth.

Ganz schön voll war es, als der Kreistag am Montag im Café Amadeus zusammenkam. Um die hundert Zuschauer wollten die Sitzung verfolgen. Dazwischen saß auch Rainer Jakobi – schließlich ging es um die Zukunft „seiner“ Kooperativen Gesamtschule (KGS). Darum, ob es zukünftig auch an der KGS möglich sein soll, das Abitur zu machen. Als dann endlich abgestimmt wurde, hielt es den Schulleiter aber nicht mehr auf seinem Stuhl. Er wollte genau sehen, wer jetzt wann seinen Arm hebt. Und dabei erlebte er eine große Überraschung – nämlich eine übergroße Mehrheit.

Fraktionsübergreifende Zustimmung

Ursprünglich lagen zum Tagesordnungspunkt gleich drei Anträge vor, je einer der CDU-Fraktion, der Gruppe SPD/Grüne und von Klaus-Richard Behling (BI). In ihnen wurde die Erweiterung der KGS um eine „gymnasiale Qualifikationsphase“ gefordert, also die Einrichtung einer Oberstufe, an der das Abitur abgelegt werden kann. Am 5. Juli hatte bereits der Schulausschuss einstimmig die Annahme empfohlen. Der Kreisausschuss einigte sich vergangene Woche mit einer Gegenstimme auf eine gemeinsame Formulierung. Der zufolge sollte der Kreistag nun die Einrichtung der Oberstufe beschließen und gleichzeitig die Kreisverwaltung damit beauftragen, gemäß Paragraph 106 des Niedersächsischen Schulgesetzes die Genehmigung bei der Landesschulbehörde zu beantragen.

„Das ist eine politische Entscheidung“, bekannte Frank Rusteberg (SPD). Denn natürlich könne man die Schülerzahl im Landkreis nicht plötzlich vergrößern. Aber man wolle die KGS stärken, und damit das Bildungsangebot im südlichen Kreis. „Wir wollen die Abiturquote auf über 30 Prozent steigern“, nannte er als Ziel.

„Es geht hier nicht um Kirchturm-Denken“, machte Klaus-Richard Behling klar. Im Gegenteil stamme schon heute ein Großteil der KGS-Schüler aus den Nachbargemeinden Bad Lauterbergs. So habe die Schule ihre Schülerzahlen trotz des demografischen Wandels halten können. „Die Schüler fühlen sich hier wohl. Deshalb sollte man ihnen hier auch das Abitur ermöglichen.“

Lutz Peters (CDU) erklärte, seiner Fraktion gehe es vor allem darum, endlich die Jahrzehnte alte Frage nach einer Oberstufe an der KGS zu klären. „Eigentlich hatten wir gehofft, dass damit auch die Diskussion um die Schaffung einer Integrierten Gesamtschule beendet wird.“ Aber daraus werde wohl nichts. Für die CDU kündigte der Fraktionssprecher daher ein uneinheitliches Abstimmungsverhalten ohne Fraktionszwang an.

Und so kam es dann auch: Mit nur sechs Gegenstimmen – allesamt aus dem CDU-Lager – und bei zwei Enthaltungen wurde der Antrag angenommen.

Schulleiter freut sich über wichtigen Schritt

„Das ist deutlich mehr Zustimmung als ich erwartet hätte“, sagte Schulleiter Jakobi nach der Sitzung in Feierlaune. Fast 80 Prozent, rechnete er vor. Nach über zwanzig Jahren sei endlich der nächste Schritt in Sachen Oberstufe getan worden, und zwar ein ganz entscheidender: Der politische Wille dazu sei zum Ausdruck gekommen, und das auch noch auf einer so breiten Basis.

Freilich muss sich die Kreisverwaltung nun erst einmal bei der Landesschulbehörde um die Genehmigung kümmern. Das wird sie nicht so sehr gerne tun. Schon in der Beschlussvorlage schrieb sie, dass die Oberstufe an der KGS von ihr „nicht befürwortet werden“ könne. Dabei bezog sie sich unter anderem auf Schülerzahlen, die erst in der Sitzung des Schulausschusses durch eine Tischvorlage nach oben korrigiert wurden. Dennoch machte der Erste Kreisrat Gero Geißlreiter angesichts des Abstimmungsergebnisses am Montag keinen sonderlich begeisterten Eindruck. Aber Auftrag ist nun einmal Auftrag.

So hofft Rainer Jakobi inständig darauf, dass sich in der Landesschulbehörde in Braunschweig, vielleicht auch mit Hilfe aus dem Kultusministerium in Hannover, schon bis zu den Herbstferien etwas bewegt. Man brauche nun schnell Klarheit, damit die Oberstufe auch tatsächlich mit dem Schuljahr 2013/14 beginnen könne.

An der KGS selbst wird sich in dieser letzten Woche vor den Sommerferien dagegen nicht mehr viel bewegen: Denn der Montagabend im Lehrerzimmer dürfte ziemlich lang und ausgelassen gewesen sein. Rainer Jakobi konnte es kaum erwarten, mit seinem Stellvertreter Arno Bierwirth und der Didaktischen Leiterin Inger Schweer auf den gemeinsamen Erfolg anzustoßen. Auch die beiden Kollegen waren in bester Feierlaune.

 

 


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