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Sonntag, 19. Mai 2024
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Geschrieben von Boris Janssen am 23. März 2015.
Politik

Bad Lauterberger CDU im Aufwind

JHV des CDU Stadtverbandes: Mitgliederzahl geht nach oben, aber es fehlen junge Leute und Frauen. Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2016

Gut zusammenarbeitender Vorstand (von links): Friedel Müller, Rolf Lange, Jörg Karsten, Christian Schäfer, Thorben Teyke und Roland Stahl.
Gut zusammenarbeitender Vorstand (von links): Friedel Müller, Rolf Lange, Jörg Karsten, Christian Schäfer, Thorben Teyke und Roland Stahl.
Beim Thema Scholmwehr muss auch die Stadt aktiv werden, findet die CDU.
Beim Thema Scholmwehr muss auch die Stadt aktiv werden, findet die CDU.

Die Marke von 70 Mitgliedern geknackt, das Durchschnittsalter um fünf Jahre gesenkt, bei der Europawahl erneut stärkste Kraft im Stadtgebiet geworden – der CDU Stadtverband Bad Lauterberg sieht sich im Aufwind. Da hat es den Vorsitzenden Roland Stahl nicht so sehr gejuckt, dass zur Jahreshauptversammlung am Freitag (20.03.2015) magere 13 Mitglieder gekommen waren. Es gab an diesem Abend ganz einfach zu viele Konkurrenzversammlungen, unter anderem auch auf CDU-Kreisebene. „Das ist zwar ungünstig, aber irgendwann muss man ja die Formalien hinter sich bringen“, meinte Stahl pragmatisch.

 

Positives Fazit 2014

Auf der Tagesordnung standen ohnehin fast nur Berichte. In seinem eigenen zeigte sich der Vorsitzende überwiegend zufrieden mit dem vergangenen Jahr. Die Mitgliederentwicklung sei „sehr positiv“: Endlich habe man wieder die Marke von 70 Mitgliedern erreicht und das Durchschnittsalter auf knapp unter 60 gedrückt (bei einer Spanne von 23 bis 93 Jahre). Die Zusammenarbeit im Vorstand klappe hervorragend, was sich schon daran zeige, dass bei allen Vorstandsitzungen tatsächlich der komplette Vorstand dabei gewesen sei. Man habe an der Aktion „Sauberes Bad Lauterberg“ teilgenommen, die Aktion „Saubere Spielplätze“ initiiert, einen Festwagen beim Umzug zum Badejubiläum gestellt und eine Ferienpassaktion angeboten. Der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler sei auf seiner Sommertour wieder vorbeigekommen und habe einige ortsansässige Firmen besucht. Und bei der Europawahl ist die CDU mit 38,16 Prozent stärkste Kraft in Bad Lauterberg geblieben – obwohl die SPD immerhin fast vier Prozentpunkte aufgeholt hatte.

 

Dringend gesucht: Mehr junge Leute und mehr Frauen

Allerdings sieht Roland Stahl auch noch einige große Baustellen. Die „dringend nötige Verjüngung“ sei ein weiterhin „wichtiger, aber sehr schwieriger Prozess“. Es sei schwer, junge Leute für politisches Engagement zu gewinnen, zumal auf der Kommunalebene.

Auch am Geschlechterverhältnis müsse dringend gearbeitet werden: Bei 52 männlichen und 18 weiblichen Mitgliedern brauche die Partei einfach mehr Frauen. Das schlage sich in der Bad Lauterberger Frauen-Union nieder, die zwar von Hilde Heberling mit großem und bewundernswertem Engagement aufrechterhalten werde. Doch durch die Überalterung seien derzeit keine Impulse zu erwarten. Deshalb sieht Roland Stahl hier nur zwei Möglichkeiten: „Wir müssen uns der Frauen-Union widmen. Oder uns davon verabschieden.“ Letzteres freilich will keiner.

Gespannt ist Stahl, ob sich der positive Mitgliedertrend bei der Besetzung der Liste für die Kommunalwahl 2016 bemerkbar macht. In der aktuellen Ratsperiode könne man noch für maximal ein CDU-Ratsmitglied einen Nachrücker aufbieten, wenn es – warum auch immer – aus dem Rat ausscheiden sollte. „Danach würde es aber richtig eng“, stellte der Vorsitzende fest. Für 2016 müsse man sich daher völlig neu aufstellen, zumal sich abzeichne, dass einige derzeitige Ratsmitglieder nicht noch einmal zur Verfügung stehen werden. Stahl: „Ich bin gespannt, aber auch überzeugt, dass das klappt.“

Als erfolgreiches Mittel zur Mitgliederwerbung habe sich die Aktion „CDU & Friends“ erwiesen. Hier komme man ganz hervorragend mit „CDU-Sympathisanten“ in Kontakt, die durchaus Spaß daran haben, sich in die Politik einzubringen. Mit der Unterstützung durch Spitzenpolitiker wie Fritz Güntzler sei die Aktion eine gute Gelegenheit, Mitglieder zu generieren, politische Themen zu setzen und die eigene Nähe zur Landes- und Bundesebene zu zeigen.

 

Ausblick 2015

So ist es keine Frage, dass der Stadtverband die Aktion auch 2015 wiederholen möchte, und zwar als „CDU & Friends 3.0“. Dafür sei man wieder auf Spenden und Sponsoren angewiesen, weil der Stadtverband alleine finanziell überfordert wäre. Die Aktion „Saubere Spielplätze“ soll ebenfalls wieder stattfinden, schließlich sei das eine „sehr gute Geschichte“ gewesen, findet Stahl. Man will sich wieder am Ferienpass beteiligen und Fritz Güntzler kommt auf seiner Sommertour erneut nach Bad Lauterberg. Genaue Termine werden noch bekanntgegeben.

Der Vorstand hat sich vorgenommen, Strategien für die Kommunalwahl 2016 zu entwickeln, der Frauen-Union neue Stärke zu verleihen und die „guten Kontakte in die Landes- und Bundespolitik zu festigen und auszubauen“. Auch die mit der Kreisfusion zu erwartende Zusammenlegung der CDU Kreisverbände Osterode und Göttingen werde einen beschäftigen. „Wir müssen sehen, dass wir nicht als Verlierer daraus hervorgehen“, sagte Stahl. Oberstes Ziel bleibt jedoch: „Wir wollen weiter wachsen und müssen uns verjüngen.“  

Mit Unterstützung durch Baustatiker Wolfgang Hartmann soll außerdem ein Konzept für eine mögliche Sanierung oder Erneuerung der Brücke über das Scholmwehr erarbeitet werden. „Wir sind eine tolle Kur- und Tourismusstadt“, bemerkte Roland Stahl. „Da können wir es uns doch nicht erlauben, die Brücke zu sperren und damit den Kirchberg mit seinen Kliniken abzuschneiden.“ Die Königshütte als Eigentümer könne eine Sanierung nun einmal nicht alleine stemmen, „da müssen wir als Stadt einspringen.“

Ähnlich sehe das im Übrigen mit der Straße zum Wiesenbeker Teich aus, ergänzte Erik Cziesla. Man habe dort ein Weltkulturerbe und einen „Top-Campingplatz“, aber eine katastrophale Zufahrt.

  

Bericht aus der Stadtrats-Fraktion

Erik Cziesla berichtete als Stellvertreter auch für den Vorsitzenden der Stadtratsfraktion Horst Tichy, der an diesem Abend bei der Versammlung der Kreis-CDU war. Das Jahr habe ganz im Zeichen des Zukunftsvertrages gestanden und „schmerzhafte Beschlüsse, die keiner will“, mit sich gebracht. Das sei alles nicht leicht gewesen. Umso bedauerlicher seien die persönlichen Anfeindungen bis hin zu Drohungen, die manche Ratsmitglieder erleben mussten, „so etwas gehört hier nicht hin.“ Gewisses Verständnis äußerte Cziesla aber für die Kritik an der Informationspolitik der Stadtverwaltung, die „häufig nicht glücklich“ gewesen sei. „Der Bürgermeister hätte vielleicht einiges mehr und früher in die Öffentlichkeit tragen können.“

Inzwischen sei die Entschuldungshilfe da, nun müsse man diesen Erfolg besser rüberbringen. Außerdem müsse man sich um die Nachnutzungen der diversen Gebäude kümmern. Bei den Gesprächen mit einem potentiellen Käufer in Bartolfelde müssten die Interessen der Vereine unbedingt berücksichtigt werden, „ohne geht das nicht“, stellte Cziesla klar.

Die Kritik der kleinen Fraktionen, die beschlossene Verkleinerung des Stadtrates von 24 auf 20 Mitglieder ziele darauf, eben den Kleinen zu schaden, wies Cziesla entschieden zurück. Beim derzeitigen Verhältnis im Rat würde wohl im Gegenteil schon die CDU zwei zu diesen vier wegfallenden Sitzen beisteuern müssen.

Als sehr bedauerlich bezeichnete Cziesla den Rücktritt Klaus-Peter Münchs. Mit dessen Rückzug verliere die CDU – aber auch der Rat – einen fähigen Politiker. „Das ist ein großer Verlust.“

Für die nun kommende Zeit nach allerhand unbequemen Beschlüssen hofft Erik Cziesla, „dass wieder Ruhe einkehrt und dass man wieder vernünftig miteinander umgeht.“

 

Wahlen und Ehrungen

Turnusgemäß musste lediglich ein neuer Kassenprüfer gewählt werden. Die Versammlung wählte einstimmig Friedel Müller als Nachfolger von Werner Hille.

Auf der JHV 2014 war folgender Vorstand gewählt worden:
Vorsitzender Roland Stahl
gleichberechtigte Stellvertreter
Christian Schäfer und Rolf Lange
Schatzmeister
Dieter König
Schriftführer
Jörg Karsten
Pressesprecher
Thorben Teyke
Organisationsleiter
Otto Eiling
Beisitzerinnen und Beisitzer
Susanne Kinne, Matthias Körner, Klaus-Peter Münch, Wolfgang Hartmann und Hilde Heberling

Kassenprüferin Helga Uhrner

Die Ehrungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer kleinen Feierstunde erfolgen.

 

Grußwort von MdB Fritz Güntzler

In seinem schriftlichen Grußwort versprach Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler seine Unterstützung der politischen Arbeit vor Ort. 2015 sei ein Jahr ohne Wahlen, das solle man dazu nutzen, zu zeigen, „dass wir Politik aus Leidenschaft betreiben und nicht nur dann für die Bürgerinnen und Bürger da sind, wenn Wahlen anstehen.“ Jetzt könne man sich auf allen Ebenen profilieren „durch konstruktive Vorschläge, durch gute und verlässliche Politik“.

Eine große Herausforderung stelle der Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern da. „Wir müssen auf in Not geratene Menschen zugehen und hier bei uns willkommen heißen. Gemeinsam können wir sie integrieren und aus Fremden Freunde machen.“ Die Zuwanderung meist junger Menschen sei aber auch gerade für den vom demografischen Wandel betroffenen Landkreis Osterode „von außerordentlicher Bedeutung“. Und nicht zuletzt stelle das in der ehemaligen Osteroder Kaserne geplante Aufnahmelager eine wirtschaftliche Chance da, würden doch mehr als 100 neue Arbeitsplätze geschaffen.


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