Geschrieben von PM am 11. April 2016.
„Sicher durch den Harz“ – Erster Einsatz für die neue Kontrollgruppe Krad der Polizei
„Sie sind wieder da – wir auch!“' Unter diesem Motto hat das Polizeikommissariat Bad Lauterberg am Sonntag (10.04.2016) zum Saisonstart die erste diesjährige Kradkontrolle im Odertal durchgeführt. Dabei erfolgten, als Teil der Verkehrssicherheitsinitiative „Sicher durch den Harz“, gezielt Kradkontrollen sowie präventive Maßnahmen. Unter der „Regie“ der Polizeiinspektion Northeim/Osterode werden die Polizeien der Bundesländer Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt im Harz verschiedene, auch länderübergreifende Maßnahmen – wie Sonderverkehrsschauen Krad-Sicherheit oder übergreifende aktualisierte Lagebilder – treffen.
„Spezialisierte Kontrollgruppe Krad“ gegründet
Ziel der Initiative ist es, schwerwiegende Verkehrsunfälle unter Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer zu reduzieren. Die häufigste Unfallursache unter Beteiligung von Krafträdern ist eine überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit. Deshalb wurden am Sonntag Motorradfahrer kontrolliert und ihre Maschinen auf unzulässige bauliche Veränderungen überprüft. Die Kontrollen erfolgten durch die Spezialisierte Kontrollgruppe Krad der Polizeidirektion Göttingen, deren Mitglieder nahezu allesamt selbst Motorradfahrer sind. Diese Gruppe wurde erst am 01.04.2016 gegründet und hatte im Odertal ihren ersten Einsatz.
Polizeihauptkommissar Eisebitt, Leiter der Spezialisierten Kontrollgruppe Krad, sorgt dafür, dass die „Biker“ über Gefahren aufgeklärt, aber auch zur Verantwortung gezogen werden. Zur speziellen Ausrüstung gehören unter anderem ein Drehzahlmesser sowie ein Phonmessgerät.
Chiptuning, abgefahrene Reifen, Haarrisse im Lenker
17 Polizeibeamte, davon acht Spezialisten für Krafträder, kontrollierten im Laufe der Aktion von 9 bis 16 Uhr insgesamt 63 Kräder und einen Pkw. Dabei kam es zu folgenden Verstößen beziehungsweise Maßnahmen: Drei Verkehrsteilnehmer wurden mündlich verwarnt, zwölf Mängelmeldungen wurden ausgestellt und sieben Verkehrsordnungswidrigkeitsanzeigen gefertigt. Hierbei handelte es sich um abgefahrene Reifen, mangelhafte Bremsanlagen sowie Chiptuning (PowerCommand – Eingriff in die Motorsteuerung). Zudem kamen zwei Strafanzeigen wegen Kennzeichenmissbrauch hinzu. Die Kennzeichen wurden in einem falschen Winkel angebracht, um sich der Ahndung nach einer Geschwindigkeitsmessung zu entziehen. In einem Fall durfte der Kradfahrer nicht weiterfahren, da in der Lenkung Haarrisse festgestellt wurden. Die Gefahr eines Unfalls war zu groß.
Weiterhin wurden neun Geschwindigkeitsverstöße von Pkw- und Kradfahrern festgestellt. Die höchste Geschwindigkeitsübertretung betrug dabei 89 km/h durch einen Pkw, obwohl nur eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erlaubt war. In diesem Fall kam es zu einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg.
Ziel: Unfallzahlen senken
Polizeihauptkommissar Osburg, Gesamteinsatzleiter, macht die Erforderlichkeit der Maßnahmen deutlich: Gerade die B 27 in Richtung Braunlage ist eine kurvenreiche Strecke entlang der Odertalsperre, die bei den Bikern sehr beliebt ist. 2015 ereigneten sich fünf Kradunfälle, bei denen auch ein Motorradfahrer getötet und zwei schwerverletzt wurden. Zuletzt verletzte sich erst am 26.03.2016 ein Motorradfahrer schwer.
Wie wichtig derartige Kontrollen sind, zeigte sich sogleich am Sonntag, als es in den Mittagsstunden im Bereich Wiedigshof zu einem Verkehrsunfall mit einem Kraftrad kam. Ein 52-jähriger Mann aus Langelsheim verlor durch einen Fahrfehler die Kontrolle über sein Motorrad und zog sich beim Sturz Knochenbrüche und Thoraxprellungen zu. Er war zudem leider nur mit Freizeitbekleidung und ohne Handschuhe unterwegs gewesen.
Die Polizei wird ihre Kontrollen selbstverständlich auch außerhalb derartiger Thementage fortführen, um die Unfallzahlen zu senken, so Hauptkommissar Osburg abschließend.