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Geschrieben von PM am 18. August 2013
Region

Die digitale Spaltung mitten im Harz

Breitband statt Schneckentempo - aber wie? "Harzmacher" diskutieren über Breitbandversorgung

Lücken in der Breitbandversorgung machen Internetnutzern im Harz das Leben schwer (Bildquelle: Breitbandatlas Niedersachsen)
Lücken in der Breitbandversorgung machen Internetnutzern im Harz das Leben schwer (Bildquelle: Breitbandatlas Niedersachsen)

Am Dienstag, 27. August um 18:30 Uhr findet im Filmsaal der Kreisvolkshochschule Osterode eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Breitbandversorgung statt. Dabei haben prominente Politiker ihr Kommen bereits zugesagt, nämlich Dr. Wilhelm Priesmeier (MdB, SPD), Karl Heinz Hausmann (MdL, SPD), Viola von Cramon (MdB, Grüne), Dr. Meinhart Krischke Ramaswamy (Piraten). Sein Kommen signalisiert hat auch Dr. Roy Kühne (CDU). Angefragt wurden zudem Christian Grascha (FDP) und Michael Ohse (Linke).

Ausgehend von einer Initiative der Harzmacher, einem Netzwerk von Freiberuflern und Unternehmern in der Harzregion, werden die technischen und finanziellen Möglichkeiten einer flächendeckenden Versorgung mit Breitband-Internet in unserer Region diskutiert. Zunächst werden die verschiedenen Techniken der Breitbandvernetzung vorgestellt, bevor die Realisierungsmöglichkeiten in unserer Region diskutiert werden. Eingeladen dazu sind insbesondere auch die Bundestags-Kandidaten des Wahlkreises Osterode-Northeim, da die Finanzierung auf der Bundes- und Landesebene aufgebracht werden muss. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Die digitale Spaltung durchzieht auch unsere Region. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Ortschaft Lerbach. Auf gut der Hälfte der Hauptstraße ist eine Versorgung der Anwohner mit superschnellen 100 MBit/s über das Fernsehkabel möglich. Dieses Kabel endet aber abrupt im oberen Teil des Dorfes. Die rund 50 Haushalte oberhalb dieses Kabelendes können noch nicht einmal an das DSL-Netz der Telekom angeschlossen werden, da die Entfernung zum Hauptverteiler in Osterode zu groß ist. Für sie bleibt nur Modem- oder ISDN-Technik aus den Anfängen der  Internetnutzung in den 1990er Jahren. Sie surfen - genau wie der komplette Ort Riefensbeek-Kamschlacken - noch mit einem Schneckentempo von 0,064 MBit/s und brauchen für den Empfang eines einzigen an eine E-Mail angehängten Fotos bis zu 10 Minuten. Der Nachbar weiter unten erledigt das in 2-3 Sekunden. Auch an eine Nutzung von Diensten wie Youtube braucht man bei derart lahmen Anschlüssen gar nicht erst zu denken, das Laden einer einzigen Webseite wird schon zur Geduldsprobe.

Leider kalkulieren börsennotierte Telefongesellschaften ihre Investitionen in den Ausbau des Netzes so, dass sie sich schon nach wenigen Jahren bezahlt gemacht haben, obwohl die Kabel über mehrere Jahrzehnte genutzt werden können. Dadurch ist für sie der Ausbau eines entlegen Dorfes wirtschaftlich nicht attraktiv und sie investieren lieber in dicht besiedelte Städte. Für den Ausbau des Netzes in ländlichen Regionen fordern sie stattdessen den Ausgleich einer sogenannten Wirtschaftlichkeitslücke durch die öffentliche Hand, bevor die Bagger anrücken.

Hier tut sich also der Bedarf einer politischen Lösung auf, um die ländlichen Regionen in diesem für ihre Attraktivität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit so wichtigen Punkt nicht abzuhängen: In Lerbach fehlen z.B. knapp 15.000 €, um eine Breitband-Basisversorgung im Oberdorf aufzubauen. Würden dadurch die Werte der rund 30 betroffenen Immobilien im Schnitt um jeweils nur 1.000 € steigen, wäre diese Summe bereits gut investiertes Geld.


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