Geschrieben von PM UMG am 02. Juni 2019
Chronische Schmerzen verhindern
Schmerzprojekt „PAIN2020“ startet in Region Göttingen
Die Schmerzmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen ist Partner im bundesweiten Projekt „PAIN2020“. Für Patienten gibt es eine Telefon-Hotline zum „Aktionstag gegen den Schmerz“ am Dienstag, 4. Juni 2019. Dabei beantworten UMG-Experten Fragen zum Projekt und zur Teilnahme.
Schmerzen umfassend und interdisziplinär behandeln, bevor sie chronisch werden – das ist das Ziel des bundesweiten Projekts „PAIN2020“. Die Schmerzmedizin der Klinik für Anästhesiologie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist Partner im Projekt und betreut Schmerzpatient*innen aus der Region rund um Göttingen. Die UMG-Schmerzexperten informieren anlässlich des achten „Aktionstags gegen den Schmerz“ am Dienstag, dem 4. Juni 2019, über das Projekt und beantworten Fragen über eine Telefon-Hotline von 08:00 bis 18:00 Uhr unter der Telefonnummer 0551 / 39-62296.
Geeignet für das Projekt sind Menschen mit anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen, deren Lebensqualität durch den Schmerz eingeschränkt ist, deren Schmerz aber noch nicht chronifiziert ist. Bei einer Teilnahme am Projekt PAIN2020 erhalten teilnehmende Patienten eine umfassende Einschätzung ihrer Beschwerden und eine anschließende Beratung. Die UMG-Schmerzexperten geben Patienten Empfehlungen, welche Therapie – beim Hausarzt, beim Facharzt, ambulant, stationär oder in einer Tagesklinik – für ihren speziellen Fall am besten geeignet ist.
„Wenn Schmerzen erst einmal chronifiziert sind, entstehen den Patienten zusätzlich zu den Schmerzen weitere große Probleme: Sie sind dann körperlich und psychosozial beeinträchtigt, die Lebensqualität sinkt, Probleme im Arbeitsleben und im sozialen Umfeld können die Folge sein“, sagt Prof. Frank Petzke, Leiter Schmerzmedizin in der Klinik für Anästhesiologie der UMG. „Ein Leben mit ständigen Schmerzen muss nicht sein. Eine möglichst frühe interdisziplinäre Diagnostik und Behandlung von Schmerzen kann vielen Menschen zu mehr Lebensqualität verhelfen“, so Prof. Petzke. Möglich wird dies jetzt in der Region durch die Teilnahme der Schmerzmedizin am Projekt „PAIN2020“.
DAS PROJEKT „PAIN2020“
Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. hat das Projekt zusammen mit der Krankenkasse BARMER und weiteren Partnern initiiert. „PAIN2020“ steht für Patientenorientiert. Abgestuft. Interdisziplinär. Netzwerk. Untersucht wird, ob sich die Versorgungssituation von Patienten mit Schmerzen verbessern lässt, wenn sie frühzeitig eine interdisziplinäre Diagnostik und entsprechende Therapieempfehlungen erhalten. Das Projekt „PAIN2020“ wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit sieben Millionen Euro gefördert, läuft über drei Jahre und soll insgesamt 6.000 Patienten aufnehmen.
Es handelt sich um ein wissenschaftliches Projekt, die Zuweisung zu zwei verschiedenen diagnostischen Wegen wird deshalb per Zufall bestimmt. In jedem Fall erhalten die Patienten eine schnelle und hoch qualifizierte schmerztherapeutische Versorgung. Bei einem der beiden Wege erwartet die Teilnehmer*innen ein fachübergreifendes Assessment, das in einem Team aus Arzt, Psychologen und Physiotherapeuten durchgeführt wird. Das Team legt im Anschluss gemeinsam fest, wie es weitergeht. Dabei berücksichtigen die Vertreter der beteiligten Berufsgruppen verschiedene Kriterien, anhand derer sie feststellen können, ob bei einem Patienten das Risiko einer chronischen Schmerzerkrankung besteht. Diese Risiken werden dann in die weitere Behandlung einbezogen.
Zielgruppe des bundesweiten Projekts „PAIN2020“ sind Menschen, die Schmerzen über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen haben. Geeignet ist das Projekt zudem für Menschen, bei denen der Schmerz trotz einer fachspezifischen Behandlung wiederkehrt. Die Lebensqualität sollte in allen Fällen durch den Schmerz eingeschränkt, allerdings noch keine Chronifizierung diagnostiziert sein. Weiteres Kriterium kann eine aktuelle, seit vier Wochen andauernde Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise Arbeitsunfähigkeit von mindestens sechs Wochen in den zurückliegenden zwölf Monaten sein.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter: www.pain2020.de (externer Link)
