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Geschrieben von Peter Bischof am 02. August 2019
Region

Wertschätzung fürs Ehrenamt als roter Faden

Ortsrundgänge des SPD-Bürgermeisterkandidaten für Osterode Jens Augat

Beim Rundgang in Ührde führte Ingrid Kreckmann (links) fachkundig durch die Geschichte des Dorfes. (Fotos: SPD Osterode)
Beim Rundgang in Ührde führte Ingrid Kreckmann (links) fachkundig durch die Geschichte des Dorfes. (Fotos: SPD Osterode)
Der Ortsrundgang in Dorste startete an der ehemaligen Grundschule und endete nach der Besichtigung des Unter- und Oberdorfes wie in den anderen Orten mit einem Imbiss.
Der Ortsrundgang in Dorste startete an der ehemaligen Grundschule und endete nach der Besichtigung des Unter- und Oberdorfes wie in den anderen Orten mit einem Imbiss.
Jens Augat im Gespräch mit Ortsbürgermeisterin Helga Klages und einem Dorster Einwohner.
Jens Augat im Gespräch mit Ortsbürgermeisterin Helga Klages und einem Dorster Einwohner.
Viele Einwohner nahmen am Ortsrundgang in Förste und Nienstedt teil.
Viele Einwohner nahmen am Ortsrundgang in Förste und Nienstedt teil.

Die hohe Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit ziehe sich wie ein roter Faden durch die Themen, die bei den Ortsrundgängen zur Sprache kommen, freut sich Jens Augat, SPD-Bürgermeisterkandidat in Osterode. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass in den Ortschaften viele Investitionen nötig sind, um bei den Bewohnern dieses große Engagement und die Bereitschaft zum Ehrenamt aufrecht zu erhalten.

In Dorste müssten beispielsweise der Fußboden der Turnhalle und die Duschen und die Schiedsrichterkabine des TSC Dorste aufgrund des Schimmelbefalls erneuert werden. Ähnliches hatte der Kandidat auch beim Besuch des TuSpo Petershütte gehört, als er sich dort über die Vereinsarbeit informierte und natürlich auch zum Aufstieg der Fußballer in die Landesliga gratulierte.

 

Dorste: Investitionen nötig, um Ehrenämter zu stärken

Der Ortsrundgang in Dorste startete an der ehemaligen Grundschule und endete nach der Besichtigung des Unter- und Oberdorfes wie in den anderen Orten mit einem Imbiss. Bei den Gesprächen standen ebenfalls wieder die Investitionen im Vordergrund. So müssten für die Dorster Festhalle Mittel bereitgestellt werden, weil Orte wie diese für die dörfliche Gemeinschaft von zentraler Bedeutung seien, so Jens Augat. Pächter Frank und seine Ehefrau Gabi Friedmann hatten Augat durch die Dorster Festhalle geführt. Probleme seien hier fehlender Stauraum, die Fußböden in den Randbereichen und dringend nötige Schallschutzmaßnahmen am  Jugendraum in Abgrenzung zum Gesellschaftsraum aufgrund der durchgehenden Decken. Auch sei nur eine große Starkstromsteckdose in der Festhalle vorhanden, doch für den Schüttenhoff würden mehr benötigt. „Mich hat besonders beeindruckt, wie viel Eigenleistung seitens der Pächter in die Festhalle gesteckt wird, damit die zahlreichen tollen Veranstaltungen stattfinden können“, so Jens Augat.

Auch der Zustand der ehemaligen Grundschule in Dorste bedürfe der Sanierung, vor allem die defekten Fenster und leerstehenden und heruntergekommenen Wohnungen. Hier fehle es insbesondere an Nutzungsmöglichkeiten. „Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss werden dagegen aktuell unter anderem vom Heimat- und Geschichtsverein genutzt, zum Beispiel für Blutspenden, als Wahllokal und Chorraum. Da ist es hilfreich, dass bereits eine neue Toilette und Küchenzeile vorhanden sind.“

Ortsbrandmeister Maik Sindram und sein Stellvertreter Achim Dix informierten Jens Augat über die Feuerwehr Dorste, die über 50 aktive Mitglieder plus Jugendfeuerwehr und Feuerwehrmusikzug verfügt. Die Wehr sei nicht nur wichtig für den Brandschutz, sondern auch für die Jugendarbeit und den dörflichen Zusammenhalt.

Ein Thema, dass die Dorster Bevölkerung massiv umtreibt, ist die Hochwassersituation im Unterdorf. Seit vielen Jahren führt die Begradigung des Mühlbaches immer wieder zu Überschwemmungen. Schon bei einer früheren Besichtigung machte Jens Augat klar, dass er dieses Thema auch als Bürgermeister weiter aktiv begleiten werde. Denn das Hochwasser im Sommer 2017, bei dem viele Keller vollliefen und große Flächen rund um das Dorf geflutet wurden, habe eindringlich gezeigt, wie wichtig der Hochwasserschutz sei. Die Dorster warteten schon seit mindestens 30 Jahren vergeblich auf einen effektiven Hochwasserschutz, denn die vorhandenen Fördermittel für Hochwasserschutz wurden schwerpunktmäßig für Küstenschutz ausgegeben.

Nun soll im nächsten Jahr der alte „Ührder Teich“ als Rückhaltebecken ausgebaut werden. Die Mittel dafür sind im Haushalt für 2020 eingestellt. Eine weitere mögliche Maßnahme sei die  Renaturierung des Mühlbaches, sie hätte zudem einen positiven Nutzen für das nahe FFH-Gipskarst-Gebiet bei Ührde.

 

Ührde: Toller Zusammenhalt im Dorf

Apropos Ührde, seinen dortigen Ortsrundgang stellte Jens Augat unter das Motto: „Jede Ortschaft ist wichtig und sei sie noch so klein.“ Ohnehin sei der Ort für ihn positiv besetzt, so Augat, habe er doch seine Hochzeit im „tollen Ambiente des Gasthauses Sindram“ gefeiert.

Start und Ziel des Ortsrundganges waren am Feuerwehrhaus, wo der Abschluss in bewährter Weise mit Würstchen und kalten Getränken begangen wurde. Zudem führte Ingrid Kreckmann fachkundig durch die Geschichte Ührdes, Kapelle, Hirtenhaus und Schulwege wurden wieder mit Leben erfüllt.

Am Feuerwehrhaus gab es noch viele interessante Gespräche. Es sei toll, was der Bürgerverein Ührde alles bewege, so der Kandidat. Auch die Feuerwehr als Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Schwiegershausen sei sehr aktiv. Ganz wichtig sei den Einwohnern auch, den Charakter des Stadtdorfes zu erhalten.

Neben der aktuell stattfindenden Flurbereinigung sei außerdem eine Geschwindigkeitsbegrenzung Richtung Schwiegershausen ein Thema gewesen.

 

Förste und Nienstedt: Die Wehren bestmöglich ausstatten

Im Feuerwehrhaus in Nienstedt steckt viel Eigenleistung. Die Mitglieder der Wehr haben sich für den Erhalt des Gebäudes engagiert und Spendengelder für die Beschaffung von Fahrzeugen gesammelt. Dennoch war der Neubau eines gemeinsamen Gebäudes für die Wehren in Nienstedt und Förste ein Thema beim Rundgang durch diese beiden Orte. „Auch das Feuerwehrhaus in Förste ist in einem schlechten baulichen Zustand. Ein für einen gemeinsamen Neubau in Frage kommendes Grundstück wurde mir bei dem Besuch gezeigt“, so Jens Augat. „Für mich ist es wichtig, den Wehren unsere Wertschätzung zu zeigen durch eine bestmögliche Ausstattung. Ich werde mich deshalb dafür einsetzen, dass ein gemeinsames Feuerwehrhaus mittelfristig kommt. Wirklich beeindruckend ist auch, dass knapp die Hälfte der rund 400 Nienstedter Einwohner Mitglied in der Feuerwehr ist.“

Die Freiwillige Feuerwehr Förste feiert in diesem Jahr ihr 140-jähriges Bestehen. „Hier wird ebenfalls großartige Arbeit geleistet, die für unsere Gemeinschaft von großer Bedeutung ist. Dazu zählt neben der Brandbekämpfung durch die ehrenamtlichen Feuerwehrleute auch die nicht nur perspektivisch wichtige Jugendarbeit in der Jugendfeuerwehr.“ Gerade bei der Jugend arbeiten die Wehren von Förste und Nienstedt bereits eng zusammen.

Der Rundgang durch die beiden Orte begann am Feuerwehrhaus in Nienstedt und endete im Garten der Familie Huchthausen in Förste mit einem Imbiss. Bei Bratwurst und kalten Getränken wurden dem Bürgermeisterkandidaten über große und kleine Probleme in den beiden Orten berichtet. So zum Beispiel die Pflege des Goldbaches, der von der Stadt nicht gesäubert werde, was zu Schwierigkeiten bei Hochwasser führe. Auch die Verwitterung der Schriftzüge bei den Kriegerdenkmälern in Förste und Nienstedt wurde beklagt.

Doch es gab auch viel Positives. So sei die Sanierung des Gebäudes der ehemaligen Verwaltungsaußenstelle über das LEADER-Programm angedacht. „Toll ist auch, dass junge Familien im Ort bauen wollen“, freute sich Jens Augat bei der Besichtigung des Neubaugebietes Kunstbucht. „Wichtig ist aber, noch fehlende Bauplätze zu erschließen.“

Beim Ortsrundgang durch Förste wurden bei Jens Augat viele Erinnerungen an frühere Besuche des Ortes geweckt. „Freunde meiner Eltern wohnten in Förste. Wir haben hier viele Wochenenden verbracht und sind häufig bei den Förster Traditionsveranstaltungen wie Kranzreiten und Schüttenhof dabei gewesen.“


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