Geschrieben von Peter Bischof am 02. September 2019
Vortrag und Wiederholung der szenischen Schlossführungen am Tag des offenen Denkmals
Baufortschritte auf dem Schloss Herzberg




Ulrich Rütjerodt, Projektleiter Welfenschloss beim Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen, wird am Tag des offenen Denkmals, am Sonntag, 8. September, ab 10.30 Uhr im Rittersaal über die Baufortschritte bei der Sanierung des Welfenschlosses referieren. Dabei werden insbesondere der Schlossturm und der Marstall-Flügel im Blickpunkt stehen. Aufmerksame Besucher des Schlosses werden gesehen haben, dass am Schlossturm auf erste Fachwerkfelder und Balken Farbe aufgetragen wurde. Der Schlossturm wird sicherlich bald wieder der optische Blickfang des Schlosshofes sein.
An diesem Sonntagnachmittag werden zudem aufgrund der großen Nachfrage die Szenischen Schlossführungen wiederholt. Ab 14.30 Uhr werden die Schlossführer und einige Mitglieder des Fördervereins wie bereits am Museumstag Christian-Ludwig mit seiner Dorothea, Clementia von Zähringen, Georg und Anna Eleonore „auferstehen“ lassen. Mit dabei auch wieder der Gewehrinspekteur Tanner, Orgelbaumeister Engelhardt, Knechte, Mägde, Jäger und Köhler. Sie alle werden Geschichte „spielen“, wobei alle Beteiligten aber keine Schauspieler sind.
Orgelbaumeister Engelhardt
Als Beispiel hier der Auftritt von Wolfgang Zeiss als Orgelbaumeister Engelhardt. „Darf ich mich vorstellen? Johann Andreas Engelhardt. Ich bin Orgelbaumeister, 1804 bei Naumburg geboren und seit 1829 hier in Herzberg tätig. Ich habe 1829 hier geheiratet. Meine erste Orgel habe ich 1830 in der Lerbacher Pfarrkirche eingebaut. Ich habe viele Orgeln gebaut, so für die Marktkirche in Goslar, die St. Cyriakus-Kirche in Duderstadt, die Orgel im Dom zu Braunschweig, in der St. Jakobi-Kirche in Osterode und in der Nicolai-Kirche in Herzberg.
1859 musste ich Konkurs anmelden, ursächlich wegen des Umbaus der Orgel im Dom Braunschweig. Die haben mich ganz schön gelinkt, die Braunschweiger. Ich habe aber danach noch weiter gearbeitet, bis ich 1866 von dieser Welt geschieden bin.
Meine Söhne Gustav Carl und Hermann führten die Werkstatt fort, trennten sich dann aber 1866. Gustav Carl hat dann bis 1880 die Werkstatt weitergeführt und als bedeutende Werke die Orgel im Braunschweiger Brüderkloster mit 53 Regisgter und die in der Magni-Kircher mit 40 Registern gebaut. 1880 ging Gustav Carl dann auch pleite und verschwand spurlos. Es gab verschiedene Spuren von ihm als Nichtsesshafter. Dann arbeitete er gelegentlich auch noch als Orgelbauer und soll offensichtlich zwischen 1905 und 1910 in Herzberg.
Soweit zu unserer Familie. Werfen wir nun einen Blick auf die Orgel hier im Museum:
Der älteste Teil der Orgel stammt aus der einstigen Kirchenorgel von Herrhausen (bei Seesen). Weitere Teile stammen aus der einstigen Kirchenorgel in Osterlinde bei Salzgitter. Weitere Orgelteile stammen aus Privatbesitz oder es wurden neue Teile eingebaut. Die Orgel wiegt, so wie sie dort steht, ca. 15 Zentner und hat 421 Pfeifen, davon 62 in Holz.“
Fotos: Förderverein Schloss Herzberg