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Geschrieben von PM Harzwasserwerke am 02. Februar 2020
Region

Talsperren nur zu 55 Prozent gefüllt

Trockenheit weiter spürbar – Harzwasserwerke stellen sich auf Vorsichtsmaßnahmen ein

Ein Anblick, der in Zukunft vielleicht immer öfter möglich ist: Im Dezember 2016 war die Annabrücke in der Odertalsperre wieder zu sehen. Damals lag der niedrige Wasserstand allerdings an der Sanierung der Talsperre. (Archivfoto : Boris Janssen)
Ein Anblick, der in Zukunft vielleicht immer öfter möglich ist: Im Dezember 2016 war die Annabrücke in der Odertalsperre wieder zu sehen. Damals lag der niedrige Wasserstand allerdings an der Sanierung der Talsperre. (Archivfoto : Boris Janssen)

Zu Beginn des neuen Jahres liegen die Füllstände der Westharz-Talsperren deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 72 Prozent. Nach zu trockenen Wintermonaten sind die Talsperren nur zu 55 Prozent gefüllt und beinhalten 20 Millionen Kubikmeter Wasser weniger als im Vorjahr, teilen die Harzwasserwerke mit. Bleiben die Niederschläge im Harz weiter aus, werden an den Talsperren Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um die Versorgungssicherheit auch im Fall eines erneut trockenen Sommers zu gewährleisten.

„Die allgemeine Trockenheit hält im Harz weiter an. Besonders der Regen aus dem Vorjahr und der Schnee fehlen aktuell in den Talsperren“, sagt Dr. Christoph Donner, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke. Anders als im Vorjahr, als zum gleichen Zeitpunkt starke Regenfälle den Negativtrend deutlich stoppten, ist der Niederschlag im Einzugsgebiet der Talsperren fortlaufend zu gering. November und Dezember lieferten nur unterdurchschnittlichen Regen, dazu brachte der warme Januar ebenfalls kaum abflusswirksamen Niederschlag für die Talsperren mit sich. Auch Schnee, der dann in Form von Schmelzwasser in die Talsperre fließen könnte, ist aktuell nicht zu verzeichnen. Die Schneelage oberhalb von 700 Metern Höhe bewegt sich in einer Größenordnung von 0 bis 10 Zentimeter.

 

Angespannte Situation an den Talsperren

In allen drei Trinkwassertalsperren der Harzwasserwerke (Grane-, Ecker- und Sösetalsperre) befinden sich aktuell 52 Millionen Kubikmeter Wasser, der langjährige Durchschnitt beträgt zu diesem Zeitpunkt 65 Millionen Kubikmeter. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich hier ebenfalls ein Defizit von rund 5 Millionen Kubikmeter.

„Die Versorgungssicherheit ist weiter gesichert, dennoch ist die Situation insgesamt angespannt. Wenn man es mit einer Ampel vergleicht, stehen wir bei Gelb“, erklärt Dr. Donner. In welche Richtung die Ampel springt, hängt in erster Linie vom Niederschlag ab. Kommt es in den nächsten Wochen zu vielen regenreichen Tagen oder zu einem Starkregenereignis, kann die Trinkwasserversorgung bei „Grün“ und im Normalbetrieb fortgesetzt werden. Sollte die Trockenheit jedoch langfristig weiter anhalten, werden an den Talsperren Maßnahmen zum Schutz der Versorgungssicherheit eingeleitet.

Aktuell beobachten die Harzwasserwerke die Situation an den Talsperren intensiv und treffen schon jetzt erste Vorbereitungen, um die Trinkwasserversorgung auch im Falle eines Dürre-Sommers weiter gewährleisten zu können. Mit Hilfe von Wettervorhersagen (4-Wochen-Vorhersage des DWD), historischen Datenreihen und Langzeit-Modellen werden Berechnungen erstellt, mit denen die Bewirtschaftung der Talsperren auf die meteorologische Situation angepasst werden kann.

 

Mögliche Maßnahmen

Kurzfristig kann in Abstimmung mit der Talsperrenaufsicht, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), die Niedrigwasseraufhöhung reduziert werden. Die Unterwasserabgabe an den Talsperren versorgt den Unterlauf des Flusses konstant mit Wasser und schützt damit das aquatische Ökosystem und den Fluss vor Austrocknung. Auch angrenzende Industriestandorte oder Kläranlagen erhalten so benötigtes Wasser für Kühl- und Arbeitsprozesse.

Eine weitere Maßnahme zur Sicherung der Trinkwasserversorgung ist die Steuerung der Talsperren im Verbundsystem. Durch Stollen und Gräben kann Wasser umverteilt werden, um so einzelne Talsperren zu entlasten oder zu unterstützen. Ähnliche Maßnahmen wurden bereits im Dürre-Jahr 2018 getroffen.

 

Über die Harzwasserwerke

Die Harzwasserwerke sind größter Wasserversorger Niedersachsens und beliefern als Vorversorger andere Wasserversorger, Stadtwerke und Unternehmen. Mit rund 95 Millionen Kubikmeter Trinkwasser, die pro Jahr verkauft werden, gehören die Harzwasserwerke zu den zehn größten Wasserversorgern Deutschlands. Das Wasser gewinnen die Harzwasserwerke aus Talsperren im Harz und aus Grundwasserwerken entlang ihres Leitungsnetzes.

Neben dem Verkauf von Trinkwasser nehmen die Harzwasserwerke auch andere Aufgaben wahr: Mit dem Management von sechs Talsperren und den Teichen der Oberharzer Wasserwirtschaft sind sie im Harz für Hochwasserschutz zuständig. Durch die Niedrigwasserauffüllung sorgen die Harzwasserwerke dafür, dass in Zeiten ohne Regen Flüsse nicht trockenfallen. Außerdem setzen sich die Harzwasserwerke für den Naturschutz ein und erzeugen mit ihren Wasserkraftwerken grünen Strom.

Auch die Pflege und Unterhaltung der historischen Oberharzer Wasserwirtschaft, die mit der Altstadt von Goslar und dem Bergwerk Rammelsberg UNESCO- Weltkulturerbe ist, übernehmen die Harzwasserwerke.

Aktuelle Daten der Talsperren sind zu finden unter www.harzwasserwerke.de (externer Link).


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