Geschrieben von Svenja Friedrich am 03. Februar 2020
Das Grenzlandmuseum Bad Sachsa im Wandel der Zeit
Info-Veranstaltung des Fördervereins
Unter dem Motto „30 Jahre Wiedervereinigung – ein Grenzlandmuseum im Wandel der Zeit“ hatte der Förderverein des Museums am Samstag (01.02.2020) zu einer Informationsveranstaltung geladen. Neben der Erläuterung des Status Quo der Einrichtung ging es auch darum, wie auf die Herausforderungen der Zukunft reagiert werden soll.
Vereinsvorsitzender Uwe Oberdiek betonte, dass ein Ziel der Veranstaltung sei, momentane Zustände transparent zu vermitteln und damit auch den Eindruck zu korrigieren, der vor einigen Monaten durch Medienvertreter erweckt wurde; dass nämlich das Museum vor seinem Ende stünde. Trotz einiger Schwierigkeiten sei dies nicht der Fall.
Natürlich muss sich das Museum, wie viele andere auch, den Herausforderungen der Zukunft stellen: Schwindende Mitgliederzahlen und ein vergleichsweise hohes Durchschnittsalter des Vereins sorgen dafür, dass die Sammlung nicht so umfassend betreut werden kann wie etwa in anderen Grenzlandmuseen. Die Zahl der ehrenamtlichen aktiven Mitglieder ist in anderen Orten um ein Vielfaches höher, was den Betrieb und die Vermarktung einer solchen Einrichtung vereinfacht. Geringe Eigenmittel des Vereins und die sinkende Spendenbereitschaft der Besucher sorgen dafür, dass Investitionen nahezu unmöglich sind. Nichtsdestotrotz stiegen die Besucherzahlen seit dem Umzug des Museums von Tettenborn nach Bad Sachsa vor gut drei Jahren. Die Einführung des Harzer Urlaubstickets HATIX veranlasste Oberdiek ebenso, auf weiter steigende Zahlen von Touristen und damit Museumsbesuchern zu hoffen.
Klares Ziel des Fördervereins ist es, das Museum und die gesamte Grenzthematik wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, um nicht nur die Sammlung, sondern auch eine Vereinsmitgliedschaft und damit das aktive Bewahren der Ausstellung attraktiver zu machen. Technische und didaktische Neuerungen sind dabei unerlässlich, um das Museum auf dem aktuellen Stand zu halten und auch jüngere Gesellschaftsgruppen anzusprechen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen – diejenigen also, die zum einen mit „textlastigen“ Ausstellungen nicht mehr so viel anfangen können wie ältere Besucher, und die zum anderen die deutsche Teilung nicht aktiv miterlebt haben und daher ganz anders an die Ausstellungsinhalte herangeführt werden müssen.
Eine Modernisierung der Exponate soll ebenso wie eine verstärkte digitale Darstellung der Inhalte eine verbesserte Reputation des Museums zur Folge haben und es wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Die nötigen Kriterien, um staatliche Förderungen zu erhalten, sollen ebenso erfüllt werden – nicht zuletzt die digitale Konservierung von Zeitzeugenberichten erfordert schließlich Zeit und Geld. Nicht nur Neumitglieder und Förderer, sondern auch Bürger, die auf fachlicher und ideeller Ebene den Verein unterstützen möchten, sind also herzlich eingeladen, dem Grenzlandmuseum zu neuem Schwung zu verhelfen.
