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Geschrieben von PM/ski am 25. Februar 2020

Region

Bergwaldprojekt im Harz: Mithelfen beim Aufforsten

Freiwillige fürs Bergwaldprojekt gesucht: am Wurmberg sollen über 37.000 Bäume gepflanzt werden

Foto: Bergwaldprojekt e.V.
Foto: Bergwaldprojekt e.V.
Foto: Sven Lachmann/pixabay
Foto: Sven Lachmann/pixabay

Bei vielen Einheimischen und Touristen herrscht große Betroffenheit über den Zustand der Wälder im Harz. Bei einem Freiwilligenprojekt kann man aktiv zur Aufforstung und Gesundung beitragen.
Seit 1992 arbeitet das Bergwaldprojekt e.V. im Revier Braunlage, das zum Forstamt Bad Lauterberg gehört, am ökologischen Waldumbau vor Ort. Der Anteil der Fichte lag damals als direkte Folge des Bergbaus, der seit Anfang des 16. Jahrhunderts im gesamten Gebiet intensiv betrieben wurde, bei etwa 85 %. Holz war der wichtigste Bau-und Betriebsstoff; aufgrund der übermäßigen Holznutzung wurde ab 1730 großflächig mit der schnellwüchsigen „Flachlandfichte“ aufgeforstet. Typisch für den Harz waren ursprünglich Mischwälder aus Buche und Bergahorn, die bis fast 700 Meter Höhe hinauf reichten. Erst in höheren Lagen trat natürlicher Bergfichtenwald auf. Heute beherrschen ab 400 Meter Fichtenbestände das Bild.

Aber die letzten beiden trockenen Sommer haben dem Harzer Waldbestand arg zugesetzt: Aufgrund von Trockenschäden, Sturmwurf und Borkenkäfer sind über 1.500 ha Wald im Bereich des Forstamts Bad Lauterberg abgestorben. Weil die vom Fichtenborkenkäfer, Buchdrucker und Kupferstecher befallenen Bäume entnommen wurden, sind mitten im Waldgebiet große Freiflächen entstanden, die nun zum Teil ein waldfeindliches Klima aufweisen. Das kann zu Strahlungsfrost, Vergrasung, Verminderung des Nährstoffgehalts von Böden und Trockenheit führen. Dem will der Verein Bergwaldprojekt e.V. bald etwas entgegensetzen: nämlich 37.000 Bäume.
Um auf den betroffenen Fichtenflächen eine naturnahe Waldentwicklung zu fördern, wird das Bergwaldprojekt e.V. vom 12. April bis 2. Mai 2020 im Rahmen eines Pflanzcamps mit hunderten Freiwilligen zum 30-jährigen Jubiläum des Vereins am Wurmberg standortheimische Bäume pflanzen. Die Freiflächen werden mit Vorwaldbaumarten wie Schwarzerle, Grauerle und Sandbirke bepflanzt. In den noch vorhandenen Schattenbereichen werden Weißtannen und Buchen gesetzt. Auf kleineren Freiflächen wird Bergahorn gepflanzt. Mit Hilfe dieser Maßnahmen soll ein waldfreundlicheres kühles Klima auf den Flächen erzeugt und der lebenswichtige Humus erhalten werden.  Um das gesunde Aufwachsen der Hauptbaumarten Tanne, Buche und Bergahorn zu gewährleisten, werden Teilflächen gegen Wildverbiss ebenfalls von den Freiwilligen eingezäunt und bei der Tanne Einzelschutz durchgeführt. Peter Naumann, Vorstand Öffentlichkeitsarbeit des Bergwaldprojekt e.V.: „Gemeinsam mit dem niedersächsischen Forstamt Bad Lauterberg wird ein wertvoller Beitrag für den Erhalt des Waldes und die Förderung gemischter, stabiler und artenreicher Wälder der Zukunft geleistet." Finanziert werden die Jungpflanzen durch Spenden von Industriekonzernen und Privatleuten.

Termine Pflanzcamp in Braunlage:
Drei Einsatzwochen mit Freiwilligen vom 12.04. bis 2.05.2020, zusätzlich finden auch Pflanztage für Familien am18.,19., 25. und 26.April 2020 statt.  Die Teilnahme an allen Terminen ist kostenlos, die Unterkunft für einen Wochen- oder zweitägigen Einsatz und die Verpflegung für alle Einsätze übernimmt das Bergwaldprojekt e.V.. Anmelden kann man sich im Internte unter www.bergwaldprojekt.de/aktuelles/pflanzcamp-zur-30-saison (externer Link)


Zum Bergwaldprojekt e.V.: Das Bergwaldprojekt e.V. mit Sitz in Würzburg organisiert Freiwilligen-Wochen in ganz Deutschland. 2020 finden 122 Projektwochen an 53 verschiedenen Standorten statt. Außerdem werden ein- oder mehrtägige Pflege- und Pflanzeinsätze an verschiedenen Orten in Deutschland angeboten. Ziele der Einsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen.


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