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Geschrieben von PM Stadt Göttingen am 13. Juni 2020
Region

Corona-Update: jetzt 1.061 bestätigte Infektionen in Stadt und Landkreis Göttingen

Neues Infektionsgeschehen in Göttingen - Grundschule Rhumspringe geschlossen

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Im Landkreis Göttingen sind am 13.06.2020189 Personen am Virus erkrankt, 10 weniger als am Vortag. Die Gesamtzahl bestätigter Infektionen steigt auf 1.061 (+5); davon sind 329 in der Stadt Göttingen gemeldet, 732 im weiteren Kreisgebiet. Insgesamt 794 (+15) Personen sind wieder von der Infektion genesen, 78 sind in Verbindung mit einer Erkrankung an Covid-19 gestorben. Die ermittelte Zahl der Neuinfektionen der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen liegt bei 18,31 (Vortag: 23,80).

Neues Infektionsgeschehen in Göttingen entdeckt

In einem Häuserkomplex im Göttinger Stadtzentrum haben sich nach aktuellem Stand zwei Personen mit SARS-CoV-2 infiziert. Die Infektion zweier miteinander befreundeten Frauen wurde bei einer präventiven Routine-Kontrolle in einer Klinik entdeckt. Die Kenntnis über diese Infektionen hat der Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Göttingen unter Leitung von Stadträtin Petra Broistedt am Freitag, 12. Juni 2020, erlangt. Sofort wurden alle namentlich genannten Kontaktpersonen 1. Grades kontaktiert, für sie wurde ein Test auf SARS-CoV-2 organisiert.

„Die Pandemie ist längst nicht vorbei. Wir haben es mit einer Lage zu tun, die jederzeit in jeder Stadt auftauchen kann. Der Staat kann zwar Rahmenbedingungen schaffen, damit sich das Virus weniger schnell und im besten Fall gar nicht verbreitet“, unterstreicht Rolf-Georg Köhler, Oberbürgermeister der Stadt Göttingen. Daran mitwirken müsse aber jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft. Mehr denn je komme es darauf an, sich solidarisch zu zeigen und zu verhalten. „Es geht darum, Menschen zu schützen. Der beste Weg, dies zu erreichen ist nach wie vor: Abstand halten. Kontakte auf ein Nötiges zu reduzieren. Auf die Hygiene achten und möglichst im öffentlichen Raum einen Mund-Nasen-Schutz tragen.“

Mobiles Testzentrum

Um das Infektionsgeschehen in dem Häuserkomplex zu überschauen, hat die Stadt unmittelbar entschieden, dass alle Bewohner*innen des Komplexes getestet werden sollen. Die Tests werden am Montag und Dienstag, 15. und 16. Juni, vor Ort durchgeführt. Dabei kommt erstmals ein mobiles Testzentrum mit Bussen zum Einsatz, welches der Stab auf Basis der jüngsten Erkenntnisse entwickelt hat.

Die Bewohner*innen erhalten noch am Sonnabend einen Brief, der sie im Detail über Corona, die Tests sowie den Ort und den individuellen Test-Zeitpunkt informiert. Im Brief sind jeweils zwei Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) beigelegt. Petra Broistedt: „So können die Bewohner*innen, die über keinen eigenen Mund-Nasen-Schutz verfügen, zum Test erscheinen, ohne sich und andere zusätzlich zu gefährden. Nach dem Test werden wir allen Teilnehmenden außerdem weitere, waschbare MNS aushändigen, die das Deutsche Theater Göttingen zur Verfügung gestellt hat.“ Um die Menschen über die anstehenden Tests zu informieren, werden im Gebäudekomplex außerdem Plakate aufgehängt, die auf die Test-Aktion hinweisen. Außerdem erhalten alle Bewohner*innen die Anordnung, auf dem Gelände sowie in den Gebäuden außerhalb der eigenen Wohnung einen MNS zu tragen.

„Von der vor Ort tätigen Jugendhilfe-Einrichtung wissen wir, dass es viele Menschen im Komplex gibt, die rumänisch sprechen. Das hat uns auch die Hausverwaltung bestätigt, mit der wir im Austausch stehen. Deshalb werden wir die Briefe und Plakate zweisprachig formulieren“, unterstreicht Petra Broistedt.

Schulschließungen sind aufgrund des gerade ausgelaufenen zweiwöchigen Verbots des Präsenzunterrichts nicht vorgesehen. Vorsorglich angeordnet wurde, dass Kinder und Jugendliche aus dem Komplex bis zum Vorliegen der Testergebnisse nicht die Schule bzw. die Kita besuchen dürfen. Darüber werden auch die Schulen und Kitas informiert.  Eine Verbindung des Geschehens zum jüngsten Ausbruchsgeschehen rund um Pfingsten ist nach heutigem Stand nicht zu erkennen.

Zwei infizierte Kinder: Grundschule Rhumspringe geschlossen

Die Grundschule Rhumspringe bleibt Anfang kommender Woche geschlossen. Per Allgemeinverfügung werden der Präsenzunterricht und die Notbetreuung vorsorglich für Montag und Dienstag, 15. und 16.06.2020, untersagt. Der Grund der Anordnungen sind zwei mit dem Corona Virus infizierte Kinder aus zwei unterschiedlichen Klassen. Sie haben in den vergangenen Wochen am Schulbetrieb teilgenommen, Infektionen weiterer Personen sind deshalb nicht auszuschließen.

 

Um ein klares Bild vom Infektionsgeschehen zu bekommen, wird vorsorglich allen Schülerinnen und Schülern sowie sämtlichen Beschäftigten der Grundschule Rhumspringe ein Test auf das Corona Virus angeboten. Die vorsorgliche Untersagung des Präsenzunterrichts und der Notbetreuung dient dem vorsorglichen Schutz vor einer Infektion mit dem Corona Virus. Sie verschafft zudem dem Krisenstab des Landkreises Zeit, die Ergebnisse der Tests in seine Lagebeurteilung einzubeziehen. Eine Entscheidung über gegebenenfalls notwendige weitere Maßnahmen, um etwaige Ansteckungsketten kurzfristig effektiv zu unterbrechen, fällt dann auf einer breiteren und verlässlicheren Datenbasis.

 

Die Teilnahme an den Tests ist freiwillig. Der Stab des Landkreises geht aber von einer hohen Beteiligung aus und empfiehlt, dieses einmalige, der besonderen Situation angepasste Angebot zu nutzen. Sofern sich Personen bereits in häuslicher Quarantäne befinden, wird diesen die Möglichkeit eines Tests am Aufenthaltsort gegeben.

Weitere Einrichtungen in der Gemeinde Rhumspringe sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen. Die Lageeinschätzung sieht im Moment keine Notwendigkeit für Maßnahmen beispielsweise für die örtliche Kindertagesstätte.


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