Geschrieben von PM am 16. Juni 2020
Mit den Umweltverbänden in den Südharzer Gipskarst
Exkursionsreihe wird fortgesetzt, Wanderung „Wald im Karst“ am 20. Juni
BUND Göttingen, Westharz und Nordhausen, NABU Osterode, Biologische Schutzgemeinschaft Göttingen und die NaturFreunde Göttingen haben sich zusammengetan, Interessierten die Schönheit, Eigenart und Vielfalt, aber auch die Nutzung und Gefährdung der Gipskarstlandschaft des Südharzes auf Exkursionen und Wanderungen nahezubringen. Im Rahmen der Erkundungen der Gipskarstlandschaft geht es am Samstag, den 20.06.20 in die Nähe von Osterode.
Die Teilnehmer werden den Bereich des Hellenbergs und des Lichtensteins erwandern. Unter Leitung von Michael Schulte vom NABU OHA sollen vor allem die karsttypischen Buchenwälder in ihren verschiedenen Aus-formungen und ihrer einzigartigen Schönheit sowie die dazugehörige Flora und Fauna studiert werden. Neben den meist dominierenden Buchen sind Eschen, mehrere Ahornarten, Kirsche, Bergulme, Eiche, Linde, Hainbuchen sowie zahlreiche Sträucher zu bewundern. Auch wenn am Boden die meisten Frühblüher in den Buchenwäldern sich inzwischen oberirdisch zurückziehen, bleibt der Duft von Bärlauch noch in der Luft. Mit etwas Glück können gerade jetzt die selteneren Pflanzen entdeckt werden, z.B. Weißes Waldvögelein und sicher auch Türkenbund. Aber gerade auch in diesen wertvollen Bereichen reißt der flächenhafte oberdirdische Abbau in den Gips- und Dolomitsteinbrüchen große Wunden in die europaweit einzigartigen Landschaften. Die über Millionen Jahre gebildeten Karstformen können auch durch die vorgeschriebenen Rekultivierungen nicht annähernd ersetzt werden.
Die Wanderung dauert etwa drei Stunden. Festes Schuhwerk, Ferngläser und Wanderverpflegung werden empfohlen. Treffpunkt ist um 14 Uhr der Parkplatz vor CASEA an der Bundesstraße 241 von Osterode nach Dorste. Es wird um vorherige Anmeldung beim BUND Göttingen bis Freitag 19.06. um 12 Uhr unter 0551/56156 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gebeten.
Der Südharz ist eine naturräumliche Einheit von geologischer Vielfalt und mit herausragender Bedeutung für den Naturschutz. Vom westlichen Harzrand bei Badenhausen (Niedersachsen, Landkreis Göttingen) über den Landkreis Nordhausen (Thüringen) bis zum südöstlichen Harzrand bei Pölsfeld (Sachsen-Anhalt) erstreckt sich auf 100 km Länge ein zusammenhängender Zechsteinstreifen.
Typisch für die Region ist, dass große verkarstete Gesteinsformationen an der Oberfläche sichtbar werden. Bei der Verkarstung wird hier das Gipsgestein durch Wasser gelöst. Die hohe Löslichkeit des Gipses hat in geologisch kurzer Zeit eine zerklüftete Landschaft mit einer Vielfalt an seltenen Lebensräumen und Landschaftsformen geschaffen, die in Europa und darüber hinaus einzigartig ist. Dennoch sind nur Teile des Harzer Gipskarsts geschützt und insbesondere der Gipsabbau bedroht Kernstücke dieses Hotspots der biologischen Vielfalt.
