Geschrieben von PM/ski am 26. Dezember 2020
Karstwanderweg wurde erneut zertifiziert
Zertifizierung erfolgt per Video
Mit dem Zertifikat "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" zeichnet der Deutsche Wanderverband jene Wanderwege aus, die im Prüfverfahren beweisen konnten, dass sie höchste Wanderqualität auf ganzer Linie bieten. In den vergangenen Monaten haben sich über 100 Wanderwege in zwölf Bundesländern dem strenge Prüfungsprozess gestellt. Der Karstwanderweg konnte nun bereits zum dritten Mal rezertifiziert werden. Bedingt durch die Corona-Pandemie findet die Verleihung der Zertifikate für die Qualitätswege Wanderbares Deutschland im Winter 2020/2021 als Online-Veranstaltung statt. Jeder zertifizierte Wanderweg wird eine Video-Verleihung bekomen, die den Weg beschreibt. Die Videos werden auf YouTube veröffentlicht - bis alle Wanderwege zertifiziert sind, wird es bis in den März 2021 dauern.
Das Video für den Karstwanderweg ist bereits online: https://www.youtube.com/watch?v=g8UK_kkywBU (externer Link)
Immer mehr Menschen in Deutschland entdecken das Wandern für sich. Das zeigen die Sommer- und Herbstbefragungen des Deutschen Wanderverbandes in der Wanderbranche. Umso wichtiger ist ein breites Angebot hochwertiger und attraktiver Wanderwege in ganz Deutschland, das es Menschen - gerade während der Corona-Pandemie - ermöglicht, sich an der frischen Luft zu bewegen und Naturräume zu erleben, so heißt es beim Deutschen Wanderverband.
Einen so außergewöhnlichen Naturraum wie im Südharz gibt es nur einmal in Europa. Wie an einer Schnur reihen sich entlang des Karstwanderwegs geologische Besonderheiten aneinander, die vor allem das Wasser im Laufe der Jahrtausende geformt hat. Wanderer entdecken auf ihrem Weg von Förste (nahe Osterode) nach Pölsfeld Höhlen, Erdfälle und Dolinen, Karstquellen, Bachschwinden und Flussversinkungen. Dazu noch Karstkegel, durch Auswaschungen entstandene Schlotten und geologische Orgeln.
Anders als in den meisten Karstgebieten war es jedoch nicht der Kalk, sondern der für die Region typische Gips, der zu einer raschen Verkarstung der Landschaft in Teilen Sachsen-Anhalts, Thüringens und Niedersachsens führte. So entstanden Felsen und weiße Wände, die streckenweise eine beeindruckende Kulisse für eine herausfordernde Wanderung auf dem Qualitätsweg „Wanderbares Deutschland“ bilden. Zumal die Region zugleich ungewöhnlich dicht bewaldet ist, weshalb dieser Teil des Gipskarstes auch als „Grüner Karst“ bezeichnet wird. Dominierend ist die Rotbuche.
Im westlichen Teil erschließt der Karstwanderweg diese Naturphänomene auf zwei unterschiedlichen Strecken. Eine eher robustere Strecke führt auf einer Länge von 70 Kilometern direkt am Harzrand entlang und quert auch einige Städte. Weiter südlich verläuft der Weg durch das sanfte Harzvorland mit seinen kleinen Dörfern. Diese Strecke ist etwa 100 Kilometer lang. Bei Gudersleben im thüringischen Teil des Südharzes treffen beide Routen dann wieder aufeinander. Von dort sind es noch einmal 90 Kilometer bis nach Pölsfeld in Sachsen-Anhalt.
Zusammengenommen können Wanderer den Südharz und seine landschaftlichen Besonderheiten also als auf einer Gesamtstrecke von 233 Kilometern erkunden, die sich über acht Etappen verteilt. An wichtigen Standorten entlang der Route informieren zahlreiche Erläuterungstafeln über Geologie und Landschaft, Umwelt und Naturschutz sowie die Siedlungs- und Industriegeschichte dieser einzigartigen Karstregion.
