Geschrieben von PM Gut Herbigshagen am 29. September 2021
EU-Förderprojekt „Transparenz schaffen“ – Vom Schaf zur Wurst
Sonntag, 3. Oktober, 12:00 – 16:00 Uhr auf Gut Herbigshagen

Wo und wie Lebensmittel entstehen, wissen immer weniger Kinder und Jugendliche. Ein Ziel der Heinz Sielmann Stiftung ist daher, im Rahmen des EU Förderprojekts „Transparenz schaffen“ jungen Menschen einen besseren Bezug zu Landwirtschaft und Lebensmitteln zu ermöglichen. Besonders gut geht das auf einem Bauernhof.
Auf Gut Herbigshagen lebt eine kleine Gruppe Leineschafe. Sie trägt zum Erhalt dieser vom Aussterben bedrohten Haustierrasse bei. Die Schafe verbringen fast das ganze Jahr über auf der Weide und machen das, was Schafe am liebsten machen, frisches Gras verzehren. Nur im Winter während der Lammzeit sind sie im Stall, um dort ihren Nachwuchs zu bekommen. Gefüttert werden sie in dieser Zeit mit dem eigenen artenreichen Heu.
Für Bratwurst-Genießer auf der Suche nach etwas Besonderem wird vor dem Natur-Erlebnishaus Lammbratwurst gegrillt. Die Wurst stammt von den Gut Herbigshagener Leineschaflämmern und aus regionaler Schlachtung. Denn damit das Leineschaf erhalten bleibt, muss es auch genutzt werden.
Auf der Hofweide hinter dem Stall sind Begegnungen mit den Leineschafen möglich. Der umsichtige und ruhige Umgang mit den Tieren wirkt sich positiv auf deren Zutraulichkeit aus, so dass sie sich auch über Streicheleinheiten freuen. Durch das EU Förderprojekt kann das Angebot der Tierbegegnungen kostenfrei von den Teilnehmenden genutzt werden. Gummistiefel oder altes Schuhwerk sind mitzubringen.
Informationen zum Leineschaf
Der Flussabschnitt der Leine zwischen Göttingen und Hannover hat den Schafen ihren Namen verliehen. Vor 70 Jahren gab es in dieser Region noch 70.000 Leineschafe. Als die Leineschafe vom alten Typ in der modernen Landwirtschaft nicht mehr profitabel genug waren, begann man durch Einkreuzungen von anderen Schafrassen den Typ erheblich zu verändern. Es entstand das „neue“ Leineschaf, das je nach Zuchtziel mehr Milch, Fleisch oder Wolle erbrachte. Ab den 1980er Jahren wurden Leineschafe des ursprünglichen Typs aus Polen importiert und mit dem geänderten Typen des Leineschafs verpaart. Die Hauptaufgabe des Leineschafs liegt heute in der Weidehaltung – zur Pflege und Erhaltung von Kulturlandschaften wie Magerrasen, Obstwiesen, Hängen und Weiden, ganz nach dem Motto „Gras fressen für den Natur- und Artenschutz“. Die Tiere erbringen eine gute Fleischleistung und eine jährliche Wollmenge von bis zu fünf Kilogramm.