Geschrieben von PM Polizeikommissariat Bad Lauterberg am 07. April 2022
Insgesamt weniger Straftaten, höhere Aufklärungsquote
Polizeikommissariat Bad Lauterberg veröffentlicht Kriminalstatistik
Überblick: Abwärtstrend bei Straftaten setzt sich fort
Im Jahr 2021 hat das Polizeikommissariat (PK) Bad Lauterberg insgesamt 1.193 Straftaten verzeichnet. Das sind 41 Taten weniger als im Jahr 2020 mit 1234 Straftaten. Damit setzt sich der Abwärtstrend der letzten Jahre fort. Im Folgen die genauen Zahlen (in Klammern jeweils der Wert aus dem Jahr 2020).
Die Taten verteilen sich mit 707 (600) Fällen auf die Stadt Bad Lauterberg, mit 300 (436) Fällen auf die Stadt Bad Sachsa und mit 186 (198) Fällen auf die Gemeinde Walkenried.
Besonders erwähnenswert ist die Entwicklung der Aufklärungsquote. Aufgrund der engagierten und motivierten Zusammenarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PK Bad Lauterberg, einschließlich der Polizeistationen Bad Sachsa und Walkenried, konnte die Aufklärungsquote für das Jahr 2021 auf 75,19 % erhöht werden. Das sind fast 6 % mehr als im Vorjahr mit 69,29 %. Die Aufklärungsquote liegt damit auch deutlich über der des Landes mit 64,07 %.
Verteilung in den Deliktsfeldern
Tötungsdelikte
Es wurden keine Tötungsdelikte verzeichnet.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Das PK Bad Lauterberg nahm 2021 43 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auf, 16 mehr als im Vorjahr mit 27 Taten. Die Zunahme in diesem Deliktsfeld ergibt sich im Wesentlichen aus einem Anstieg im Bereich der Verbreitung pornografischer Schriften. Hier sind die Fälle von 9 auf 22 angewachsen. Alle diese Taten konnten aufgeklärt werden.
Rohheitsdelikte
Auch bei den Rohheitsdelikten verzeichnet das PK Bad Lauterberg eine Zunahme. Im Jahr 2021 wurden 269 (215) Rohheitsdelikte aufgenommen. Die Aufklärungsquote beträgt bei den Rohheitsdelikten 93 %.
Den Schwerpunkt bilden die Körperverletzungsdelikte mit einer Gesamtzahl von 164 (151). Zurückzuführen ist dies auf einen Anstieg der Fälle im Bereich der gefährlichen Körperverletzung von 25 im Jahr 2020 auf jetzt 37. Die Fälle der einfachen Körperverletzung mit einer Anzahl von 114 (115) blieben nahezu unverändert.
Einen weiteren auffälligen Anstieg der Fallzahlen hat es bei den Rohheitsdelikten im Bereich der Nötigung mit 29 (19) Fällen und der Bedrohung 65 (37) gegeben.
Diebstahlsdelikte
Insgesamt registrierte das PK Bad Lauterberg 2020 213 (261) Diebstahlsdelikte, 48 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 40 %.
Die Anzahl der Taten des sogenannten "einfachen Diebstahls" blieb mit 170 (170) auf dem Niveau des Vorjahres. Der Ladendiebstahl bildet hier mit 34 Fällen einen Großteil der Taten. Positiv ist hier der Rückgang um 15 Fälle. Im Vorjahr wurden noch 49 Fälle angezeigt.
Erfreulich ist außerdem der deutliche Rückgang beim sogenannten "schweren Diebstahl". Hier sind die Taten von 91 auf 43 zurückgegangen.
Der Rückgang der Fallzahlen ergibt sich zum einen durch weniger Einbrüche in Büro- und Lagerräume, in Gaststätten, Hotels sowie in Boden- und Kellerräume.
Aber auch die Anzahl der Einbrüche in Wohnungen ist von 19 Taten im Jahr 2020 auf jetzt nur noch neun Taten zurückgegangen. Womöglich spielen hier (Corona-bedingt) weniger Abwesenheiten durch das Home-Office eine Rolle.
Betrugsdelikte
Im Jahr 2021 wurden im Bereich des PK Bad Lauterberg 242 (309) Betrugsdelikte aufgenommen. Das sind 67 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt bei 84 %. Der Rückgang verteilt sich insgesamt auf alle Bereiche in diesem Deliktsfeld. Auch bei den Taten im Zusammenhang mit dem Internet ist es zu einem Rückgang gekommen. Vielleicht konnten die zahlreichen Aufklärungshinweise helfen, dass weniger Menschen Opfer eines Betruges wurden.
Allerdings verzeichnet das PK Bad Lauterberg eine steigende Anzahl von Fällen, in denen skrupellose Täter versuchen, insbesondere ältere Menschen durch falsche Telefonanrufe, sogenannte Schockanrufe, mit dem Ziel zu täuschen, hohe Geldzahlungen an die Täter zu veranlassen. Im Jahr 2021 sind 51 (24) Fälle dieser Art zur Anzeige gekommen. Leider ist es dann auch in fünf Fällen zu einer Geldübergabe gekommen. Dabei ist ein Gesamtschaden in Höhe von 26.500 Euro entstanden.
Sonstige Straftatbestände
Die Zahl der sonstigen Straftatbestände des Strafgesetzbuches ist von 315 auf 288 zurückgegangen. Die Aufklärungsquote beträgt 63 %.
Die Anzahl der Beleidigungsanzeigen ist mit 75 (71) im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichgeblieben. Erfreulich ist der Rückgang bei den Sachbeschädigungen von 135 auf jetzt 113 im Jahr 2021.
Weitere Straftaten, die in diesem Deliktsfeld bearbeitet wurden waren u.a.:
2 Erpressungen, 12 Vortäuschen von Straftaten, 13 Falsche Verdächtigungen, 5 Umweltstraftaten sowie 11 Branddelikte.
Nicht erfreulich ist ein Anstieg bei den Widerstandsdelikten gegen Polizeibeamte von 5 Taten im Jahr 2020 auf jetzt 8 Taten.
Strafrechtliche Nebengesetze
Bei den strafrechtlichen Nebengesetzen sind die Fallzahlen von 107 auf 138 angestiegen. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 99 %.
Der Grund für diese Entwicklung ist insbesondere auf einen Anstieg bei den Rauschgiftdelikten von 81 auf 107 Fälle zu sehen. Wobei alle Arten von Drogen eine Rolle spielen.
Außerdem wurden in diesem Deliktsbereich (beispielhaft) auch 15 Verstöße gegen das Waffengesetz, 4 Verstöße gegen das Kunsturheberrechtsgesetz sowie 4 Verstöße gegen das Gewaltschutzgesetz bearbeitet.
Anteil von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden an den Tatverdächtigen
2021 wurden im Bereich des PK Bad Lauterberg 702 (651) Tatverdächtige ermittelt. Darunter befanden sich 12 (13) Tatverdächtige im Alter bis 14 Jahren / Kinder (1,7 %),
33 (30) im Alter von 14 bis 18 Jahren / Jugendliche (4,7 %) und 54 (69) im Alter von 18 bis 21 Jahren / Heranwachsende (7,7 %). Insgesamt hat diese Gruppe einen Anteil von 14,1 %. Damit ist ihr Anteil im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 % gesunken.
Ein Entwicklungstrend ist hier aber nicht erkennbar. Die Anzahl der Täter aus dieser Altersgruppe war in den letzten Jahren schwankend. So waren es:
- 2015: 125 - 2018: 125 2021: 99
- 2016: 145 - 2019: 109
- 2017: 97 - 2020: 112
Bei der Altersgruppe der Kinder, Jugendlichen kommt es im Wesentlichen zu Sachbeschädigungen und Körperverletzungsdelikten. Bei den Heranwachsenden spielen dann auch Betrugsdelikte und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz eine Rolle Auch der sorglose Umgang mit verbotenen pornografischen Inhalten in sozialen Medien führt zu strafrechtlichen Maßnahmen in diesen Altersgruppen.
Häusliche Gewalt
2021 wurden im Bereich des PK Bad Lauterberg 79 Fälle Häuslicher Gewalt bearbeitet. Da die Polizeiinspektion Göttingen in diesem Jahr das erste Mal einen neuen bundeseinheitlichen Statistik-Schlüssel zur Auswertung dieser Fallzahlen nutzt, können keine Langzeitbetrachtungen angestellt werden. Die Erhebungs-Parameter sind nicht vergleichbar. Tendenziell müssen wir aber von einer Steigerung der Fallzahlen ausgehen.
