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Donnerstag, 16. Juli 2026
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Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 11. Mai 2022
Region

Eine neue Info-Tafel und weitere Pläne für die Zukunft

Aktivitäten am Grenzturm Kreuzbusch

Die neue Info-Tafel (Fotos: Karl-Heinz Wolter)
Die neue Info-Tafel (Fotos: Karl-Heinz Wolter)
Der Turm
Der Turm
Fredi Willig neben der neuen Info-Tafel
Fredi Willig neben der neuen Info-Tafel
Die Gruppe ehemaliger BGS-ler bei der Besichtigung des Turms (Foto von Manfred Fricke)
Die Gruppe ehemaliger BGS-ler bei der Besichtigung des Turms (Foto von Manfred Fricke)

"Heute das Gestern für das Morgen bewahren", unter diesem Motto stehen die derzeit laufenden Aktivitäten und Neuerungen der Organisatoren um den ehemaligen Grenzturm zwischen Bartolfelde und Bockelnhagen. In einem Gespräch erläuterten die beiden Haupt-Initiatoren, der Bartolfelder Fredi Willig und der Ortschaftsbürgermeister von Silkerode, Wolfgang Mautschke, bereits durchgeführte Maßnahmen und die weiteren Pläne.

Der Grenzturm, ein sogenannter Beobachtungsturm, ist bis zur Öffung der innerdeutschen Grenze eine Führungsstelle gewesen, von dem aus die Grenztruppen der DDR die Organisation der Grenzsicherung im Grenzabschnitt der Grenzkompanie Silkerode durchführten. Viele solcher und ähnlicher Grenztürme sind nach der Wiedervereinigung verfallen und abgerissen worden. Und um dieses zu verhindern, hatte seinerzeit Fredi Willig den Turm und das Gelände erworben und erhält so dieses geschichtlich hochinteressante Objekt. Da der Turm an der vielbefahrenen Landesstraße zwischen Niedersachsen und Thüringen liegt und gut zugänglich ist, halten dort täglich Fahrzeuge an und die Menschen aus dem In- und Ausland besichtigen den Turm, an dem im Außenbereich auch Teile anderer Grenzsicherungsanlagen zu sehen sind. Im Inneren des Turms, der nach Absprache zugänglich ist, sind viele Gegenstände, Utensilien und Einrichtungen des Turmes im Original zu besichtigen. Und von der Plattform des Turmes hat man einen herrlichen Blick über den Südharz.

Und nun wurde die Idee geboren, nicht nur den Turm selbst, sondern auch das Umfeld mit seiner Geschichte in einen Informationspunkt zu gestalten und in eine pädagogische und touristische Nutzung einzubeziehen, um diesen historischen Ort aufzuwerten. Dazu orientiert man sich an der Arbeitslinie "Von der innerdeutschen Teilung zum Grünen Band"; erste Gespräche mit kompetenten Personen und Organisatoren wurden bzw. werden geführt, um eine sinnvolle Machbarkeit und Wertung zu ermöglichen. Erste Gedanken einer möglichen Gestaltung sind Info-Tafeln zum Turm und der Umgebung, zum Grünen Band, zu den umliegenden Doliden (Erdfälle), Minenfund, Aufbau der Sperranlagen (teilweise vorhanden) und umgebende Flurnamen. Auch soll ein Flyer erstellt werden, in dem man diese auch für Wanderfreunde interessante Region vom Karstwanderweg über das Grüne Band (Kolonnenweg) bis zum Bahnhof Zwinge darstellt und darin Besichtigungspunkte und gastronomische Einkehrmöglichkeiten beschreibt. 

Den ersten Teil dieser beschriebenen Maßnahmen haben Fredi Willig und Wolfgang Mautschke bereits umgesetzt; eine Info-Tafel ist gerade an dem Turm angebracht worden; finanziert haben diese die beiden Genannten. Auf der Tafel wird dieses Relikt innerdeutscher Teilung genau beschrieben und mit Fotos untermauert, auch der genaue Aufbau des Turms ist skizziert. Beschrieben und benannt werden hier auch zahlreiche Höfe, die sich im Sperrgebiet befunden haben und später aufgegeben oder wegen ihrer Nähe zur "Staatsgrenze West" von den Behörden der damaligen DDR abgerissen wurden.

Und gerade kürzlich hat eine Gruppe den Turm besichtigt, die einen ganz besonderen Bezug zur einstigen Grenze hatte: ehemalige Bundesgrenzschutzbeamte (BGS), die ein Treffen im Südharz nach 45 Jahren hier in der Region durchführten und von 1977 bis 1986 an der innerdeutschen Grenze von Walkenried bis Friedland eingesetzt waren, machten Station an dem Turm am Kreuzbusch und erinnerten sich an die zurückliegende Zeit mit vielen Erlebnissen, die unvergessen bleiben und sich hoffentlich nie wiederholen werden.

Bleibt zu hoffen, dass die gemeinsamen Pläne von Fredi Willig und Wolfgang Mautschke bei Verantwortlichen und möglichen Förderern auf ein positives Echo stoßen, um so den Südharz  gemeinde- und länderübergreifend weiter voranzubringen und zu bereichern.
 


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