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Donnerstag, 16. Juli 2026
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Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 01. Juni 2022
Region

Extensive Landwirtschaft als Unterstützung für den Artenreichtum

Info-Veranstaltung des Landschaftspflegeverbandes in Bartolfelde

Die interessierten Zuhörer (Fotos: Karl-Heinz Wolter)
Die interessierten Zuhörer (Fotos: Karl-Heinz Wolter)
Ute Grothey und Fionn Pape bei ihren Erläuterungen
Ute Grothey und Fionn Pape bei ihren Erläuterungen
Die Beispielpflanzen
Die Beispielpflanzen

Der Landschaftspflegeverband (LPV) Landkreis Göttingen e.V., dessen Vorstandschaft gleichberechtigt mit Vertretern der Landwirtschaft, des Naturschutzes und der Kommunalpolitik besetzt ist, hatte in den vergangenen Wochen zu insgesamt 3 Qualifizierungsveranstaltungen eingeladen, in denen interessierte Grünlandbewirtschafter*innen informiert und qualifiziert wurden, an dem veränderten Programm "Agrarumweltmaßnahme Blumenwiesen" teilzunehmen, um so eine Möglichkeit zu haben, den Erhalt und die Entwicklung von entsprechenden Flächen auch in den kommenden 5 Jahren zu unterstützen. Dabei wird eine langjährige, naturschutzgerechte Bewirtschaftung auch durch angehobene Fördersätze honoriert. Denn extensiv bewirtschaftetes Grünland ist der Lebensraum sehr vieler seltener und schöner Pflanzen und Tierarten. Im Zuge des Strukturwandels wurde die Landwirtschaft in der Vergangenheit immer intensiver betrieben, extensive Bewirtschaftung lohnt sich immer weniger und gerät damit mehr und mehr in den Hintergrund.

Um nun die durch Pflanzenartenreichtum geprägten Dauergrünlandflächen gezielt zu fördern, wurde in Niedersachsen bereits vor vielen Jahren mit Unterstützung von Fördermitteln der EU ein Förderprinzip eingeführt, welches ohne festgelegte Auflagen den vorhandenen Artenreichtum auf dem Grünland als Ergebnis dieser Bewirtschaftung honoriert. Extensive Nutzung bedeutet hier unter anderem: Kein zwischenzeitlicher Umbruch; keine hohen Düngerabgaben; keine Vielschnittnutzung. Denn nur so können sich diese Wiesen und Weiden durch vielseitige Blühaspekte im Frühjahr und Sommer auszeichnen. Der Artenreichtum einer Fläche kann mit einer landeseinheitlichen Methode beurteilt werden; dazu gibt es eine Liste von jetzt 32 Kennarten bzw. Kennartengruppen. Kommen nun mindestens 6 dieser bestimmten Pflanzenarten auf einer zusammenhängenden Fläche (sogenannter Schlag) vor, ist eine Förderung auf Antrag möglich.

Und um diese Thematik ging es bei den 3 Veranstaltungen des LPV. Bei den Veranstaltungen am 10. Mai in Lippoldshausen (bei Hann. Münden), am 20. Mai in Roringen (bei Göttingen) und am 25. Mai in Bartolfelde trafen die Verantwortlichen auf sehr interessierte und aufgeschlossene Teilnehmer. In Bartolfelde begrüßte die Agrarökonomin Ute Grothey von der Geschäftsführung des LPV die Teilnehmer*innen und führte mit dem Biologen Fionn Pape durch das Programm. In anschaulicher und verständlicher Art und Weise erklärten sie die Methodik zur Erfassung der Kennarten und beantworteten Fragen der Teilnehmer. Besonders intensiv widmeten sie sich dabei den 32 Kennarten für artenreiches Grünland, darunter auch Pflanzen von gefährdeten Arten (von der Roten Liste). Dazu hatten sie alle 32 Pflanzen auf der Wiese ausgelegt und beschrieben diese genau. Die Pflanzen, die nicht alle von der Bartolfelder Wiese stammten, wurden auch herumgereicht, und so konnten die Teilnehmer*innen auch bestimmte Merkmale dieser Gewächse ertasten. Wichtig war auch, die "Verwechsler" kennenzulernen bzw. vorszustellen, die dann nämlich nicht zu den Kennarten zählen.

Viele der Pflanzen, wie z.B. Margerite, Sauerampfer, Spitzwegerich, Schafgarbe, Rotklee usw., waren den Teilnehmern selbstverständlich bekannt, aber es gab auch welche, die nicht so geläufig waren. Bei der Erfassung unbekannter Pflanzen könne auch die Nutzung der App "Flora Incognita" hilfreich sein. Neu in die Liste aufgenommene Kennart (Nr. 32) sind die "Gelbblühenden Korbblütler", dazu zählt aber nicht der Löwenzahn. Zum Ende der kurzweiligen Veranstaltung begaben sich noch einige der Teilnehmer auf einen Rundgang über die Wiese in Bartolfelde, bei dem der Biologe Fionn Pape noch Interessantes und Wissenswertes zu bestimmten Arten vor Ort beschrieb und erläuterte. Ausdrücklich wurde betont, dass die Förderung ausschließlich für bestehendes Grünland möglich ist; potentielle Ackerflächen sind davon ausgeschlossen.


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