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Geschrieben von PM Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr / ski am 19. Dezember 2022
Region

B27: Oderbrücke ist freigegeben

Nach fünfeinhalb Monaten Bauzeit rollt der Verkehr wieder zwischen Herzberg und Gieboldehausen

Fünfeinhalb Monate Bauzeit: jetzt ist die Oderbrücke freigegeben
Fünfeinhalb Monate Bauzeit: jetzt ist die Oderbrücke freigegeben
Ein Schwerlastkran hebt die Betonelemente auf die Stahlträger und setzt so die Fahrbahn zusammen - Fotos: NLStBV
Ein Schwerlastkran hebt die Betonelemente auf die Stahlträger und setzt so die Fahrbahn zusammen - Fotos:  NLStBV

Autofahrer aus Bad Lauterberg und Umgebung, die in Richtung Göttingen unterwegs waren, mussten in den letzten Monaten große Umwege in Kauf nehmen. Damit ist nun Schluss: seit dem Wochenende ist die Oderbrücke zwischen Gieboldhausen und Herzberg am Harz für den Verkehr frei gegeben – ein Jahr früher als bei herkömmlicher Bauweise, wie die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr betont. Fünfeinhalb Monate betrug die Bauzeit in Schnellbauweise. Das Pilotprojekt liefert wertvolle Erfahrungen, die kommenden Brückensanierungen in Niedersachsen zugute kommen, teilt die Behörde mit. 

„Diese besondere Schnellbauweise ist ein Pilotprojekt und bisher einmalig in Niedersachsen“, sagt Eric Oehlmann, Präsident der Landesstraßenbaubehörde. „Mit dem erfolgreichen Abschluss zeigen wir, dass sich Brücken schnell und bedarfsgerecht ersetzen lassen. Das ist eine gute Nachricht für alle betroffenen Standorte, denen wir auf diese Weise eine langwierige Bauzeit ersparen können.“

 

Der Neubau der Brücke kostet insgesamt 4,9 Millionen Euro. Die Kosten trägt der Bund. Bau und Betrieb werden wissenschaftlich begleitet. Die neue Brücke ist eine Kombination aus vorgefertigten und konventionell vor Ort gefertigten Elementen. So besteht beispielsweise die Fahrbahn aus 16 Betonelementen, die auf zuvor fest installierte Stahlträger gesetzt wurden.

 

Günter Hartkens, Leiter des Geschäftsbereiches Goslar: „Wir haben anhand dieses Baus wertvolle Erfahrung für die Zukunft gesammelt, die wir in die landesweite Planung einspeisen. Es wird spannend sein, zu beobachten, wie sich diese Bauweise in Zukunft in Niedersachsen bewährt. Zum Beispiel, wie sich die neue Fahrbahn der Brücke langfristig im Zusammenspiel mit der teilweise extremen Witterung des Harzvorlandes verhält.“

 

Projektleiter Sören Faust vom Geschäftsbereich Goslar sieht in diesem Projekt eine lohnende Herausforderung – von der Planung bis zum fertigen Bauwerk. „Letztendlich ist ein Beispielprojekt für die Zukunft entstanden, welches von den ersten Planungsschritten, über die Genehmigung, bis zur Fertigstellung nur rund zwei Jahre gebraucht hat“, sagt Faust.

 

Schnellbauten sparen 50 Jahre Bauzeit

 

Rund 150 Brücken in Niedersachsen sollen bis zum Jahr 2030 abgerissen und neu errichtet werden. "Nicht jeder Neubau ist für die Methode, wie die an der Oder geeignet. Doch dort, wo sie passt, bringt sie enorme Vorteile", sagt Dr. Jens Hanel, zuständiger Dezernatsleiter für Brücken und Tunnel. Stau, Verzögerungen, Lärm – die Belastungen für Verkehrsteilnehmer und für Anlieger schrumpfen erheblich. Zudem muss der Verkehr nicht langwierig umgeleitet werden. Das kann unter Umständen den Schadstoffausstoß senken.

 

Ein Schnellbau ist wirtschaftlich mit einem konventionellen Bau vergleichbar. Ganz anders aber bei der Bauzeit: Jedes Projekt spart ein Jahr ein. Von den Brücken, die in der kommenden Dekade erneuert werden müssen, sind bis zu 50 Brücken für die Schnellbauweisen geeignet – das sind zusammen 50 Jahre eingesparte Bauzeit.

 

Hintergrund: Brücken in Niedersachsen

Es gibt rund 5.500 Straßenbrücken (Teilbauwerke) in Niedersachsen. Davon liegen 2.699 an Bundesstraßen, 2.079 an Landesstraßen und 798 an den Kreisstraßen der 13 Landkreise, in denen die Landesbehörde die Zuständigkeit übernommen hat. Viele der Brücken in Niedersachsen bestehen aus Teilbauwerken. Das heißt: Es wurde pro Richtungsfahrbahn ein einzelnes Bauwerk errichtet. Autofahrer nehmen sie hingegen als eine einzige Brücke wahr. Weitere Informationen zu Straßenbrücken, deren Untersuchungen sowie laufende Ertüchtigungen finden sie im Internet unter www.bruecken.niedersachsen.de.


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