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Donnerstag, 16. Juli 2026
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Geschrieben von „Bunt statt Braun“ Osterode am Harz und Jugendring Harzland e.V. am 10. Mai 2023
Region

Die mahnende Vergangenheit gleich neben uns: drei antifaschistische Rundgänge in Bad Lauterberg, Herzberg und Osterode

Erster Termin am 14. Mai 2023 um 14 Uhr am Lutherplatz in Bad Lauterberg

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Historiker Bernd Langer (Foto:Matthias Coers)
Historiker Bernd Langer (Foto:Matthias Coers)

In Bad Lauterberg entwickelte sich im Zuge der revolutionären Ereignisse vom November 1918 eine starke linke, bald kommunistisch dominierte Bewegung. Ein Arbeiter- und Soldatenrat übernahm kurzzeitig die Verwaltung. 1923, im Jahr der Hyperinflation, kam es zu Hungerkrawallen. Läden und Wohnungen wohlhabender Bürger:innen wurden gestürmt und geplündert. Als am 30. Januar 1933 die Faschisten an die Macht kamen, streikten in Bad Lauterberg die Arbeiter. Es kam zu Protestkundgebungen. An den Fabrikschornsteinen wurden rote Fahnen gehisst.

Die Orte des Geschehens dieser und anderer geschichtlicher Ereignisse werden am Sonntag, den 14. Mai 2023, im Rahmen der „Antifaschistischen Rundgänge“ besucht. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe laden Bunt statt Braun Osterode e.V. und der Jugendring Harzland e.V. zur Erkundung der Stadtgeschichte Bad Lauterbergs ein.

Weitere Rundgänge folgen am Sonntag, 18.6.2023 in Herzberg am Harz, 14.30 Uhr, OBS (Oberschule), Heidestraße, und am Sonntag, 16.7.2023 in Osterode am Harz, 14.30 Uhr, Schachtrupp-Villa.

Der in Berlin lebende Historiker Bernd Langer, der sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte der Region befasst, konnte als Referent gewonnen werden: „Ausgehend vom Klassenkampf des 19. Jahrhunderts, der im großen Holzarbeiterstreik des Jahres 1896 einen Höhepunkt fand, bis zum antifaschistischen Widerstand lässt sich die historische Auseinandersetzung in Bad Lauterberg konkret erläutern“, so Langer. Zu den einzelnen Stationen des Rundgangs wird der Referent Langer Interviews mit Zeitzeugen und historische Dokumente mitbringen und auch andere Quellen wie Fotos, Abzeichen und Armbinden zeigen.

Die Führung richtet sich an alle Interessierten, die sich die faschistische und antifaschistische Vergangenheit des Ortes vergegenwärtigen möchten.

Dazu schreibt Bernd Langer: „Es ist lange nicht gesagt, dass Menschenrechte und ein humanes Miteinander die Zukunft bestimmen werden. Entwicklungen sind in viele Richtungen möglich. Deshalb steht die Geschichte der Weimarer Republik und des Dritten Reiches bis 1945 im Mittelpunkt der Rundgänge. Kern des Antifaschismus ist der demokratische Prozess im Sinn einer aktiven gesellschaftlichen Teilhabe und Weiterentwicklung mit politischer und sozialer Gleichberechtigung aller Menschen. Dazu wollen die Stadtrundgänge einen Beitrag leisten.“

Der Startpunkt des ersten Rundgangs in Bad Lauterberg liegt beim alten Kriegerdenkmal am Lutherplatz gegenüber der Sparkasse. Interessierte sind eingeladen, sich um 14.00 Uhr dort zu treffen. Die Führung ist kostenlos und wird etwa zwei Stunden dauern, bevor sie am VVN-Gedenkstein für die Opfer von Faschismus und Krieg am Felsenkeller endet.

Die Rundgänge werden gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“.


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