Geschrieben von ski/PM am 21. Juni 2023
Bismarckturm profitiert von Denkmalschutz-Sonderprogramm
197.956,33 € für Lauterberger Wahrzeichen - "Jetzt kann es losgehen"
"Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später", sagt Klaus Wiedemann, der Vorsitzende des Harzklub-Zweigvereins Bad Lauterberg. "Deshalb darf man Dinge, die einem wichtig sind, nicht aufgeben, bloss weil es schwierig ist." Und sowohl lange als auch schwierig war der Weg, den der Harzklub Bad Lauterberg beschritten hat. Denn der Verein hat sich ja die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Bismarckturms vorgenommen - ein Mammutprojekt, das schon Zehntausende an Planungskosten benötigt hat und dessen denkmalschutzgerechte Wiederherstellung noch Hundertausende von Euro verschlingen wird. "Was lange währt, wird endlich gut", können Wiedemann und die Aktiven des Bad Lauterberger Harzklubs nun sagen. Denn heute ist ganz aktuell die offizielle Mitteilung der Bundestagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt (SPD) eingegangen, dass der Bund das Vorhaben mit knapp 200.000 Euro fördern wird.
Das Geld kommt aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm. Damit beabsichtigt der Bund, Kulturdenkmäler, die unter Denkmalschutz gestellt sind, zu fördern. Dazu zählen Zuwendungen für den Substanzerhalt und zur Restaurierung von national bedeutsamen Kulturdenkmälern.
Die Instandsetzung des Bismarckturms in Bad Lauterberg wird im nächsten Jahr vom Bund mit 197.956,33 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm XII gefördert. Die gleiche Summe, so erläutert Wiedemann, muss nochmals vom Land Niedersachsen kommen. Für den Bad Lauterberger Harzklub bedeutet dies, dass es nun endlich konkret losgehen kann mit der Bauplanung, den Ausschreibungen etc.. Ende 2027, so beabsichtigen die Aktiven des Harzklubs, soll die Sanierung fertigwerden.
„Der Bismarckturm auf dem Kummelberg in Bad Lauterberg ist damals wie heute ein beliebtes Wanderziel und unter anderem Stempelstelle der Harzer Wandernadel. Der Turm ist ein Wahrzeichen der Stadt Bad Lauterberg. Deshalb freut es mich ganz besonders, dass der Bund den Bismarckturm fördert“, so die Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt. Auch die Abgeordnete Fritz Güntzler (CDU), Konstantin Kuhle (FDP) und - so lange er noch Bundestagsabgeordneter und nicht niedersächsischer Gesundheitsminister war - Andreas Philippi (SPD) hatten sich für das Projekt im Bund stark gemacht, das ohne eine derartige Förderung unmöglich zu finanzieren gewesen wäre.
Ein Gutachten, das selbst mit LEADER-Mitteln gefördert wurde, schätzt die Sanierungskosten auf rund 400.000 €, das ist jedoch Stand 2020. Zahlreiche Spenden- und Benefizaktionen, vom Fotoflohmarkt, Benefizkonzert, Tombola bis zum Kochbuch, veranstaltet von Mitgliedern des Harzklubs ebenso wie von Bürgerinnen und Bürgern, beweisen die große Verbundenheit und das große Interesse der Lauterberger an ihrem Bismarckturm und seinem Fortbestehen. Doch ohne solche Fördermittel wäre es für den Harzklub aussichtslos, das Projekt zu stemmen.
Hintergrund:
Die Maßnahmen im Denkmalschutz-Sonderprogramm erstrecken sich über das gesamte Bundesgebiet und leisten damit einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft. Die Fördermittel kommen vor allem kleinen und mittelständigen Bau- und Handwerksbetrieben zugute. Die Beteiligung des Bundes beträgt bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten und ist durch Mittel engagierter Projektträger, der Länder, anderer Gebietskörperschaften oder Dritter zu ergänzen.
Der Bismarckturm in Bad Lauterberg ist ein Aussichtsturm, der sechs Jahre nach dem Tod des Reichskanzlers Otto von Bismarck erbaut wurde. Der Aussichtsturm hat einen quadratischen Grundriss. Das Mauerwerk besteht aus einer Kombination von Natur- und Hartbrandklinkersteinen. Als Besonderheit trägt der Turm ein bronzenes Bismarckrelief. Dieses Relief wurde in der Bronzegießerei von Gladenbeck in Berlin Friedrichshagen gefertigt.
Witterungseinflüsse wie Wasser in Verbindung mit Frost haben die Fassade stark beschädigt, weshalb eine Instandsetzung dringend erforderlich ist.