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Donnerstag, 16. Juli 2026
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Geschrieben von PM/ski am 16. August 2024
Region

Rainbow Family-Anhängerschaft verlässt nach und nach illegales Camp im Harz

Landkreise Göttingen und Goslar kündigen möglichen Polizeieinsatz am Montag an

Ein "Rainbow Gathering" im Jahr 2009, Bild: gemeinfrei
Ein "Rainbow Gathering" im Jahr 2009, Bild: gemeinfrei
Im Amtsblatt des Landkreises Göttingen wurde veröffentlicht, welches Gebiet vom Betretungsverbot betroffen ist.
Im Amtsblatt des Landkreises Göttingen wurde veröffentlicht, welches Gebiet vom Betretungsverbot betroffen ist.

Seit Anfang August hatten zunächst einige Dutzend, dann immer mehr Mitglieder der sogenannten "Rainbow Family" Im Malliehagental bei Uslar versammelt, um dort für mehrere Wochen zu campen und am 19.08.2024 ein Ritualfeuer zu entzünden. Bei der Rainbow Family handelt es sich um eine unstrukturierte, lose und internationale Gruppe von Hippies, Blumenkindern, Naturfreunden und Alternativen, die sich in der Regel einmal jährlich zum sogenannten "Rainbow Gathering" treffen. Nachdem im Malliehagental immer mehr Menschen auftauchten, die dort zwar zunächst mit Einverständnis des Eigentümers, aber ohne Genehmigung auf einer Wiese im Landschaftsschutzgebiet kampierten, hatten der Landkreis Northeim und die Stadt Uslar eingegriffen und mit Räumung gedroht. Daraufhin verlegten die Mitglieder der Rainbow Family ihr Camp in in ein gemeindefreies Landschaftsschutzgebiet zwischen Bad Grund und Clausthal Zellerfeld, nahe den Hahnebalzer Teichen.

Betretungsverbot für das Gebiet soll nötigenfalls mit Polizei durchgesetzt werden

Doch auch dort ist - da Landschaftsschutzgebiet - das Rauchen und Feuermachen verboten und wildes Campen nicht erlaubt. Dennoch hielten sich bis zu tausend Menschen dort auf, zudem monierten die Behörden, dass Waldwege mit Fahrzeugen zugeparkt würden und die Rettungswege, insbesondere im Brandfall, damit gefährden. Die Landkreise Göttingen und Goslar haben daher am 12.08.2024 ein Betretungsverbot für das 200 Hektar große Gebiet im Harz erlassen, seither sei ein großer Teil der Camper bereits abgereist, heißt es in der Pressemitteilung der beiden Landkreise: „Seit Bekanntwerden des Camps hatten die Kreisrätin des Landkreises Göttingen, Marlies Dornieden, und der Landrat des Landkreises Goslar, Dr. Alexander Saipa, sowie die Mitarbeiter der jeweiligen Ordnungsämter und Experten für den Brandschutz kontinuierlich Gespräche mit den Campenden geführt, auf die Konsequenzen verwiesen und alternative, legale Ausweichaufenthaltsorte gesucht. Zudem werden die auf den Waldwegen wild geparkten Fahrzeuge abgeschleppt, um Rettungswege freizuhalten, und Zelte konfisziert sowie Ordnungswidrigkeiten und Bußgelder verhängt. Diese Aktionen sowie permanente Durchsagen per Lautsprecher im betroffenen Gebiet, die auf das Sicherheitsrisiko und die Sperrzone verweisen, zeigte in Teilen Wirkung“.
Sollten die übrigen Mitglieder der Rainbow Family das Gelände nicht verlassen, so kündigen die Behörden für den kommenden Montag einen großen Polizeieinsatz an, um das Gebiet zu räumen.

Ordnungskräfte der Kreisverwaltungen Göttingen und Goslar hatten zunächst mit Unterstützung der Landespolizei und der Landesforsten am Mittwoch, 14.08.2024, begonnen, die Teilnehmenden des Großzeltlagers der so genannten Rainbow-Family zum Verlassen des Sperrgebietes zu bewegen.


Dornieden bekräftigt erneut: „Wir haben mehrfach Gespräche gesucht, die notwendigen Verwaltungsschritte transparent erläutert und verschiedene Hilfeangebote unterbreitet. An einer Durchsetzung der Allgemeinverfügung und der bestehenden Regeln führt kein Weg vorbei, denn dies schon aus Gründen des Eigen- und Fremdschutzes sowie der Gleichbehandlung mit anderen Besucher*innen des Harzes geboten. Insbesondere werden wir konsequent auch das Ziel verfolgen, dass die Campenden das große Ritual-Feuer zum Vollmond am 19. August, das ein wichtiger Teil für die Rainbow-Family zu sein scheint, nicht anbrennen können.“
Versuche, geeignete Ausweichflächen im Goslarer und Göttinger Kreisgebiet zu finden, verliefen ergebnislos. Die wichtigen Zufahrtswege für Waldarbeit und Rettungsfahrzeuge freizumachen und dafür zu sorgen, dass durch offenes Feuer keine Waldbrandgefahr entstünde, habe oberste Priorität, so die Kreisrätin.

Der Entschlossenheit der Behörden betont auch Dr. Saipa: „Wir werden weiterhin abschleppen und konfiszieren. Sollten sich die verbleibenden Camperinnen und Camper ihren Mitstreiter*innen, die das Camp verlassen haben, nicht anschließen, werden wir uns erneut Unterstützung durch das Land erbitten und die Hilfe der Landespolizei in Anspruch nehmen. Wir hoffen natürlich, dass dies nicht nötig werden wird.“
Dies hätte zur Folge, dass es spätestens am Montag eine weitere größere Maßnahmen der Landkreise geben würde, unterstützt durch Einsatzkräfte der Polizei.


 



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