Geschrieben von Rolf Steinke am 27. August 2024
„Ja dann wird wieder kräftig in die Hände gespuckt“
Mitglieder des Harzklubs Bad Grund restaurieren in vielen ehrenamtlichen Stunden die Waldgaststätte am Iberger Albertturm
Der Albertturm nahe Bad Grund ist eines der Wahrzeichen der Harzregion. Zwischen den beiden Harzer Bergstädten Wildemann und Bad Grund liegt dieser Turm auf über 500 Höhenmetern. Einer der besonderen Höhepunkte war noch vor einigen Jahren eine Schneeballschacht mit einem Scharfrichter mitten Sommer. Im Winter wurde der Schnee ganz tief in einer Grube mit Stroh gelagert. Im Sommer wurde dann ein Schneemann aufgebaut. Einer der „Scharfrichter“ war Adolf Klingebiel, der den letzten Wunsch des Schneemanns anhörte, bevor dieser zu einer Schneeballschlacht animierte.
Erinnerungen sind immer etwas Besonderes
Es war ein besonderes Erlebnis für den Verfassers dieses Berichtes. Es ist nun schon über 50 Jahre her, als seine und andere Familien aus Bad Grund und Wildemann zum Turm wanderten. Die Gaststätte wurde von der Familie Heberle bewirtet. Harztypische Gerichte standen auf der Speisekarte, wie Schmalzbrote mit Harzer Käse.
Restaurieren oder einen neuen Lost Place schaffen
Tischlermeister Klaus Heberle ist der Vorsitzende im Harzklub-Zweigverein. Bevor er mit seinen weiteren ehrenamtlichen Helfern die Arbeit aufnahm, nimmt er sich Zeit, um LauterNEUES über die Entwicklung der Baumaßnahmen zu erzählen. Im engen Kreis wurde die Gaststätte besichtigt und zu einer Spendenaktion aufgerufen. Ohne den Erfolg dieser ersten Spendenaktion, so Heberle, gäbe es in Zukunft keine Gaststätte mehr. Ohne weitere Großspenden, so auch von den Felswerken und weiteren Unternehmen aus der Bergstadt und dem Landkreis, wären die Umbaumaßnahmen allerdings nicht zu stemmen, betont der Vorsitzende. „Los Männer, der Tag ist kurz", ruft er seine ehrenamtlichen Helfer nach einer Vorbesprechung vor der historischen Kulisse des Turmes zur Arbeit auf.
Kühle Getränke und kleine Snacks in Selbstbedienung
An diesem heißen Samstag kommen Wanderer und Mountainbiker zum Albertturm. Ein Ehepaar aus Wolfshagen holt sich einen Wanderstempel an der Stempelstation der Harzer Wandernadel und erzählt, dass inzwischen 135 Stempel in ihrem Heft sind. Gern holen sie sich aus dem Kühlschrank ein kühles Getränk. Nach einer kurzen Rast wollen sie die 133 Stufen zur Aussichtsplattform des Iberger Alberturm erklimmen. Ein Ehepaar aus Osnabrück macht Urlaub in der Bergstadt. Die Ehefrau ist in Bad Grund zur Schule gegangen und kommt immer wieder gern in die Bergstadt zurück. Aus Lautenthal ist ein Ehepaar mit seinen E-Bikes hergeradelt und macht eine Ruhepause auf einer Bank.
Erinnerungen an eine gute Zeit
Einer, der den Harzklub prägte, ist der ehemalige Wirt der Waldgaststätte, Georg Hebele. Über 20 Jahre bewirtete Heberle mit seiner Familie die Baude neben dem Albertturm. Über 40 Jahre diente Heberle als Wegewart und Wanderführer dem Verein. Im Gespräch mit LauterNEUES sagt Heberle „Unsere Familie hatte doch eine gute Zeit hier oben, deshalb helfe ich immer noch gern mit“. Jeden Tag sorgt er für die Getränke und überprüft deren Bestand.
Ehepaar steht in den Startlöchern
Bodo Probst und alle Verantwortlichen freuen, dass im nächsten Jahr alle umfangreichen Arbeiten abgeschlossen werden können. Gern werden noch Spenden entgegengenommen. Vom Parkplatz am Höhlenerlebniszentrum führt ein Weg zum Iberger Alberturm und zu den Bauarbeiten in der Gaststätte. Dort sind die ehrenamtlichen Helfer jeden Samstag anzutreffen. Schon jetzt zieht der Autor dieses Berichtes einen sehr, sehr großen Hut vor der Leistung der vielen ehrenamtlichen Kräfte, die ohne die Hand aufzuhalten tätig sind.