Geschrieben von Rolf Steinke am 07. Oktober 2024
Linseneintopf, Kürbiscremesuppe und Kartoffelsuppe locken Besucher ins Dorfmuseum Meierhof
Ausgestellte Objekte berühren und ausprobieren, Fotos in historischen Kleidern machen
Rainer Starfinger, der für die Pressearbeit im Dorfmuseum tätig ist, freute sich über den Besuch von LauterNEUES. Für einen Rundgang in den drei Etagen des Museums erklärte er die ausgestellten Exponate und erzählte Wissenwertes zur Geschichte des Museums.
Zusammenarbeit mit der Grundschule Hattorf
Schon beim Betreten fällt auf, dass Anfassen und Ausprobieren in diesem Museum schon etwas Besonderes sind. Man kann ein Foto mit Kleidern aus vergangenen Jahrzehnten machen, die Produkte zum Spinnen und Weben berühren und es ist auch für Kinder erlaubt, die Teddybären aus vielen Jahrzehnten anzufassen und am Spieltisch zu agieren. Es zeigt, dass ein Museum nicht nur betrachtet werden kann.
Starfinger erzählte, dass es eine Zusammenarbeit mit den Grundschulklassen aus Hattorf gibt. In dem Projekt “Korn zu Brot“ wurde eine Wiese gemäht und auch Heu aufgestapelt. Eine Schülerin fragte, ob daraus Brot gebacken wird - so ist es also sehr nötig, den Kindern auch die Zusammenhänge zu erklären. Sehr stolz zeigte sich Starfinger, dass es nur mit den ehrenamtlichen aktiven und fördernden Mitglieder möglich ist, dieses Museum so aktiv und lebendig zu betreiben.
Immer die Weiterentwicklung planen
Die ausgestellten Gegenstände sind immer mit einem erklärenden Text in Hochdeutsch versehen. Dies soll, so der Pressesprecher, in nächster Zeit auch in Hattörpsch Platt ergänzt werden. So hat er auf Grund der Internetpräsenz auch schon Angebote bekommen, wenn traditionelle Geschäfte, wie zum Beispiel Friseurgeschäfte schließen und zahlreiche alte Gegenstände dem Museum spenden.
Auch an Personen, die nicht in die weiteren Etagen im Museum gelangen können, ist gedacht. Jede Etage mit den jeweiligen Gegenständen kann per Video betrachtet werden.
Lob vom Besucher
Einer der Besucher im Museum war Rüdiger Brakel, langjähriger Leiter des VHS Osterode, der mit seinem Enkel durch das Museum ging. Viele Jahre kennt er die Entwicklung des Dorfmuseums und zeigte sich doch überrascht über deren positive Entwicklung. Gerade kurbelte sein Enkelsohn und fragte den Opa, was das ist. Brakel erklärte seinem Enkel, dass er an einer alten Maschine zur Eisherstellung drehe.
Erinnerungen an die gute alte Zeit
In diesem Bericht ist es einfach nicht möglich, über alle ausgestellten Gegenstände zu berichten. So erfährt der Besucher etwa, dass die Firma Triumph schon einen Kühlschrank herstellte. In der obersten Etage ist das größte Spinnrad der Welt ausgestellt und im Guinnessbuch der Rekorde vermerkt. Wie früher mit viel Mühe die Wäsche gewaschen wurde, zeigt ein Waschkessel aus den 1930er Jahren. Wie persönlich das Museum betreut wird, zeigte sich, als Starfinger einem Besucher die Objekte des Museum erklärte, so zum Beispiel die ausgestellten Sachen zum Schuhmacherhandwerk.
Der Suppenkasper hätte überleben können
Die Geschichte des Suppenkaspers ist sicherlich bekannt und endet doch recht tragisch. “Ich esse meine Suppe nicht"... Hätte er aber zum Beispiel die Kartoffelsuppe gegessen, die vor dem Museum aus einem großen Kupferkessel ausgeschenkt wurde, würde er vermutlich heute noch am Leben sein.
Sehr viele Personen stellten sich geduldig in die Warteschlange an, bis ihnen von den freundlichen ehrenamtlichen Damen die heiße Suppe überreicht wurde, hier alles sehr nachhaltig in Gläsern und ohne Plastikgeschirr. Auch der Berichterstatter dieses Artikels stellte sich geduldig an, und das Warten lohnte sich: Diese Kartoffelsuppe aus dem Kupferkessel schmeckte super lecker.