Geschrieben von Rolf Steinke am 10. Oktober 2024
Bummel durch die tausendjährige Kaiser- und UNESCO-Weltkulturerbestadt Goslar
233 Stufen zum Nordturm der Marktkirche sorgen für Rundumsicht über die Altstadt
Als vor über 34 Jahren die deutsche Wiedervereinigung stattfand, wurde Goslar nach der Grenzöffnung von den Touristen nicht mehr so zahlreich besucht. Städte wie Wernigerode und Quedlinburg standen nun auf der Liste der Besucher. Inzwischen sind aber alle drei Städte wieder in den Fokus der Touristen geraten. Jede dieser Städte ist eine Besonderheit in der Harzregion.
Der Harz ist ein Besuchermagnet
An einem Samstag fuhr der Autor dieses Berichtes von Bad Lauterberg über das Torfhaus und Bad Harzburg nach Goslar. Ob am Oderteich oder an den weiteren Parkplätzen und auch auf dem Torfhaus, es waren Menschen mit ihren Autos aus vielen Regionen Deutschlands unterwegs. Wo früher verstaubte Andenkenshops waren, sind mit dem Harzturm, der Bavariaalm und mit dem Harzresort neue Attraktionen in über 800 Meter Höhe entstanden - nicht zu vergessen die Aussicht auf den nun immer erreichbaren Brocken vom Torfhaus und eine Wanderung durch den Naturpark dorthin.
Historische Kirchen, Marktplatz, Glockenspiel, Schieferdächer und viele Fachwerkhäuser
Es sind nur wenige Minuten vom Bahnhof, der sich zumindest äußerlich in einem recht guten Zustand befindet, bis zum Achtermann, eines der renommiertesten Hotels in der Kaiserstadt, das durch seine imposante Bauweise beeindruckt. Die Skulptur vom kolumbianischen Künstler Fernando Botero mit dem Mann mit dem Stock und Frau mit Schirm ist ein sehr beliebtes Fotomotiv.
Ein Touristenmagnet ist der historische Marktplatz. Zu jeder Stunde findet dort im Kaiserringhaus ein besonderes Glockenspiel statt, das an die jahrhundertelange Bergbaugeschichte im Harz erinnert. Der Marktbrunnen mit dem goldenen Adler steht im Mittelpunkt des Marktplatzes. Das Hotel Kaiserworth mit den vielen bunten Barockfiguren und der Fachwerkfassade steht momentan leider leer. Sehr beeindruckend sind die Fachwerkhäuser auf dem Marktplatz und in der Altstadt, deren Fassaden eine unheimliche Vielfalt bieten. Große Kirchen, die sich in einem sehr guten Zustand befinden, können besichtigt werden. Im Ulrichschen Garten befindet sich eine Ruheoase mitten in der Stadt.
Unendlich viele neue Eindrücke erleben
In diesem Bericht ist es einfach unmöglich, alle Attraktionen von Goslar zu beschreiben, darunter die historische Kaiserpfalz, das Weltkulturerbe Rammelsberg, das Rathaus mit Huldigungssaal, Kirche und Kloster Neuwerk und der Zwinger. Im Fokus steht momentan der Bau des Kaiserpfalzquartiers, das ehemals als Bundesgrenzschutzgebäude diente. Eines der größten Schützenfeste in Niedersachsen begeistert im Sommer die Besucher aus nah und fern. Der Weihnachtsmarkt lockt Besuchermassen aus ganz Deutschland an. Auf dem Bollrich ist ein Segelflugplatz vorhanden. Die Steinbergalm oberhalb der Kaiserstadt bietet eine tolle Aussicht auf den Ort. Ein Brauhaus mit selbst hergestelltem Bier und urige Gasthäuser bieten harztypische Speisen an. Das Mönchehaus-Museum und das Zinnfigurenmuseum sind nur zwei der zahlreichen Museen in der Kaiserstadt.
Altstadt braucht Unterstützung
Natürlich gibt es einige Gebäude, die nach ihrer langen Geschichte einer Renovierung bedürfen, daher hat sich eine Initiativgruppe gebildet. Sie bittet die Bürger und Freunde der Altstadt von Goslar, gegen den Verfall der Goslarer Altstadt und somit des universellen Welterbes in einer Petition zu unterschreiben. Diese Information ist auf einem Plakat vermerkt, das in einem Geschäft in der Altstadt zu lesen ist.
Persönliche Erinnerungen
Es sind schon viele Jahre vergangen, seit der Autor dieses Berichtes von Bad Grund aus zu einer privaten Handelsschule nach Goslar fuhr. Dort wurde noch Stenografie, Schreibmaschine und traditionelle Buchführung gelernt. Dies alles, um im elterlichen Betrieb eine Grundausbildung zu erlernen. Aber als Jugendlichem galt das Interesse natürlich mehr den hübschen Mitschülerinnen, die Sehenswürdigkeiten in der Stadt waren nicht so wichtig und so blieb auch der Unterricht nur eine Nebensache...