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Freitag, 23. Oktober 2026
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Geschrieben von Rolf Steinke am 10. November 2024
Region

Als der Fluss Ecker die Grenze zwischen der DDR und der BRD war

Einwohner und Gäste feiern in Eckertal und Stapelburg 35 Jahre Grenzöffnung

Grenzerinnerung (Fotos: Rolf Steinke)
Grenzerinnerung (Fotos: Rolf Steinke)
Ehemaliges Grenztruppenauto
Ehemaliges Grenztruppenauto
BGS-Beamter a. D. Lothar Engler
BGS-Beamter a. D. Lothar Engler
Bunker zum Grenzschutz
Bunker zum Grenzschutz
Verbindung zur Einsatzstelle im Bunker
Verbindung zur Einsatzstelle im Bunker
Ehemaliger Grenzturm in Eckertal
Ehemaliger Grenzturm in Eckertal
Hinweisschild im Bunker
Hinweisschild im Bunker
Schlafstätte im Bunker
Schlafstätte im Bunker

An vielen Orten in Deutschland gibt es am 9. November Veranstaltungen über den Wegfall der Berliner Mauer und die Beseitigung der Grenzbefestigungen zwischen der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik. So wurde auch in Eckertal und Stapelburg an die Grenzöffnung am 9. November gedacht, doch erst am 11. November 1989 wurden hier die Grenzbefestigungen entfernt.

Grenzöffnung überrascht

Zufällig traf der Berichterstatter dieses Artikels ein Ehepaar, das mit seinem E-Bike aus Ilsenburg angeradelt kam. Gern nahm sich das Ehepaar Marita und Hardi Münzberg Zeit für ein Gespräch mit LauterNEUES. Erst am 12. November 1989 radelten sie von Ilsenburg um 5 Uhr  morgens mit ihren zwei Kindern nach Stapelburg. Sie erzählten, dass  sich hunderte Trabis und unzählige Fußgänger in Richtung Bad Harzburg begaben. Über die Ecker wurden Bretter gelegt, um eine Durchfahrt zu ermöglichen. Hier war das Fahrrad hilfreich und sie kamen gut voran. Dort wurden sie in Bad Harzburg sehr freundlich begrüßt und bekamen auch ihr Begrüßungsgeld.

In einer Drogerie, berichtet die Ehefrau, kaufte sie vom Begrüßungsgeld ihrer zehnjährigen Tochter eine Zopfspange. Ein besonderes Einkaufserlebnis schildert Marita: Als sie sich ein besonderes Stück Käse kaufen wollte, riet ihr eine einheimische Frau: "Das ist viel zu teuer!" Sie kaufte den Käse dennoch. Insgesamt äußert sich das Ehepaar sehr zufrieden über die Wiedervereinigung. Auch nach der Wende fanden sie weiter Arbeit und ihre beiden Kinder auch. Auch beschrieb sie, dass ihre  Eltern sehr bewegt über die Grenzöffnung waren.

Erinnern, mahnen und Freiheit erhalten

Auch hier gab es bei der Feier eine zufällige Begegnung mit einem sehr prominenten Zeitzeugen. Der ehemalige Bundesgrenzschutzbeamte Lothar Engler, der in Goslar diente, nahm sich ebenfalls Zeit für ein Gespräch mit LauterNEUES. Am 11. November wurde seine Pioniereinheit von Goslar Richtung Grenze Eckertal gerufen. Dort, so der langjährige Bundesgrenzschutzbeamte, traf er auf, so sein Empfinden nach 35 Jahren, viele Menschen, die eine friedliche und freundliche Stimmung ausstrahlten. Obwohl sich die BGS-Abordnung auf dem DDR-Gebiet  befand, griffen die Grenzer der DDR nicht ein. Aus Sicht von Engler waren sie sichtlich von der Lage völlig überrascht. Auch den persönlichen Kontakt vermieden die Grenzer aus der noch bestehenden DDR.

Um die Erinnerung an diese friedliche Revolution zu bewahren, gibt es aufgrund der Anregung eines Museumsleiters aus Abbenrode seit 11 Jahren regelmäßig ein gemeinsames Treffen ehemaliger BGS-Beschäftigter mit Zöllnern und Grenztruppenangehörigen. So half auch Engler bei der Beschilderung der Infotafeln an der ehemaligen Grenze. In Schulen werden regelmäßig zur Geschichte der Grenzöffnung Vorträge gehalten, um die Erinnerung an die einmalige friedliche Wiedervereinigung vor 35 Jahren nicht in Vergessenheit zu bringen, betont der immer noch sichtlich bewegte ehemalige BGS-Beamte Lothar Engler im Gespräch mit LauterNEUES.

Gedenktafel, Gottesdienst und Informationen

Sehr umfangreich konnten sich die Besucher an diversen Infotafeln über die Grenzöffnung informieren. Vorträge und ein Gottesdienst konnten besucht werden. Zahlreiche Informationsstände waren vorhanden. Ein Denkmal zeigt im oberen Bereich einen Händedruck. Besonders der Bunker, in dem die Einsatztruppen der DDR immer einsatzbereit waren, ist eine Besonderheit, die sehr viel Aufmerksamkeit erfuhr.  In einem Zelt besagt ein Zitat vom damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher sehr zutreffend “ Keine Macht der Welt kann Menschenwürde und Freiheit auf Dauer stoppen“.                                                   

Erinnerungen an den Standort

Eigentlich ist es nur ein weiterer Zufall: In seiner Jugend stand der Autor dieses Artikels an den Grenzschutzanlagen und blickte von der Westseite in die Ostseite. Wer hätte jemals gedacht, dass diese Grenzschutzanlagen einmal der Vergangenheit angehören würden und eine Wiedervereinigung friedlich verlaufen wird? In allen geführten Gesprächen mit LauterNEUES hätte keiner an die Öffnung der Grenze gedacht.

Infotafel
Infotafel

Grenzer
Grenzer

Foto von der Grenzöffnung in Eckertal
Foto von der Grenzöffnung in Eckertal

Historisches Gerät
Historisches Gerät

Info zum Gerät
Info zum Gerät

Beschilderung der Wege
Beschilderung der Wege

Grenzweg-Info
Grenzweg-Info

Ehemaliger Grenzfluss: die Ecker
Ehemaliger Grenzfluss: die Ecker

Dunkle Seite der ehemaligen DDR
Dunkle Seite der ehemaligen DDR

Infotafel
Infotafel

Unvorstellbar
Unvorstellbar

Hunde im Einsatz
Hunde im Einsatz

Hans-Dietrich Genscher
Hans-Dietrich Genscher


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