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Donnerstag, 16. Juli 2026
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Geschrieben von Klaus Wolf am 17. November 2024
Region

Sonnenuntergang und Inversionswetter am 04. November bei Clausthal-Zellerfeld

Klaus Wolf berichtet mit beeindruckenden Fotos von dem Wetterphänomen

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Der Harz hat bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit viel zu bieten. Im Herbst lockt er mit bunten Laub- und nebeligen Nadelwäldern. So vielfältig wie die Angebote sind auch die klimatischen Bedingungen im Harz. Das Artenreichtum der Pflanzen- und Tierwelt ist auf atlantische Einflüsse im Westen und kontinentale Einflüsse im Osten zurückzuführen.
Der Oberharz kennzeichnet sich durch ein Jahresmittel von 5 ° C bis 6 ° C und einer Jahresniederschlagsmenge von 1.000 mm bis 1.400 mm - in den Gipfellagen sogar bis 1.800 mm in Form von Regen oder Schnee. Das Klima in den Hochlagen des Nationalparks Harz ist in allen Belangen extrem. Im Januar ähneln die Temperaturen des Hochharzes denen Nord-Islands, im Juli denen des nördlichen Eismeers.

Der November im Harz startete bisher mit Sonne, Nebel, Hochnebel und ein paar Wolkenfeldern hockdruckdominiert. In Clausthal-Zellerfeld habe ich am Montag, den 04.11.2024, am Nachmittag bei einer kleinen herbstlichen Wandertour dort zwei Wetterphänomene wahrgenommen.

 Sonnenuntergang Zellerfeld

Bei meiner Erkundung der "Bockswieser Höhe" nördlich von Zellerfeld auf knapp 600 m Höhe habe ich zunächst ab ca. 16:45 Uhr einen herrlichen Sonnenuntergang mit schöner Fernsicht und rot leuchteten Himmel erlebt. Das vollumfängliche Verschwinden der Sonne am Horizont war ein faszinierendes unvergessliches Schauspiel.

Jeder Sonnenuntergang gerade im Herbst bietet für mich ein anderes Gemälde. Die Natur wird so zu einer weiten Leinwand, die die Jahreszeit nach ihrer Inspiration bemalt.

Nebelschwaden Clausthal

Im Anschluss auf der Heimrückfahrt habe ich unmittelbar im Bereich einer lang gestreckten tiefer liegenden Senke einer Tallage südlich von Clausthal von der sogenannten Erhöhung "Kleines Clausthal" in ca. 570 m Höhe aufsteigende Nebelschwaden gesehen und erkundet. Für mich persönlich hat Nebel seine ganz eigene Faszination. Ja seinen ganz eigenen Zauber. Ich finde es manchmal atemberaubend, wie sich das Licht im Nebel verändert. Es wird diffus, die Schleier werden fast durchscheinend und das Leuchten wird beinahe überirdisch.

Dafür ist eine besondere Wetterlage, die sogenannte Inversionswetterlage, verantwortlich. Inversion kommt vom lateinischen Wort inversio und bedeutet Umkehrung. Das heißt, bei diesen Wetterlagen ist es oben wärmer als unten, also anders als üblich. Gleichzeitig sinken durch den Hochdruck die höher liegenden Luftmassen. Durch diese Bewegung nimmt die Temperatur zu und über die kalte, feuchte Smogluft am Boden legt sich die wärmere Luftschicht wie ein Deckel. Durch die höhere Dichte der Kaltluft bleibt sie dann unter der leichteren Warmluft liegen.

In meinem Fall liegt hier eine Strahlungsinversion vor, diese betrifft in der Regel nur die unmittelbare über dem Erdboden liegende Luftschicht und wird daher auch als Bodeninversion bezeichnet.

Ich schätze mich als Harzwanderer glücklich hier im Harz leben zu dürfen, um solch schöne Landschaften bestaunen zu können. Wenn man die Augen offen hält, findet man immer und überall etwas, bei dem es sich lohnt die Kamera auszupacken. Burgen, weite Täler, verwunschene Seen und Tümpel, tiefe Wälder und die Höhenzüge des Mittelgebirges. Wenn dann noch die Nebelschwaden über das Land ziehen und die Gegend in mystisches Licht tauchen, ist das für mich ein Highlight im Spiel der Natur. Dann juckt mich der Auslösefinger und meine Fantasie geht auf Reisen zu fernen magischen Orten, an denen die Grenzen zwischen den Welten verschwimmen.

In diesem Sinne, taucht ein in die Sonne des Harzes Nebel und habt noch eine gute Herbstzeit. Bleibt neugierig!

Glückauf und harzliche Grüße
Klaus Wolf

 


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Bild der Woche