Geschrieben von Walter Ziegler am 03. Juni 2025
Begeisterndes Benefizkonzert der Heeresmusiker in Herzberg
5.000 Euro konnten dem Hospiz Sternenlichter gespendet werden
Zahlreiche Musik-Begeisterte, die zudem ein gutes Werk tun wollten, konnte am Freitagabend, 23.05.25, Ronald Specht, 1. Vorsitzender der Original Südharzer Blaskapelle Lonau, in der Aula des Herzberger EMA-Gymnasiums begüßen. Die Lonauer, die am Wochenende ihr 100jähriges Bestehen feierten, hatten ein Konzert organisiert, dessen Erlös komplett dem Kinder- und Jugend-Hospiz Sternenlichter zu Gute kommt.
Bevor die Egerländer Besetzung des Heeres-Musikkorps Hannover aufspielte, begrüßte Specht herzlich den Schirmherrn des Jubiläums, Bürgermeister Christopher Wagner, Landrat Marcel Riethig, Ehren-Landrat und Blasmusik-Fan Klaus Liebing, Maren Iben vom Haus Sternenlichter sowie etliche Hobby-Musiker unserer Region im Publikum. Dem Heeresmusikkorps, das seine Anfrage zügig positiv beantwortet hatte, der Schulleitung und dem Hausmeister des EMAG mit seinem jungen Technik-Team sowie dem für die Versorgung der Besucher mit Getränken und Laugengebäck präsenten Förderverein sprach Specht den großen Dank der Lonauer Blaskapelle aus.
In seinem Grußwort hob Landrat Riethig, der selbst Trompete spielt, das Miteinander hervor, das durch gemeinsames Musizieren gefördert wird, und bezeichnete die Arbeit von Posaunenchören und Blaskapellen als unverzichtbar. Der Jubiläumskapelle wünschte er „viele viele weitere klangvolle Jahre“.
Bürgermeister Wagner beglückwünschte die Blaskapelle und bekam großen Applaus für die Feststellung „Wenn die Lonauer spielen, ist der Saal immer voll“. Er orakelte, bei der 200-Jahr-Feier voraussichtlich nicht mehr dabei zu sein. Schließlich bekundete er seinen „riesengroßen Respekt vor der anspruchsvollen Aufgabe“ des Hospizes Sternenlichter.
Maren Iben berichtete, dass kürzlich, am 7. April, die ersten Familien im Göttinger Hospiz aufgenommen werden konnten. In Deutschland gebe es derzeit 19 Einrichtungen, Sternenlichter sei die dritte in Niedersachsen. Die Krankenkassen übernähmen die Hospiz-Kosten für die jungen Patienten meist zu 95%, für Angehörige allerdings gar nicht. Aufgrund dessen seien alle Kinder- und Jugend-Hospize „dauerhaft auf Spenden angewiesen!“ Sie dankte der Blaskapelle sehr für das Benefizkonzert und schloss mit der Feststellung: „Wir können nicht heilen, aber eine gute Zeit miteinander verbringen lassen.“
Nun legten die Heeres-Musikerinnen und Musiker, dirigiert von Kai Kirschner, schwungvoll los und begeisterten schon mit ihrem Eröffnungsstück, dem Egerländer Musikantenmarsch von Ernst Mosch. Unterhaltsam moderiert, beispielsweise mit einer Anleitung zum Witze verfassen angereichert, und auf hohem musikalischem Niveau wurden Polkas und Walzer im böhmischen Stil und Konzertmärsche präsentiert, allesamt ein Ohrenschmaus auch für die Hobby-Musiker im Saal. In der Polka vom Bräuhaus überraschte die Kapelle mit einem Solo für zwei Bierkrüge, das von einem „musikalischen Eigengewächs des Südharzes“, Solo-Trompeter Florian Borrmann aus Barbis, gespielt wurde, bevor er wieder zu seinem Platz und zur Trompete eilte.
Für begeisterte „Zugabe!“-Rufe und schließlich stehende Ovationen bedankten sich „die Egerländer aus Hannover“ beim Publikum mit drei Zugaben (Bis bald, auf Wiedersehen; Land Tirol; Auf der Vogelwiese)
Bei aller Musikbegeisterung fand der wichtigste Moment dieses Konzerts sicher kurz nach der Pause statt, als Ronald Specht und der 2. Vorsitzende Carsten Specht Bilanz zogen und den Erlös des Abends in Höhe von 5.000,-- € mit einem symbolischen Groß-Scheck an Maren Iben übergeben konnten, die sich von Herzen im Namen der jetzigen und künftigen Gäste des Hauses Sternenlichter bedankte.

