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Geschrieben von Christian Dolle am 02. Februar 2026
Region

Tief ins Myzel abgetaucht

Jan alias Gipfelbasilisk und seine pilzige High-Fantasy-Trilogie

Foto: Christian Dolle
Foto: Christian Dolle

Er nennt sich Gipfelbasilisk, beschäftigt sich ausgiebig mit Pilzen, genauer mit dem gesamten Myzel. Wem jetzt erst einmal viele Fragezeichen über dem Kopf schweben, dem geht es wie mir. Umso mehr ein Grund, der Sache auf den Grund zu gehen. Wo findet man einen Gipfelbasilisk? Sein natürliches Habitat ist der Oberharz, wo er sich die meiste Zeit in einer mit Streaming-Setup ausgestatteten Höhle aufhält.

Tatsächlich nämlich heißt er Jan und ist Autor für Phantastik und Streamer auf Twitch. Die „Myzelchroniken“ sind seine aktuelle Fantasy-Trilogie, für deren dritten Band gerade die Vorbestellaktion angelaufen ist. Darüber wollte ich mehr erfahren und besuchte ihn in Altenau, wo mit in seinem Streaming-Zimmer neben zahlreichen Büchern aus allen Bereichen der Phantastik auch etliche Pilz-Figuren auffielen, die andeuteten, worum es in den Büchern geht. 

„Es ist eine pilzige High-Fantasy-Trilogie“, beschreibt Jan mit einem Lachen, „sie sind als Unfall passiert.“ Offenbar gibt er sich gerne rätselhaft. Seinen Namen suchte er sich übrigens als Pseudonym, das zum Harz, zu Fantasy und zu Horror passte, ist heute froh darüber, weil er damit nämlich einzigartig ist. Dann erzählt er, dass er für ein anderes Romanprojekt, das sein Debüt werden sollte, zu Pilzen recherchierte und sich mehr und mehr dafür begeisterte. Er schrieb sich dann sozusagen in Rage und die Geschichte nahm ihre endgültige Form an. 

Der erste Teil „Die Entstehung der Chroniken“ beginnt mit dem Sporling Zomes, der als Legendensammler ins Myzel reist und dort nach Geschichten sucht, die er seiner Sippe erzählen kann. Das Myzel sei ja der eigentliche Pilz, führt er aus. „Wenn wir an Pilze denken, denken wir immer an die Fruchtkörper, die man über der Erde sieht, aber der Pilz ist eigentlich das Netz, das unter der Erde ist.“ 
Die Idee hinter seinem reisenden Protagonisten Zomes war die Vernetzung des Pilzes mit dem Wald. „Es gab ein Experiment, da hat man ein Feld abgesteckt und isoliert, hat Nährstoffe an der einen Ecke ausgetragen, Bäume an der anderen Seite gehabt und konnte dadurch nachweisen, dass die Pilze gezielt die Nährstoffe zum Baum gebracht haben.“ 

Mit seiner Begeisterung für Pilze steckt er mich definitiv an (wer an das Geflecht in „Hüterin der Schriften“ denkt, versteht vermutlich, warum ich sofort darauf anspringe) und macht mich neugierig auf das, was Zomes erlebt. „Band 1 ist eine klassische Heldenreise“, sagt Jan, in den weiteren Teilen baut er die Geschichte und die Welt dann immer weiter aus. Am Ende, so verrät er, gibt es sogar alternative Enden, da er für sich sehr viele Erzählstränge verfolgte. 

Letztlich, so wird mir während des Gesprächs klar, hat Schreiben durchaus Ähnlichkeit mit einer Myzel-Struktur. Eine Idee verzweigt und vertieft sich immer weiter, bildet immer wieder neue Früchte aus. Und ja, wenn man sich mit anderen Autor*innen über deren Arbeitsweisen und Werke austauscht, dann ist das auch wie ein Austausch von Nährstoffen, die beiden zugute kommen. 

Auf dem Heimweg ist mir klar, dass ich die Bücher unbedingt lesen möchte, außerdem keimt der Wunsch, mein Netzwerk zu nutzen, um andere auf den Gipfelbasilisk und die Myzelchroniken aufmerksam zu machen. Letztlich bin ich als Journalist ja auch nichts anderes als ein Legendensammler, der diese Geschichten genau wie Zomes seiner Sippe erzählen möchte. 

Mehr zu Jan und seinen Büchern gibt es auf https://gipfelbasilisk.de

Das komplette Interview gibt es auf Youtube: https://youtu.be/ZmEYdhBvst0?si=MMIWYKbyx1FEtWrW


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