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Freitag, 16. Oktober 2026
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Geschrieben von Rolf Steinke am 21. September 2026
Region

Sind die Geschäfte in den Innenstädten noch zu retten?

In Goslar schließen einige Traditionsunternehmen in Kürze

Fotos: Rolf Steinke
Fotos: Rolf Steinke
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Die Kaiserstadt Goslar lebt hauptsächlich vom Tourismus. Neben den zahlreichen historischen Fachwerkgebäuden, die mit Schiefer ausgestattet sind, ist die Kaiserpfalz ein besonderes Juwel. Doch kaufen die Besucher aus der ganzen Welt auch in den Geschäften ein?

Angebot ist bescheiden

Goslar hat unter 50.000 Einwohner und nur wenige große Unternehmen. So liegt der Fokus natürlich auf dem Tourismus. Die Gastronomie ist sehr gut aufgestellt: Ein Brauhaus bietet selbsthergestelltes Bier an. Auf dem historischem Markplatz gibt es ausreichend Platz. Leider steht das "Flaggschiff", das Restaurant und Hotel Kaiserworth zur Zeit nicht zur Verfügung. Das Glockenspiel am Schieferhaus lockt immer zahlreiche Besucher an und erinnert an die Bergbaugeschichte. 

Einfach nicht mehr da

Vor einigen Tagen war die Schlagzeile in der Goslarschen Zeitung, dass das Sport- und Schuhhaus Deckert schließt, ebenso auch in der Fischemäkerstraße das Restaurant Nordsee. Das Gebäude des ehemaligen Karstadt-Gebäudes ist nun Galeria Kaufhof und hat sehr gekämpft um den Erhalt, bisher mit Erfolg. 

Wie ist die Lage?

Der Autor diees Berichtes kennt Goslar seit seiner Jugend. Auf einer Privatschule war Schreibmaschine, Steno und Buchführung angesagt. Es war eine lebendige Stadt, doch inzwischen hat sich die Geschäftslage sehr geändert. Wer hätte früher damit gerechnet, dass es mal einen Online-Einkauf gibt? Als über 1000 Arbeitskräfte, die im Bergbau tätig waren, im Jahr 1988 endgültig ihren Arbeitsplatz verloren, beeinflusste das natürlich auch die Kaufkraft.

Auf der grünen Wiese

In Goslar gibt es zwei große Gewerbegebiete außerhalb der Kaiserstadt. Dort kann man alles für den täglichen und größeren Bedarf einkaufen. Kostenloses Parken und gastronomische Angebote sind ausreichend vorhanden.

Gespräche, wie die Zukunft wird

In einigen Traditionsunternehmen fragte der Autor mal nach, wie sie die Lage beurteilen. Matthias Fischer hat vor 14 Jahren das Lederwarenfachgeschäft Goslar übernommen. Dieses Geschäft gibt es schon sehr, sehr lange, erzählt der Ladeninhaber. Corona hat Spuren hinterlassen, so ist der Kauf im Internet schon eine große Konkurrenz. Die allgemein gestiegenen Lebenshaltungskosten sorgen auch für Kaufzurückhaltung. Sehr wichtig für ihn sind die Touristen. Besonders kaufen bei ihm Kunden aus den skandinavischen Ländern und aus Holland ein.

Andreas Müller betreibt in der Petersilienstraße ein Geschäft für Schuhreparaturen, Schlüsseldienst und diverse andere Artikel. Auch er hat kurz Zeit für ein Gespräch, obwohl ständig Kunden in seinen Laden kommen. Vor einigen Wochen haben nebenan ein Blumengeschäft und eine Buchhandlung geschlossen, das findet er sehr schade. Seine Zukunft sieht er zuversichtlich, denn aus Gründen der Nachhaltigkeit werden immer mehr Schuhe zur Reparatur gebracht. Nicht so optimistisch sieht er die Zukunft der Geschäfte in der Innenstadt. Immer mehr Imbisse und Nagelstudios entstehen. Auch das ewige Gezeter um Galeria Kaufhof sehen er und seine Kunden bedenklich.

Essen und Trinken überwiegen

An diesem Tag war es vergleichsweise mild. So waren in den Cafés und Restaurants fast alle Plätze rund um den Marktplatz besetzt. 
So auch am Schuhhof, wo die Besucher in der Sonne saßen und Eis und kühle Getränke genossen. Schon im Jahr 2018 schloss eines der renommiertesten Unternehmen der Stadt, der Herrenausstatter Helmbrecht, sein Geschäft am Schuhhof.


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