Geschrieben von PM Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen e.V. am 16. Oktober 2026
16. Südharzsymposium mit großer Resonanz und spannenden Inhalten
Unter dem Titel „Faszination Gipskarst: Vielfalt erleben, Natur schützen, Landwirtschaft gestalten“ hatte das Team des Landschaftspflegeverbandes Landkreis Göttingen e.V. (LPV) am 24. September 2024 zum 16. Südharzsymposium ins Kurhaus nach Bad Sachsa eingeladen. Als Träger des Hotspot-Projektes „Naturschatz Gipskarstlandschaft Südharz – Weidelandverbund und Biodiversität erleben“ (kurz: Naturschatz Gipskarst) arbeitet das Team des LPV seit November 2023 gemeinsam mit verschiedenen Akteur:innen der Region daran, Qualität und Quantität naturschutzfachlich wertvoller Grünland- und Offenlandlebensräume zu verbessern und zugleich die Bedeutung einer nachhaltigen extensiven Landnutzung für die Biodiversität der für Mitteleuropa einzigartigen Gipskarstlandschaft Südharz zu vermitteln.
Mit dem 16. Südharzsymposium wurde eine Tradition fortgesetzt, die im Jahr 1997 vom Verein Deutsches Gipsmuseum und Karstwanderweg e.V. mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der geowissenschaftlichen und ökologischen Forschung in der Gipskarstlandschaft begründet wurde. Fragen zur nachhaltigen Landwirtschaft in der Kulturlandschaft Südharz sowie der Entwicklung einer eigenen Identität der Region, auch mit Blick auf sanften Tourismus, ergänzten fortlaufend das Format. Damit ermöglicht die Veranstaltungsreihe einen ganzheitlichen Blick auf die Region, die als Teil des Hotspots der biologischen Vielfalt Nr. 18 „Südharzer Zechsteingürtel, Kyffhäuser und Hainleite“ zu den 30 artenreichsten Gebieten Deutschlands zählt.
Das Team des Landschaftspflegeverbandes bedankt sich herzlich für die Grußworte der 1. Kreisrätin Doreen Fragel, die auf die besondere Verantwortung aller Akteur:innen der Region für die Bewahrung und die nachhaltige Entwicklung des einzigartigen Naturerbes der Südharzer Gipskarstlandschaft aufmerksam machte, des Bürgermeisters der Stadt Bad Sachsa Daniel Quade sowie des Geologen Firouz Vladi vom Verein Deutsches Gipsmuseum und Karstwanderweg e.V.
Die Gäste des 16. Südharzsymposiums, zu denen regionale und überregionale Akteur:innen aus Landwirtschaft, Naturschutz, Touristik und Kommunalverwaltung zählten, erhielten in spannenden Vorträgen renommierter Referent:innen Einblicke in die Bedeutung und Besonderheit, die kulturhistorische und aktuelle landwirtschaftliche und naturtouristische Nutzung sowie Entwicklungspotentiale der Südharzer Gipskarstlandschaft. Besonders beeindruckend waren für die Teilnehmenden die Ausführungen der Vorsitzenden des Deutschen Verbandes für Höhlen- und Karstforschung Bärbel Vogel und des Geologen Dr. Friedhart Knolle zum internationalen Wert dieser einzigartigen Region. Diese dienen als wichtige Leitgedanken für Maßnahmen zum Erhalt, zur nachhaltigen Nutzung und Entwicklung der Kulturlandschaft im Südharzer Gipskarst.
Dr. Florian Goedecke, Biologe der Abteilung Naturschutzbiologie an der Georg-August-Universität Göttingen, gab in seinem Vortrag Einblicke in den „Überraschenden Zechstein“ und erläuterte die Faktoren, die den Gipskarst so besonders für die Artenvielfalt machen. Die kontrovers diskutierte Frage, ob eine „Renaissance der Wilden Weiden“ Chancen für Landwirtschaft und Naturschutz in der Südharzer Gipskarstlandschaft bieten, warf Edgar Reisinger, Experte für Landschaftsökologie der Taurus Consult/Taurus Naturentwicklung e.V. aus Jena, auf.
In zwei parallelen Themenblöcken wurden im zweiten Teil der Veranstaltung die Aspekte „Biodiversität erleben – Naturtourismus und Umweltbildung“ und „Weidetierhaltung, extensive Grünlandbewirtschaftung und Biotopverbund“ beleuchtet und diskutiert. Die Palette der Themen reichte von den Herausforderungen und wirtschaftlichen Aspekten der Weidetierhaltung bis zur Nutzung der Potenziale der Tourismusentwicklung in der Südharzer Gipskarstlandschaft.
„Der Austausch von mehr als 70 Teilnehmenden aus Landwirtschaft und Forstwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung, Politik und Tourismus sowie aus Unternehmen, Vereinen und Wissenschaft beim Südharzsymposium zeigte deutlich, wie groß das Interesse an der Gipskarstlandschaft Südharz und das Engagement für ihren Erhalt und Entwicklung sind. Auch der Landschaftspflegeverband setzt sich mit seinem Hotspot-Projekt dafür ein, diesen einzigartigen Naturschatz zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten“, betont André Kuklik vom LPV Landkreis Göttingen. Das Hotspot-Projektteam freut sich darauf, gemeinsam mit regionalen Akteur:innen die naturschutzfachlich wertvollen Offenlandlebensräume der Region nachhaltig zu entwickeln und deren Bedeutung einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.
Alle Vorträge des 16. Südharz-Symposiums sind auf der Website des Hotspot-Projektes einsehbar.