Geschrieben von PM am 01. September 2014
Gemeinsam gegen die Angst vor der Angst
Selbsthilfegruppe „Angst- und Panikstörungen“ soll gegründet werden – Erstes Treffen am 10. September
Jeder Mensch kennt Angst. Sie ist ein normales Gefühl, das in den meisten Situationen eine wichtige Warnfunktion hat, da sie auf Gefahren hinweist. Wenn jemand aber in einer eigentlich ungefährlichen Situation übertriebene Angstgefühle erlebt, spricht man von einer Angststörung, durch die das Leben der Betroffenen erheblich eingeschränkt wird.
Es gibt verschiedene Arten von Ängsten, zum Beispiel vor bestimmten Situationen oder Objekten. Die betroffenen Menschen haben Angst vor Hunden oder Spinnen, vor Situationen, in denen sie sich außerhalb der gewohnten Umgebung aufhalten oder vor Plätzen, auf denen sich viele Menschen aufhalten. Sie haben Angst, nicht schnell genug einen sicheren Ort zu erreichen, und fühlen sich „wie in der Falle“. Zusätzlich gibt es auch „ungerichtete“ Ängste, die ohne einen bestimmten Auslöser auftreten. Wiederholt kommt es zu unerwarteten Panikattacken, einem Zustand, der plötzlich auftritt und ein Gefühl der Beklommenheit auslöst, auch Todesängste sind möglich. Ohne eine vorliegende körperliche Erkrankung treten zum Beispiel Herzrasen, Schmerzen oder das Gefühl zu ersticken auf. Durch das plötzliche und unerwartete Auftreten der Paniksymptome bauen die meisten Betroffenen eine starke Erwartungshaltung auf, sie „warten“ mit großer Furcht auf den nächsten Anfall.
Angst schränkt den Lebensalltag ein
Unabhängig davon, an welcher Art von Angst jemand leidet, allen Ängsten ist eins gemeinsam: Die betroffenen Menschen sehen keine Möglichkeit, diese Ängste zu reduzieren. Aus diesem Grund versuchen sie, die angstauslösenden Situationen zu vermeiden, was langfristig den Lebensalltag stark einschränkt. Es entsteht eine „Angst vor der Angst“, die durch das Vermeidungsverhalten noch stärker wird. Die Betroffenen ziehen sich dann häufig zurück und haben nur noch wenig soziale Kontakte.
Um dem entgegenzuwirken, kann neben psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten der Austausch mit anderen betroffenen Menschen hilfreich sein. Eine Angststörung sieht man den Betroffenen nicht an, sie stoßen bei Nichtbetroffenen oft auf Unverständnis. Deshalb ist eine Entlastung, zu sehen, dass man nicht die oder der Einzige ist, der unter diesen Ängsten leidet.
Erfahrungsaustausch unter Betroffenen
Aus diesem Grund hat sich eine betroffene Frau aus dem Landkreis Osterode entschlossen, eine Selbsthilfegruppe „Angst- und Panikstörungen“ zu gründen. Sie war selbst Mitglied in einer solchen Gruppe, was ihr viel gebracht hat. Aus dieser Erfahrung heraus möchte sie auch anderen Betroffenen eine Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch (ohne professionelle Anleitung) geben. Alles, was gesagt wird, ist vertraulich und bleibt in der Gruppe.
Das erste Treffen dieser neuen Selbsthilfegruppe findet am Mittwoch, dem 10. September 2014, von 19 bis 21 Uhr im Gruppenraum des Paritätischen Sozialzentrums in Osterode (Abgunst 1) statt. Alle interessierten Betroffenen sind dazu eingeladen.
Für weitere Informationen steht Marion Janeczek von der Selbsthilfekontaktstelle KISS des Paritätischen Osterode zur Verfügung: Telefon 05522 / 90 77 16 oder E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.