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Geschrieben von PM Niedersächsisches Forstamt Lauterberg am 03. Februar 2016
Region

Jagdsaison im Südharz beendet

Bilanz des Forstamtes Lauterberg – Wildschweine in Wieda im Fokus der Förster

Vorbei die Jagd: In den Wäldern des Südharzes kann sich das Wild jetzt erst einmal entspannen.
Vorbei die Jagd: In den Wäldern des Südharzes kann sich das Wild jetzt erst einmal entspannen.

Das Niedersächsische Forstamt Lauterberg hat die Jagd auf Reh-, Rot- und Schwarzwild beendet. Für diese Wildarten gilt seit dem 1. Februar die Schonzeit. Laut Auskunft des Forstamtes Lauterberg wurden in der zurückliegenden Jagdsaison 303 Stück Schwarzwild (also Wildschweine) erlegt. Im Jagdjahr 2014 betrug die Schwarzwild-Strecke 176 Stück und im Jahr 2013 insgesamt 244 Wildschweine.

Allein rund um die Ortschaft Wieda seien 75 Wildschweine erlegt worden und vor den Toren Zorges weitere 53 Tiere, so die Bilanz des Forstamtes. Das Schwarzwild sei sowohl auf Einzeljagden als auch auf Bewegungsjagden mit Treibern und Hunden zur Strecke gekommen. Wieda war im vergangenen Jahr wiederholt von Wildschweinen aufgesucht worden – die Tiere hatten in einigen Gärten und auf Grundstücken Nahrung gesucht und dabei Schäden angerichtet.

Auch an anderen Orten im Südharz waren Schäden durch Sauen aufgetreten. Mit den herbstlichen Bewegungsjagden und weiträumigen Stöberjagden mit Hunden hätten in den meisten Fällen die Besuche der Wildtiere geendet, bilanziert das Forstamt. Erfolgreich seien die jüngsten Jagden bei Schneelagen verlaufen, wenn Jäger zuvor die Verstecke der Sauen anhand von Fährten bestimmen konnten.

 

Wildtiere keinesfalls füttern

Besonders jetzt im Winter appellieren Forstleute an Grundstücksbesitzer, die in Waldnähe wohnen, Wildtiere generell nicht zu füttern. Auch strenge Wintertage mit hoher Schneelage und tiefen Frosttemperaturen sollten Anwohner nicht zum Anlass nehmen, Küchenabfälle, Obst oder Tierfutter auszulegen. Wildschweine seien sehr lernfähige Tiere, die in geschützter Ortsrandlage solches Futter suchen, das der Wald und die freie Natur nicht bieten. Und da auf den bebauten Grundstücken in Ortslage die Jagd verboten ist, sind Wildschweine in Gärten und Wiesen vor der Bejagung sicher. „Das interessante Nahrungsangebot und der Schutzraum als so genannter befriedeter Bezirk zieht Schwarzwild in Gärten oder auf Sportplätze“, sagt Claus-Wilhelm Deig, Kreisjägermeister im Landkreis Osterode.

 

Tierische Neubürger in Berlin

Übrigens bekommen nicht nur die kleinen Harzgemeinden die Nachbarschaft der Schwarzkittel zu spüren. Selbst in waldreichen Stadteilen von Berlin sind Sauen immer häufiger anzutreffende „Neubürger“. Der Senat von Berlin hat den Naturschutzbund (Nabu) mit der Wildtierberatung beauftragt. Nach Einschätzung des Nabu lernen vor allem Wildschweine schnell, wo Menschen sind, die sie füttern. Dadurch verlören die Tiere rasch die Distanz. Wildtiere zu füttern, ist in Berlin verboten. Wer sich über das Verbot hinwegsetzt, dem drohen hohe Bußgelder.

Die milden Winter im Harz mit geringen natürlichen Verlusten bereiten Forstleuten Sorgen. Auch die stetig besseren Ernährungsgrundlagen auf landwirtschaftlichen Flächen sowie der Umbau der Fichtenwälder zu ökologischen Laubmischwäldern mit guter Ernte an Eicheln und Bucheckern verbessern die Lebensbedingungen. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass einige weibliche Tiere schon im Frischlingsalter Nachwuchs bekommen.

Während in Berlin Wildschweine mittlerweile fest zum Stadtbild gehören, hoffen der Kreisjägermeister und das Forstamt Lauterberg auf ein wildschweinfreies Wieda im neuen Jagdjahr, das am 1. April 2016 beginnt.


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